Preisgekrönte Tierportraits

Besonders den Isländern ist die Hagenerin verfallen. Dieses Bild ist eines ihrer ersten Aufträge, dem noch viele folgen sollten. (Foto: privat)

Hagen. (ric) In dem Reiterstübchen eines Fleyer Reitstalls fallen den Besuchern als erstes die vielen kleinen Portraits auf. Hier hängen nämlich in einem Kasten die Bilder fast aller Pferde, die in dem Stall ein Zuhause gefunden haben. Zuerst scheinen es Fotos zu sein. Doch bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass es gemalte Bilder sind, die jedes Detail des einzelnen Pferdes genau zeigen.

Die Malereien stammen von Mareen Schulz. Die 26-Jährige malte schon als Kind leidenschaftlich gern. Genauso früh entdeckte sie ihre große Liebe zu den Islandpferden. Heute nennt die Auszubildende zur Tiermedizinischen Fachangestellten zwei der töltenden Pferde mit den Knopfaugen und dem wuscheligen Fell ihr Eigen.

„Ich male aber erst seit 2005 wieder regelmäßig“, erinnert sich die junge Frau. „Dann habe ich eines meiner Bilder einer Freundin zum Geburtstag geschenkt. Und plötzlich fragten mich unheimlich viele Menschen, ob ich für sie malen könnte.“ Fortan malte Mareen Schulz auf Wunsch. Unzählige Pferde, besonders Isländer, aber auch Hunde, Katzen und Kleintiere hat sie seitdem porträtiert. Und bald bastelte sie auch eine eigene kleine Internetseite, auf der viele ihrer Werke zu bewundern sind.

Details müssen stimmen

Die meisten Bilder werden mit Pastellkreise gemalt. Durchschnittlich benötigt die junge Reiterin vier bis fünf Stunden, bis alles stimmt und ein liebevoll gestaltetes Bild fertig ist. Vom treuen Blick des Tiers über die Fellbeschaffenheit bis hin zur richtigen Farbschattierung stimmt jedes noch so kleine Detail.

Manchmal werden aber auch größere Bilder, in Acrylfarben gemalt, in Auftrag gegeben: „Dafür muss ich dann schon mit guten zehn Stunden kalkulieren“, weiß Mareen Schulz.

Prämierte Malerei

Hunde sind die zweite große Liebe von Mareen Schulz. Mit ihrer eigenen Hündin betreibt sie Hundesport und ist außerdem als Trainerin aktiv. (Foto: privat)

Mit ihrer Malerei hat die Hagenerin auch schon den ein oder anderen Preis gewonnen: Ein Unternehmen für Tiergesundheitsprodukte prämierte eines ihrer Bilder zum Thema „Tierische Freundschaften“ und vervielfältigte es in Postkartengröße. Diese Kärtchen erinnern nun die Patienten in der Tierarztpraxis der Auszubildenden an den nächsten Impftermin. Und auch in einem Jahreskalender fand eines ihrer Werke bereits Platz.

Alles möglich

Doch Malen und Zeichnen sind mehr als nur Spaß für die Auszubildende. Es half ihr auch durch eine schwere Zeit, als sie ein Jahr lang nicht einmal zu ihren Isländern durfte. Mareen Schulz litt an Mukoviszidose, einer noch immer unheilbaren Stoffwechselkrankheit. Dabei wird – infolge eines Gendefekts – in vielen Organen ein zäher Schleim produziert. Besonders betroffen sind häufig die Bauchspeicheldrüse und Lunge. So auch bei Mareen Schulz: Ihr half letztlich eine Lungentransplantation. „Vorher musste mir ständig Sauerstoff zugeführt werden“, erinnert sich die Reiterin. Im Jahr nach der großen Operation waren Besuche bei den Pferden tabu: Zu groß war die Gefahr eines Infekts.

Doch die Geduld hat sich gelohnt: „Mein Lungenvolumen beträgt jetzt etwa 70 Prozent“, weiß Mareen Schulz. Malen, reiten, arbeiten – alles ist jetzt möglich.

Weitere Bilder und Informationen gibt es auf www.kunstpony.de.