Rasta-Style in Hagen

Hagen. Den einzigen Neuling in der Basketball-Bundesliga begrüßt Phoenix Hagen am Sonntag, 13. Oktober 2013, um 17 Uhr in der Enervie-Arena am Ischeland. Rasta Vechta kommt, der Legende nach gegründet zum Sound von Bob Marley und infiziert mit dem Bazillus „Basketball“. Von 2008 bis 2013 schafften die Niedersachsen den Durchmarsch von der Regionalliga in die Beko-Basketball-Bundesliga – wo sie künftig gemeinsam mit Quakenbrück und Oldenburg eine magische Troika mit kurzen Derby-Wegen bilden.

Unter den Fittichen von Pat Elzie

Seit 2009 wird Vechta von Pat Elzie betreut. Der 52-Jährige gehört zum Liga-Urgestein: Er spielte für Gießen, Lich, Bramsche sowie Braunschweig und betreute Paderborn, Langen und Tübingen. Sieben Akteure aus der Aufstiegsmannschaft, angeführt von Aufbauspieler und Top-Scorer Richard Williams (12,0 Punkte, 7,3 Rebounds und 5,0 Assists in den ersten drei Beko-BBL-Spielen), sind in Vechta geblieben. Drei deutsche Spieler weisen zudem Erstliga-Erfahrung auf: Point Guard Flavio Stückemann (Braunschweig), Center Dirk Mädrich (u. a. Bamberg, Quakenbrück) und Forward Max Weber (Göttingen, Ludwigsburg).

Der Neuling gehört zu den „massigsten“ Teams der Liga. Neben Mädrich (2,12 m, 116 kg) kamen mit dem US-Amerikaner Isaac Butts (letzter Verein: Montreal – 2,08 m, 130 kg), dem Deutschen Urule Igbavboa (von LF Basket – 2,03 m, 106 kg) und mit Oliver Mackeldanz (aus Cuxhaven – 2,12 m, 112 kg) drei weitere „echte Kanten“ für die Bretter. Sie sollen gemeinsam mit den Aufstiegshelden um Williams, Jacob Doerksen und Andrew Rudowitz den angestrebten Klassenerhalt verwirklichen.

Gewogen und für zu leicht befunden

Frisch von der University of Nebraska kam Guard Dylan Talley. Kurzfristig vor Saisonbeginn verpflichtet wurde zudem Shooting Guard Marcus Neal, nachdem der für die Position eigentlich vorgesehene Faisal Aden gewogen und für zu leicht befunden wurde. Die Rasta-Männer trennten sich Ende September von dem Combo-Guard. „Faisal ist ein prima Junge und ein individuell guter Spieler. Aber letzten Endes stehen der Erfolg der Mannschaft und unser damit verbundenes Spielsystem immer im Vordergrund“, begründete Elzie den Schritt.

Der Erfolg bestätigte den Coach: Gleich am ersten Spieltag überraschte Vechta mit einem 87:84-Sieg bei der TBB Trier – und bewies dabei Kampfgeist und Stehvermögen. Fünf Minuten vor dem Ende lagen die Gäste fast aussichtlos mit 66:80 hinten, bevor sie das Spiel mit einem euphorischen 21:4-Run noch drehten. Dirk Mädrich und Dylan Talley erzielten je 16 Punkte.

Am zweiten Spieltag hatte der Gegner den längeren Atem: Ludwigsburg beschloss die Partie mit einem 10:2-Lauf und siegte 74:64 in Vechta. Auch am Mittwoch beim 83:96 in Bonn hielt Vechta die Partie bis zur Mitte des Schlussabschnitts offen.

Bernd Kruel an Grippe erkrankt

„Das ist eine körperlich starke Mannschaft, die immer 100 Prozent gibt und hoch engagiert ist“, sagt Phoenix-Coach Ingo Freyer über Vechta. Am Mittwoch beobachtete er gemeinsam mit seinem Assistenten Steven Wriedt den Auftritt der Niedersachsen in Bonn. „Richard Williams ist ein hervorragender Spieler, der die Mannschaft führt. Er ist einfach überall.“ Überzeugt hat Freyer auch Dirk Mädrich: „Er hat sehr gut geworfen, wirkte sehr selbstbewusst und hat Verantwortung übernommen.“ Gegen die körperlich starke Rasta-Mannschaft bangen die Hagener um den Einsatz von Routinier Bernd Kruel, der unter einer Grippe leidet.