Ruhrpotthelden kommen zur Kunstraseneinweihung in Dahl

Der Kunstrasenplatz des TSV Dahl
Mit den letzten sommerlichen Sonnenstrahlen strahlten die TSV-Verantwortlichen um die Wette. Denn: Der Kunstrasenplatz in Dahl steht kurz vor der finalen Fertigstellung und soll mit einem großen Spektakel – zum Beispiel mit einem Auftritt der Ruhrpotthelden – eingeweiht werden. (Foto: Heiko Cordes)

Dahl. Künstliches Grün ist zwar bei Gartenfreunden nicht unbedingt die erste Wahl, für Amateur-Fußballer ist aber ein Kunstrasenplatz das Nonplusultra. Im Hagener Süden wartete man seit einigen Jahren vergeblich auf die Zusage für so einen Platz. Deswegen entschied sich der TSV Dahl für eine ungewöhnliche Lösung, um sich von der ungeliebten Asche zu verabschieden.

100.000 Euro aus eigener Tasche muss der Verein aufbringen, damit der Kunstrasenplatz finanziert wird. Das war der entscheidende Anstoß, den das Projekt benötigte. „Das ist einmalig für unsere Stadt“, erklärt Sportbüro-Chef Karsten-Thilo Raab.

Eher fertig als geplant

Ein bisschen schneller als erwartet darf der TSV „seinen“ Platz nun in Empfang nehmen. Obwohl die Grundlage nicht optimal war, wie die Verantwortlichen des Wirtschaftsbetriebs Hagen (WBH) berichteten, die eher ein „Schlammloch“ im Februar des Vorjahres vorfanden.
Doch dank des außergewöhnlich guten Sommers können WBH und beteiligte Firmen den Platz noch in diesem Monat übergeben.

Große Party

Deshalb wird es am 29. September auch eine große Einweihungsparty geben. Highlight wird sicherlich das Benefizspiel der Ruhrpotthelden gegen eine Auswahl des TSV Dahl (15.30 Uhr) sein. Hinter dem Teamnamen Ruhrpotthelden versteckt sich eine Mannschaft, die vom Ex-Schalke-Profi Ingo Anderbrügge angeführt wird. Bestehend aus Ex-Kickern, Prominenten und Unternehmern tritt diese Formation für den guten Zweck vor den Ball. In Dahl wird für die Grundschule und den Kindergarten gesammelt.

Anderbrügge verweist darauf, dass die Mannschaft wegen des Benefizgedankens nach Dahl kommt und nicht wegen des Kunstrasens.

Killing moderiert

Der Kontakt zwischen dem TSV und den Kickern aus dem Ruhrgebiet stellte übrigens ein echter Dahler Junge her: Matthias Killing. Der frühere Wochenkurier-Mitarbeiter und heutige berühmte TV-Moderator berichtet: „Als ich meinen langjährigen Freund Ingo Anderbrügge gefragt habe, ob er zur Eröffnung kommt, hat er sofort zugesagt. Wir kennen uns seit 2012 und ich freue mich total darauf, mit ihm in meiner Heimat gemeinsam auf dem Platz stehen zu können. Ich bin selbst Mitglied der Ruhrpotthelden und es wird ein toller Moment, wenn wir gemeinsam die Schuhe schnüren, um in Dahl Fußball zu spielen.“

Killing (Sat1), aktuell zum Beispiel als Moderator von „Fort Boyard“ im Einsatz, wird am 29. September auch durch den Tag führen. Denn bereits um 10 Uhr wird der Platz eröffnet. Dem Nachwuchs gebührt die Ehre, das Premierenspiel auf dem künstlichen Geläuf zu absolvieren. Anschließend gibt es ein Blitzturnier für die Senioren, ehe um 15 Uhr Oberbürgermeister Erik O. Schulz den Platz ganz offiziell einweiht.

Zur gewohnten Anstoßzeit um 15.30 Uhr kommen dann auch Anderbrügge und Co zum Zug.
Den Abschluss bilden Ü50-­Mannschaften des TSV Dahl und der SG Wattenscheid 09.

Mehr als nur Fußball

Da der TSV nicht nur ein reiner Fußballverein ist, war es den Vereinsverantwortlichen extrem wichtig, den Platz nicht nur ausschließlich für den Fußball aufzubereiten.
Deshalb wurden gelbe Markierungslinien angebracht, um den Leichtathleten eine Laufbahn zu schaffen. Für diese Maßnahme fanden sie auch beim Fußballer Anderbrügge deutliche Unterstützung. „Ich kann das nur befürworten. Leichtatlethik als Grundlage für die jungen Sportlerinnen und Sportler ist ideal.“

Sportlich dürfen sich die Zuschauer bei dem Benefizspiel auf ganz besondere „Leckerbissen“ freuen. So wird zum Beispiel Torsten „Toto“ Heim, Bochumer Polizist und bekannt aus „24 Stunden Toto & Harry – die Zwei vom Polizeirevier“ auflaufen. Konditionell dürfte der 55-jährige sicherlich ein paar Defizite haben, aber um einen flotten Spruch ist er sicher nicht verlegen. „Toto lässt sich einwechseln, läuft den Platz einmal rauf und runter und will dann am liebsten sofort wieder raus“, erzählt Ingo Anderbrügge lachend. Nicht ganz so spaßig ist‘s allerdings nach dem Spiel. „Er gibt mehr Autogramme als ich“, erklärt Anderbrügge mit einem Schmunzeln.

Aus der Riege der Ex-Kicker kommen Ralf Balzis (Profi unter anderem in Offenbach, beim Hamburger SV und in Frankfurt), Thomas Ernst (Bochum, Stuttgart, Kaiserslautern) oder Frank Benatelli (Bochum und als Trainer beim Hasper SV oder SSV Hagen) nach Dahl.

Große Sehnsucht

Wie sehnsüchtig im Hagener Süden dieser Platz erwartet wird, zeigen abschließend die Worte von Matthias Killing:
„Schon vor 20 Jahren haben wir in Dahl von einem Kunstrasenplatz geträumt. Dank der unermüdlichen Arbeit von Helmut Hoyer und dem ganzen Team ist es endlich gelungen. Die Dahler können echt stolz sein auf das, was sie da geschafft haben.“