Räuber und Gendarme

Hagen. (san) Im Rahmen der Fahrbahnsanierung der B7 in Haspe müssen Autofahrer seit gestern Abend bis Montag, 26. Oktober, 6 Uhr, mit Verkehrsbeeinträchtigungen rechnen. An den stadteinwärts führenden Fahrspuren der Grundschötteler Straße auf Höhe der Harkortstraße bis zur Oedenburgstraße sowie im Kreuzungsbereich der B7/Grundschötteler Straße/“An der Kohlenbahn“ finden Asphaltierungsarbeiten statt.

Ansonsten gilt für die vergangenen Tage: Keine Woche ohne Einbrüche in der Stadt – die aktuellsten Straftaten zeugen davon:

So hat sich in Herbeck am Mittwoch ein besonders dreister Einbrecher abends in eine Wohnung in der Straße Sennbrink eingeschlichen. Ein Ehepaar saß in der Küche, als der Ehemann plötzlich sah, wie die Klinke heruntergedrückt wurde, sich die Tür einen Spalt öffnete und im nächsten Augenblick auch schon wieder geschlossen wurde. Obwohl er nun in das Zimmer eilte, konnte der Unbekannte durch das Fenster entkommen. Die alarmierte Polizei konnte nur noch einen Schuhabdruck sichern, den der Einbrecher auf der Fensterbank hinterlassen hatte. Bei einer ersten Durchsicht wurde der Diebstahl einer Armbanduhr festgestellt.

Großer Schreck im Reihenhaus: Am Donnerstagmorgen kehrte der Bewohner gegen 3 Uhr zu seinem Haus in der Tiefendorfer Straße zurück. Die Eingangstür stand offen, im Gebäude waren alle Schubladen und Schränke durchwühlt. Die Tatortaufnahme der Polizei ergab, dass Einbrecher im Laufe der Nacht die Terrassentür aufgehebelt hatten. Sie durchsuchten dann alle Räume und ließen nach einer ersten Bestandsaufnahme drei Armbanduhren, Silberschmuck und einen Geldbetrag im hohen dreistelligen Bereich mitgehen. Der Gesamtschaden dürfte sich auf mehrere tausend Euro belaufen.

Die Polizei bittet Zeugen, sich unter der Rufnummer 02331/ 986-2066 zu melden, wenn sie in einem der beiden Fälle verdächtige Beobachtungen gemacht haben.

Großaktion der Polizei

Auch wenn die Hagener Polizei diese Einbrüche nicht verhindern konnte, so war sie doch in dieser Woche selbst mit Großkontrollen in Sachen Einbruchsvorbeugung unterwegs. Immerhin gab es drei Festnahmen:

Am Donnerstag besetzten die Beamten bei mehrere Autobahnabfahrten und Zugangsstraßen. Der Erste Kriminalhauptkommissar Peter Carl begründet: „Einbrecher müssen das Gefühl haben, hier in Hagen jederzeit in eine Kontrolle geraten zu können. Wir wollen Einbrecher erkennen und festnehmen.“ Und offensichtlich hatten die Fahnder den richtigen Riecher. Bereits nach kurzer Zeit gingen der Polizei auf der Grundschötteler Straße zwei Männer im Alter von 37 und 18 Jahren ins Netz, die in ihrem LKW mehrere neue Kettensägen, Akkubohrmaschinen und Staubsauger mit sich führten. Zur Herkunft der Gegenstände konnten sie keinen Eigentumsnachweis erbringen und machten unglaubwürdige Angaben. Da sich der Verdacht ergab, dass die Gegenstände aus einer Straftat stammten, wurden die beiden Männer vorläufig festgenommen.

An der Herdecker Straße kontrollierten die Beamten einen 33-jährigen Mann. Die Überprüfung ergab, dass dieser von der Staatsanwaltschaft Bochum mit einem Haftbefehl zur Festnahme ausgeschrieben war. Er hatte wegen einer Verkehrsstraftat noch 11 Tage Freiheitsstrafe zu verbüßen. Da der Gesuchte den ersatzweise geforderten Geldbetrag entrichten konnte, wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt.

Polizei nimmt Problem ernst

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit werden auch die Einbrecher wieder aktiver. Erfahrungsgemäß steigen in den Herbst- und Wintermonaten die Einbruchszahlen. Die Hagener Polizei nimmt das Problem sehr ernst. Peter Carl leitet das Kommissariat 13 und hat sich intensiv mit dem Thema Wohnungseinbruch beschäftigt. „Wir wollen das Übel bei der Wurzel packen“, so Carl. „Wir erhöhen den Fahndungsdruck. Die Täter sollen erst gar nicht die Möglichkeit zu einem Einbruch haben.“

Doch nicht nur die Bemühungen der Polizei können Einbrechern das Leben erschweren. Jeder sollte bei verdächtigen Beobachtungen in seinem Wohnumfeld sofort die 110 anrufen.