Runder Tisch Ende

Herdecke-Ende. Nach knapp einem Jahr intensiven Gesprächen und Beratungen in den Arbeitskreisen des Runden Tisches Ende zieht Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster ein sehr positives Zwischenfazit“. An dem Runden Tisch, zu dem die Bürgermeisterin erstmals im April 2010 eingeladen hat und der aus den vier Arbeitskreisen Schule, Jugend, Sport und Senioren besteht, haben insgesamt weit mehr als 60 Personen teilgenommen und die Interessen ihres Vereins, ihrer Organisation oder Schule vertreten. „Ein großes Lob für das außerordentliche Engagement aller Teilnehmer, das ist nicht selbstverständlich,“ so Strauss-Köster.

Zum Hintergrund

Die Schülerzahlen sinken dramatisch, so dass für das Schuljahr 2013/2014 keine Eingangsklasse für die Grundschule Kirchende mehr gebildet werden konnte. Der Rat fasste daraufhin mehrheitlich den Beschluss, die Grundschule Kirchende sozialverträglich auslaufen zu lassen. In vielen Gesprächen zwischen Bürgermeisterin, Schulamt, Schulaufsicht des EN-Kreises und der Schulvertretung wurde allseits zugesichert, dass die bestehenden Klassen zusammen bleiben und nicht getrennt werden. „An dieser Zusage hat sich auch nichts geändert, ich stehe selbstverständlich zu meinem Wort,“ so Dr. Katja Strauss-Köster.

Nach dem Auslaufen der Grundschule Kirchende soll die Grundschule im Dorf aus dem alten, sanierungsbedürftigen Gebäude in das wesentlich intaktere Gebäude 300 Meter weiter verlagert werden. Dadurch ergeben sich viele Fragen rund um den Umzug. Durch die intensiven Gespräche am Runden Tisch und die Arbeit der Fachleute aus der Verwaltung gibt es mittlerweile auf viele Fragen erste Antworten:

Der Arbeitskreis Sport ist sich einig, dass die Turnhalle der Grundschule im Dorf aus wirtschaftlichen Gründen nicht aufrecht erhalten werden kann. Deshalb zielte die Diskussion bald in die Richtung, wie man die Turnhalle kompensieren kann. Aus dem Arbeitskreis kamen sehr viele gute Ideen, so dass die Turnhalle der Grundschule im Dorf nun bereits nach und nach vom TuS Ende als Hauptnutzer freigezogen wurde. Insbesondere die Umwandlung des früheren Kraftraums in der Sporthalle Kirchende in einen Gymnastik- und Tanzraum hat bereits für einige Entlastung gesorgt.

Senioren

Das Begegnungszentrum ist kürzlich abgerissen worden. Damit wurde ein Ratsbeschluss aus dem Jahr 2007 umgesetzt. Seit dem 1. Februar ist die Altenarbeit übergangsweise im Urbanhaus der Katholischen Kirchengemeinde untergebracht. Die Tanzgruppe trifft sich montags im Saal des GVS-Altenzentrums in Ende. Die neue Begegnungsstätte wird derzeit errichtet. Auf ziemlich genau 100 Quadratmetern entsteht ein neuer und moderner Treffpunkt der Ender Senioren. Die Unterteilung des Raumes ist mittels mobiler Schiebewände problemlos möglich. Zudem bekommt die Begegnungsstätte eine Terrasse. Die Fertigstellung ist für April 2012 geplant.

Schule

Das sozialverträgliche Auslaufen der Grundschule Kirchende ist vom Rat der Stadt beschlossen. Der Umzug in das modernere Gebäude erscheint sinnvoll. In enger Abstimmung zwischen Schule, Schulamt und dem städtischen Gebäudemanagement ist ein Entwurf für eine Ertüchtigung des Schulgebäudes entstanden. Im Erdgeschoss, der Haupteingangsebene, soll das Schulleben stattfinden. Hier ist rund um die neu geplante Aula die Anordnung der insgesamt sechs Klassenräume geplant. Im Untergeschoss soll die Halb- und Ganztagsbetreuung sowie die Musikalische Früherziehung untergebracht werden. Das Dachgeschoss könnte nach Umbau dann überwiegend durch die Schulverwaltung genutzt werden.

Das bestehende Dach müsste abgebrochen und als Pultdach neu ausgebildet werden. Dadurch kann die komplette Fläche (circa 670 qm) genutzt werden. Die räumlich notwendige Erweiterung wird somit nahezu innerhalb der bestehenden Gebäudehülle angestrebt. Das letzte Wort hat der Rat.

Jugend

Kürzlich wurde eine Befragung der Herdecker Schüler an den weiterführenden Schulen durchgeführt. Ziel war es, Aussagen über das Freizeitverhalten zu erhalten, um so ein auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen zugeschnittenes Angebot machen zu können. Insgesamt sind knapp 700 Fragebögen ausgewertet worden. Mit diesen Erkenntnissen hat sich im weiteren Verlauf eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Fachleuten des Jugendamtes, beschäftigt.

Die Schüler wünschen sich ein differenziertes Angebot für Kinder und Jugendliche. Die Jugendlichen bevorzugen zum Beispiel eine Art Jugendcafé, wo man unter sich sein kann. In Ende könnte sich das Angebot für Kinder und Jugendliche an den zukünftigen Standort der Grundschule im Dorf andocken. Eine enge Verzahnung zwischen Schule, Ganztagsbetreuung und der offenen Kinder- und Jugendarbeit wurde von den Beteiligten als vorteilhaft eingeschätzt.

Eine weitere wichtige Erkenntnis aus der Fragebogenaktion ist, dass aktuell der überwiegende Teil der Besucher in den Häusern der offenen Tür Hauptschüler und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule sind. Realschüler und Gymnasiasten nehmen das Angebot kaum an. Als Gründe gaben diese an, dass sie das Angebot einfach nicht ansprechen würde. Hier könnte ein möglicher Ansatz sein, über Trendsportarten beide Zielgruppen zu erreichen.