„Ruhrpottliebe“

Hagen. (saz) Eine Geschichte, wie das Leben sie schreibt – so lässt sich der Erstlings-Roman der 21-jährigen Wahl-Hagenerin Lena Schätte wohl am besten beschreiben. Im Mittelpunkt steht die 18-jährige Dana, die gerade eben von zu Hause auszieht, eine neue Ausbildung beginnt und auf der Suche nach der großen Liebe ist.

„Als ich die Story geschrieben habe, war ich ungefähr im selben Alter wie Dana“, erinnert sich die junge Autorin. „Der Roman ist quasi eine Collage aus eigenen Erfahrungen und denen von Freunden.“ Drei Monate hat sie gebraucht, um „Ruhrpottliebe“ fertigzustellen, und hat dabei ihr ursprüngliches Konzept vollkommen über den Haufen geworfen.

Zur ersten Korrektur hatte sie das Manuskript einer guten Freundin gegeben mit der Bitte, nicht zu hart mit ihr in die Kritik zu gehen. „Das war aufregend, immerhin habe ich sozusagen mein Baby aus der Hand gegeben“, lacht Lena. Aber wie jede Mutter muss auch ein Autor loslassen und das „Baby“ in die weite Welt hinauslassen. An rund 30 Verlage hat die 21-Jährige ihr Manuskript geschickt. Mit der ersten Antwort kam die Ernüchterung: „So eine Absage schwarz auf weiß zu sehen, ist echt demotivierend.“ Doch schlussendlich wurde die junge Autorin überrascht, als ihr drei Verlage anboten, ihr Erstlingswerk zu drucken.

Hommage an den Ruhrpott

Der Roman ist nicht nur eine Geschichte über die Suche nach der großen Liebe, sondern auch eine Hommage an den Ruhrpott, insbesondere an Hagen und Dortmund. „Der Ruhrpott hatte für mich schon immer was Magisches“, verrät Lena, die selbst im Sauerland aufgewachsen ist. Ihre Mutter kommt aus Dortmund und hat Lena und ihren zwei älteren Schwestern immer wieder gesagt, dass eine gewisse Magie vor allem von den Menschen ausgeht. „Die Stadt liegt mir sehr am Herzen, da stecken viele Erinnerungen drin.“ Doch wohnen könne sie dort nicht, weswegen es sie vor gut einem Jahr nach Hagen verschlagen hat, wo es ihr sehr gefällt. Die Liebe zu beiden Städten taucht immer wieder in ihrem Roman auf.

Die Liebe – das ist auch das Thema von Lenas Erstlingswerk. Die Protagonistin Dana stolpert durch ihre Leben und trifft auf die unterschiedlichsten Charaktere in der Hoffnung, darunter ihre große Liebe zu finden. Begleitet wird sie dabei von ihrer besten Freundin Carmen, die ihr eine Online-Dating-Seite ans Herz legt. So sucht Dana im Internet, auf Parties, eigentlich wo immer sie ist nach mehr als nur einem schnellen Flirt. „Nur um dann am Ende festzustellen, dass das, was sie sucht, die ganze Zeit vor ihrer Nase war“, grinst Lena.

Inspiration in Zügen

Ihre Inspiration findet Lena Schätte in den alltäglichsten Situationen wie beispielsweise Zugfahrten. „Es ist immer ganz amüsant, den Gesprächen zuzuhören und die Leute zu beobachten. Da kann ich mir viele Notizen machen und lerne interessante Menschen kennen.“ Vor allem das „ICE-Publikum“ rede gerne und viel. Ob denn schon ein zweiter Roman in Arbeit sei? „Neben meiner Ausbildung zur Krankenschwester bleibt leider nicht viel Zeit, aber ich nutze jeden Freiraum, jeden Urlaub, um zu schreiben.“ Auf die Frage nach dem Inhalt des nächsten Werkes schmunzelt sie nur: „Das Thema ist mit mir erwachsener geworden.“

Wie würdest du dich in drei Sätzen zusammenfassen? Schwierige Frage, aber auch darauf weiß die wortgewandte 21-Jährige eine Antwort: „Ich bin speziell, würde ich sagen. Man muss mich erstmal näher kennenlernen, um mich sympathisch zu finden“, lacht sie. „Aber ich bin auch sehr fürsorglich, was sich im Beruf und im Leben widerspiegelt. Das kann zuweilen auch anstrengend sein. Und ich bin humorvoll. Es ist mir sehr wichtig, immer positiv zu sein und zu denken.“

Lena Schätte: Ruhrpottliebe (Marlon-Verlag) ist überall im Buchhandel sowie als E-Book erhältlich.