Powerworkout mit EMS: Effektives Ganzkörpertraining im Test

[1/2] Damit trotz der elektrischen Impulse jede Bewegung sitzt

[1/2] Damit trotz der elektrischen Impulse jede Bewegung sitzt, ist Personal Trainer Salman Sahin immer vor Ort, um mögliche Fehlstellungen zu korrigieren. (Foto: Christina Schröer) [2/2] So geht's richtig: Durch die persönliche Betreuung während des

Von Lara Zeitel
Hagen. Zwei Tage sind vergangen. Mein Körper fühlt sich an, als hätte ich Gewichte daran hängen, schwer und bei jeder Bewegung leicht stechend. Vor allem die Beine brennen noch immer. Dennoch ist es ein angenehmer Schmerz, der mich wissen lässt, dass ich meine Muskeln viel zu lange nicht beansprucht hatte.
Das Gefühl von Erschöpftheit und Ausgepowert-Sein legt sich nur langsam. „Eine Einheit pro Woche ist nicht nur ausreichend, sondern ebenso effektiv“, sagte mir Personal-­Trainer Salman Sahin, der mitten in der Hagener Innenstadt eine der derzeit insgesamt 34 „terra sports“-Filialen leitet. Die Wirkung meines Probetrainings wirkt in jedem Fall noch Tage später nach.
Fit durch Elektrostimulation
EMS heißt das Training, das in nur 20 Minuten den gesamten Körper zur höchsten Belastungsgrenze treibt. Zu Beginn bekomme ich von Personal-Trainer Salman ­Sahin den Sportanzug. In T-Shirt und Hose geht es, nach einem ausführlichen Gespräch über meine Essgewohnheiten und meine nach persönlicher Einschätzung ausbaufähige sportliche Kondition, auf die Waage. Dort werden zunächst Gewicht und Körperfettanteil gemessen. „Das machen wir regelmäßig“, erklärt mir Salman. „Um zu sehen, inwiefern die gewünschten Trainingseffekte erreicht wurden und ob sich der Muskelaufbau erhöht oder der Körperfettanteil verringert hat.“ Puh! Den Messungen nach liege ich glücklicherweise innerhalb der Norm. Zumindest scheint das Gewicht okay.
20 Minuten unter Strom
Dann geht es los: Eine Weste, die an den Stellen der Elektro­stimulatoren mit Wasser eingesprüht ist, wird in den nächsten 20 Minuten zum Trainings­korsett für Bauch- und Rücken­muskulatur. Je zwei Gurte an den Armen, zwei an den Oberschenkeln und einer am Gesäß werden angebracht und fixiert.
Los geht’s
Nun wird es ernst: Angeschlossen an die Elektro­impulse wird die Stärke eingestellt. Wie intensiv diese sind, entscheide ich selbst. Die Uhr des EMS-Gerätes zeigt 20 Minuten. Wir starten. Trainer Salman macht vor, was ich unter Anspannung meiner Muskeln so perfekt wie möglich nachmachen soll. Der Elektro­impuls kommt alle vier Sekunden. Anspannen, lockern, Übung wiederholen. Ausfallschritte, Bauchmuskel­übungen, jede Partie wird mit Wiederholungen beansprucht. Ich für meinen Teil hatte mir vor allem das Gefühl der Elektrostimulation wesentlich unangenehmer vorgestellt. Bis auf einige stark vernachlässigte Muskelgruppen – wie die in den Beinen – habe ich das Gefühl, mich ganz gut zu schlagen. Beine, Arme, Rumpf, Gesäß – jede Übung trainiert einen anderen Teil meines Körpers. Mal am Gerät, mal freihändig.
Schnell und effektiv
Und dann sind die 20 Minuten auf der Uhr auch schon abgelaufen. „Und, wie fühlst du dich?“, fragt der sportliche Mann neben mir. Ich fühle mich gut, auch wenn ich beim Verlassen des Studios in der Kampstraße bereits die Innenseiten meiner Beine deutlich spüren kann. Frisch geduscht geht es zurück in die ­Redaktion.
Fazit
Viele, mit denen ich vorher gesprochen hatte, sagten mir, sie würden die Elektroimpulse als unangenehm empfinden. Ich für meinen Teil dagegen denke nach diesem Test: Kürzer und effektiver als EMS kann ein ordentliches Ganzkörpertraining kaum sein. Darüber hinaus ist vor allem die wirklich gute und persönliche Betreuung ein Grund dafür, es einmal mehr auszuprobieren, denn durch das professionelle Know-How kann außer einem ordentlichen Muskelkater wirklich nichts schief gehen.
Mich hat das Probetraining jedenfalls angespornt, endlich wieder mehr für meine Fitness zu tun. Damit der nächste Muskelkater nur halb so lange anhält.