Refill-Initiative Hagen: Wer Durst hat, füllt sich seine Wasserflasche auf

Hagen. Es kann so einfach sein, Plastikmüll zu vermeiden: Man hat seine Trinkflasche dabei und füllt sie unterwegs auf – mit Leitungswasser, das immer mehr Läden und Gastrobetriebe gratis abgeben. Die Refill-Initiative ist jetzt auch in Hagen angekommen.

Anfang des Jahres war Hagen noch ein weißer Fleck auf der Deutschlandkarte der Refill-Bewegung. Bis die Vorsitzende der Trägervereins der Freiwilligenzentrale, Melanie Purps, einen Bericht über diese ehrenamtliche Initiative las und sehr beeindruckt von dem bürgerschaftlichen Engagement der Frontfrau Stephanie Wiermann war. Aus diesem Grund trat Melanie Purps selbst mit ihr in Kontakt und ließ sich aufklären, was es bedeutet, wenn man den blauen Wassertropfen-Sticker an seinen Ladetür kleben möchte.

Er signalisiert, dass sich Passanten hier kostenlos Leitungswasser in ihre mitgebrachten Flaschen abfüllen lassen können. Der Gedanke dahinter: Wer unterwegs Durst bekommt, muss so nicht zur Einweg-Flasche greifen und schont mit Refill neben seinem Geldbeutel auch die Umwelt.

Auffüllen

„Sie sei selbst häufig mit einer Trinkflasche unterwegs“, erzählt Purps. Deshalb hofft sie auch ganz persönlich darauf, dass das Refill-Netz wächst. Bisher ist gibt es in der Region noch wenige Refill-Stationen, Witten ist die nächstgelegene. Um die Station und eventuell weitere Anlaufpunkte kümmert sie sich dann ehrenamtlich, unterstützt durch das Team der Freiwilligenzentrale. Wer sich vorstellen kann, Wasser abzugeben, kann sich bei der Freiwilligenzentrale oder www.Refill-Deutschland.de melden, um dort Infos zu Refill zu bekommen.

Das Team der Freiwilligenzentrale indes ist dankbar für jeden, der das mit dem Wassertropfen-Sticker an seiner Eingangstür bald deutlich macht. Die Bewegung brauche dringend mehr Bekanntheit, damit der Berg an Plastikmüll, der allein durch Einweg-Flaschen entsteht, deutlich schrumpft.

13 Mal bis zum Mond

Wie die Deutsche Umwelthilfe auf ihren Internetseiten erklärt, verbraucht jeder Deutsche im Schnitt bisher 192 Einweg-­Plastikflaschen im Jahr. Bundesweit kommen so 16 Milliarden Einweg-Flaschen im Jahr zusammen. Übereinandergestapelt würden sie eine Strecke ergeben, die 13 Mal von der Erde bis zum Mond reicht. Und das in einem Land, in dem gutes Trinkwasser aus dem Hahn kommt: „Hierzulande können wir Wasser aus der Leitung ohne Bedenken trinken und damit Plastikmüll für Transport und Lagerung sparen.“ Die Refill-Initiative will auch die Wertschätzung für Leitungswasser verändern.

„In den anderen Ruhrgebietsstädten sind die Innenstädte ganz gut abgedeckt“, sagt Melanie Purps, weitere Mitstreiter seien höchst willkommen. Zu den Anlaufstellen gehören in der Regel neben Geschäften unter anderem auch Büros und häufig auch Bäckereien oder andere kleinere Unternehmen.

Wer Refill-Station werden möchte, erfährt mehr unter hagen@refill-deutschland.de oder direkt bei der Freiwilligenzentrale Hagen, Tel. 02331 / 184170, E-Mail info@fzhagen.de.