Purps: „Theater ist die Seele der Stadt“

Hagen. Der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung Hagen (MIT), Christoph Purps, appelliert noch einmal an alle Ratsmitglieder, „die Zukunft des Theaters nicht aus machtpolitisch Erwägungen heraus zu gefährden. Es geht hier nicht um die Mehrheit für ein Stadtoberhaupt, eine Gewerkschaft oder eine Partei – es geht hier um die Zukunft des Hagener Theaters und die Seele unserer Stadt.“

Wie jede Seele brauche das Theater verlässliche Rahmenbedingungen und innere Freiheit. „Diese Notwendigkeiten lassen sich wirtschaftlich sinnvoll nur in der Rechtsform einer gemeinnützigen Gesellschaft (gGmbH) realisieren. Alles dafür Erforderliche haben Rat und Verwaltung in den vergangenen Jahren erarbeitet. Heute kann der Rat auf Basis einer schlüssigen und tragfähigen Vorlage den lange ersehnten Beschluss fassen. Dieser erfüllt die Sparvorgabe des Haushaltssanierungsplanes und räumt dem Theater innerhalb des Budgets wirtschaftliche Eigenständigkeit ein. Das sieht eine Mehrheit im Rat so, das sehen Verwaltung und Intendant so, das unterstützen auch der Theaterförderverein, die Theaterstiftung, und viele aktive Gönner des Theaters.“

Interessant ist für den Mittelstands-Chef die Tatsache, „dass das alle Beteiligten das so sehen, außer die Gewerkschaftsfunktionäre im Gesamtpersonalrat. Sie haben es bis heute nicht einmal versucht, eine sinnvolle Alternative zu den gutachterlich abgesicherten Wirtschaftsplänen einer gGmbH aufzuzeigen. Sie ignorieren sogar, dass die GmbH inzwischen die am meisten verwendete Rechtsform für Theater in Nordrhein-Westfalen ist.“ Stattdessen spannen die Gewerkschaftler SPD und Linke vor ihren Karren. Für eine derart ziellose Blockadehaltung fehlt mir jedes Verständnis, weil die SPD so das bewusst aufs Spiel setzt, was sie vorgibt retten zu wollen – die Zukunft des Theaters.“

Purps appelliert deshalb noch einmal an die Sozialdemokraten, „bei allem Verständnis für die Ziele von Verdi jetzt den Weg frei zu machen und das parteiübergreifende Gemeinschaftsprojekt zu unterstützen. Wohl keine andere öffentliche Institution ist so bedeutend für die Identität unserer Stadt und ihre Ausstrahlung in die Region wie unser 100 -jähriges Theater. Als Bürgertheater hat es weit schwierigere wirtschaftliche Situationen überstanden und den Zweiten Weltkrieg überlebt. Nach der weitgehenden Zerstörung unserer Stadt haben die Bürger trotz der allgemeinen Not dafür gesorgt, dass das Theater schon nach kurzer Zeit wieder bespielt werden konnte. Wer am kommenden Donnerstag im Rat einem historischen Beschluss zustimmt, wird sich in Zukunft sicher nicht verstecken müssen.“