Rockpommel’s-Zusatzkonzert

Hagen. (anna) Mit zehn Konzerten im Jubiläumsjahr 2010 machte die heimische Kultband Grobschnitt ihren treuen Fans ein tolles Geburtstagsgeschenk: Die Hagener Band führte im 40. Jubiläumsjahr das einzigartige Rockmärchen „Rockpommel’s Land“ zum ersten Mal seit 1978 wieder auf – und das in voller Länge. Viele Tausend Anhänger kamen in den Genuss dieser dreistündigen, einzigartigen Rockgeschichte, die mit einer Mischung aus Theater, optischen Effekten, fröhlichem Klamauk und überaus langen musikalischen Improvisationen daherkommt. Und wieder schrieb dieser optische und akustische Leckerbissen „Rockpommel’s Land“ Erfolgsgeschichte, so sehr, dass die Band sich auf Drängen der Fans und Veranstalter entschloss, im Jahr 2011 fünf Zusatzkonzerte zu geben. Das erste wird am Samstag, 22. Januar, in der Hagener Stadthalle über die Bühne gehen.

Für Schlagzeuger Rolf Möller alias Admiral Top Sahne ist dieses Konzert in der „hometown“ – also in der Heimatstadt – etwas ganz Besonderes mit einer ganz besonderen Atmosphäre: „Nicht nur unsere treuen Fans aller Altersgruppen werden in Hagen mit dabei sein, sondern auch unsere Familien. Das hat schon was.“ – „Meine 85-jährige Schwiegermutter ist bei jedem Heimspiel an Bord“, freut sich Sänger und Gitarrist Willi Wildschwein auf das Konzert an der Volme.

Anfänge

1970 gegründet, war Grobschnitt von Beginn an eine einzigartige und eigenartige Band, die sich in kein Klischee pressen ließ. Ihre unnachahmlichen Live-Shows galten als echte Erlebnisse, die schnell Kultcharakter bekamen. Schnell waren die Hagener aus der deutschen Rocklandschaft nicht mehr wegzudenken. Die Band Grobschnitt galt für ihre Zeit als eine sehr innovative Gruppe, die mit einer Mischung aus Theater, optischen Effekten und fröhlichem Klamauk ihre vielstündigen Bühnenshows darbrachte. Ihre Präsentationen waren eine Mischung aus sauerländischem Krawall, skurrilen Showeinlagen, einer Lightshow und ausgeklügelten Pyroeffekten, gepaart mit aufwendig inszeniertem Progressivrock. Es gelang ihnen schnell, die großen Hallen zu füllen, in die sich sonst nur die internationalen Top-Acts trauten. Während andere Bands zwar mehr Tonträger verkauften, bei Live-Auftritten aber bestenfalls Jugendzentren füllten, spielte Grobschnitt in der Essener Gruga-, der Dortmunder Westfalen- oder in der Düsseldorfer Philipshalle.

Die Grobschnitt-Musiker Willi Wildschwein alias Stefan Danielak und Admiral Top Sahne (Rolf Möller) freuen sich, dass ihre Doppel-CD seit Freitag im Handel ist. (Foto: Anna Linne)

Als es Ende der 80er etwas ruhiger wurde und die Plattenindustrie mehr Kommerz erwartete, um die Verkaufszahlen anzukurbeln, zog die Band, die sich noch nie hatte verbiegen lassen, kurzerhand die Konsequenz: Nach einer erfolgreichen „Last Party“-Abschiedstour löste sie sich nach einem letzten Konzert in der Heimatstadt Hagen auf. Bei jeder anderen Rockgruppe wär’s das dann wohl gewesen, nicht aber bei Grobschnitt.

Grobschnitt und Söhne

2006 kam es zu einer Wiedervereinigung von Grobschnitt, woran einige der alten Mitglieder inklusive ihrer Söhne beteiligt sind. Nach einem Testauftritt vor geladenen Fans im Hohenlimburger Werkhof im Mai 2007 fanden im Oktober des gleichen Jahres die ersten beiden öffentlichen Auftritte in Aschaffenburg statt. Seitdem tritt die Band wieder regelmäßig auf. Ein Höhepunkt war dabei das Konzert in der ausverkauften Hagener Stadthalle vor 3000 Zuschauern im Januar 2009.

Willi Wildschwein

Der einzige Musiker von Grobschnitt, der von Anfang an dabei war und alle Entwicklungen in der langen Geschichte der Band entscheidend mitbeeinflusst hat, ist Willi Wildschwein. Er hat mit seiner einzigartigen Stimme und mit seinem unvergleichlichen Gitarrenspiel wie kein anderer den typischen Grobschnitt-Sound geprägt. Willi war dabei immer offen für neue Ideen, so lernte er in den 80ern noch Saxophon spielen und setzte es in beeindruckender Weise auf den letzten Studioplatten ein. Nach dem Ende der „Last Party“-Tour 1989 hat er in keiner Band mehr gespielt, bis ihn die anderen Musiker von der Qualität der aktuellen Besetzung überzeugen konnten. Jetzt ist er wieder mit ganzem Herzen dabei, ist Frontmann und Seele der Band.

Jubiläumstour

Zum 40. Geburtstag trug die Band mit Willi Wildschwein, Milla Kapolke, Admiral Top Sahne, Toni Moff Mollo, Deva Tattva, Nuki, Manu Kapolke und Demian Hache ihr dreistündiges komplexes Kultwerk „Rockpommel’s Land“ erneut in die Welt. „Eine Konzertwiederholung wird es auch in Berlin geben“, berichtet Willi Wildschwein, „dort sind wir das letzte Mal vor 21 Jahren aufgetreten. Wir hatten schon Bedenken, dass uns an der Spree keiner mehr kennen könnte, aber die Befürchtung war umsonst. Der Veranstalter hat uns gleich einen neuen Termin aufs Auge gedrückt.“

CD zu gewinnen

Und noch eine Neuigkeit für alle Fans: seit Freitag gibt es die neue Live-CD von Grobschnitts „Rockpommel’s Land“ nicht nur im Handel, der wochenkurier verlost auch drei Exemplare an seine Leser. Wer eine CD gewinnen möchte, sollte am Donnerstag, 9. Dezember 2010, um 14 Uhr die Telefonnummer 0 23 31 / 18 44 78 anrufen. Die drei Anrufer, die auf unserer Glücksleitung durchkommen und sagen, wie Grobschnitt-Drummer Rolf Möller in der Band heißt, gewinnt eine Doppel-CD. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Väter und Söhne

Grobschnitt, heute ein Team von 20 Leuten (auch hinter der Bühne ist ein Vater-Sohn-Duo dabei), deren Equipment mittlerweile drei Lkw füllt, hat sich auch für die weitere Zukunft viel vorgenommen. „Bedingung ist“, so Willi, „dass alle am Ball bleiben.“

Die wohl einmalige Konstellation aus Vätern und Söhnen scheint in Verbindung mit den ausgeklügelten, überraschenden Licht- und Showeffekten, einer kumpelhaften Fannähe und den für heutige Ohren außergewöhnlich langen und komplexen Musiktiteln genau den richtigen Nerv getroffen zu haben. „Nach drei Stunden Konzert hinterlassen wir eine völlig glückliche und zufriedene Fangemeinde“, meinen Willi Wildschwein und Admiral Top Sahne, „und das macht uns Musiker dann genauso glücklich.“

Karten für das Rockpommel’s-Land-Konzert in der Stadthalle am 22. Januar 2011 gibt es zum Preis von rund 30 Euro im wochenkurier-Reisebüro, Frankfurter Straße 90.