Pro Musica feiert 125 Jahre

Ein Weihnachtskonzert aus vergangenen Jahren – seit nunmehr 19 Jahren konzertiert Pro Musica Haspe von 1887 in der evangelischen Kirche Haspe. Dieses Jahr feiert der Männergesangverein das 125-jährige Bestehen. (Foto: privat)

Haspe. (san) Stolze 15 Gründungsmitglieder singen noch mit, gleichwohl sie mitnichten so alt sind wie ihr Verein. Aber sein Motto und seinen Namen tragen sie im Herzen: “Pro Musica“ feiert in diesem Jahr das 125-jährige Bestehen. Der Männergesangverein, der seit 1976 ein Zusammenschluss von MGV Liederkranz Kückelhausen (1887, damit ältester Vereinsbestandteil von Pro Musica), Hasper MGV Einigkeit Haspe (1894), Männerchor Kursbrink Hagen-Haspe (1906) und dem Quartettverein Kückelhausen (1928) ist, gehört zu Haspe wie der Kirmesbauer und der Doppelwachholder.

Grodas Idee

Gab es in den besten Zeiten allein an der Ennepe zehn Männerchöre, war es spätestens in den 70ern Zeit, dem nicht mehr aufzuhaltenden Mitgliederschwund entgegen zu wirken. Die Vereinigung der genannten Vereine – eine Idee des langjährigen Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden von Pro Musica, Egon Groda – ließ den gemeinsamen “neuen“ Chor auf rund 100 Mitglieder erstarken. Freilich brauchte es seine Zeit, um die Liedliteraturen und die Vorstellungen über die Zukunft des Gesangvereins auf eine gemeinsame Linie zu bringen. „Aber dann haben wir uns gefunden und es ging qualitativ nur bergauf,“ erinnert sich Gründungsmitglied und Geschäftsführer Manfred Fennemann. Ihr angestrebtes Ziel, zu den Meisterchören des Sängerbundes NRW zu zählen, haben sie erreicht.

Pro Musica-Geschäftsführer Manfred Fennemann (l.) und Vorsitzender Peter Wienecke organisieren in diesen Tagen vieles rund um das Jubiläum. (Foto: san)

Frischer Wind

Hochkarätig ist das mittlerweile im 19. Jahr stattfindende Weihnachtskonzert in der ev. Kirche in der Frankstraße. Dass hier ausschließlich Amateure konzertieren, lässt die Zuhörer so manches Mal staunen und bestätigt Fennemanns Meinung. „Jeder kann singen, wenn er nur den Willen dazu hat und für den Anfang vielleicht noch ein Quäntchen Mut mitbringt,“ ist er sicher. Und das möchten die heutigen Vereinsmitglieder unbedingt allen Interessierten mitgeben. Denn damit auch das nächste Jahrzehnt von Pro Musica gesichert ist, bedarf es der Einladung an alle sangesfreudigen Männer jedweden Alters. „Wir wissen, dass Chören wie uns etwas Männerbündlerisches anhaftet, aber dem ist nicht so. Obwohl unser Repertoire neben dem Volkslied auch internationale Literatur und Geistliches abdeckt, freuen wir uns über neue Ideen von neuen Sängern,“ hofft der Geschäftsführer auf frischen Wind für die kommenden Jahre.

Dass Männergesangvereine schlechthin mit Mitgliederschwund zu kämpfen haben, ist nichts Neues. So ist die Zahl der Aktiven bei Pro Musica auf lediglich 26 geschrumpft. Allein 45 Sänger sind seit dem Zusammenschluss verstorben. „Dass wir innovative Wege gehen müssen, ist uns klar,“ weiß auch Vorsitzender Peter Wienecke, „aber da sind wir ganz offen.“

Große Feier

Nun wird erst einmal das 125-Jährige gefeiert. Gab es zum 100. Geburtstag ein volles Stadttheater mit Verstärkung von Günter Wewel, wird am 5. und 6. Oktober „zu Hause“ in Haspe gefeiert. Zum Kommers sind Mitglieder und Gäste am Samstag, 5. Oktober 2012, in die “Alte Villa“, also ins “Boni“ geladen. Unter den besonderen Gratulanten wie Oberbürgermeister Jörg Dehm, Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser und Bundestagsmitglied René Röspel finden sich auch Sängerbund-Vorsitzender Johann Fiolka ein sowie zahlreiche Vertreter der Hasper Geschäftswelt.

Sie dürfen sich mit allen anderen Gästen auf die musikalische Jubiläumsvorstellung von Bariton Werner Hahn in Klavierbegleitung von Siegfried Gras freuen. Am Sonntag, 6. Oktober, findet ebenda ab 15 Uhr ein Freundschaftssingen statt – für alle Liebhaber guter Chormusik offen.

Einfach mitmachen

Bevor dann am 3. Advent schon das Weihnachtskonzert ansteht – allein hierfür können die Hasper Sänger aus gut 70 Stücken sofort Parates abrufen – hoffen sie auf Neuzuwachs. Denn neue Ideen und junge Menschen sind nötig, um Traditionen weiterzuführen. Interessierte sollten keine Berührungsängste haben und entweder einfach zu einer der wöchentlichen Proben (freitags 19 Uhr bei der AWO am Hüttenplatz) kommen oder sich telefonisch bei Peter Wienecke unter Telefon 02331 / 484939 melden.