Saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit

Agentur fuer Arbeit _c Dr. Klaus-Uwe Gerhardt atpixelio.de
Agentur für Arbeit (Symbolbild)

Hagen. Der Jahreswechsel brachte die erwartete Verschlechterung der Arbeitsmarktlage: Im Januar stieg die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt Hagen um 371 auf 9535. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,4 Punkte auf jetzt 9,5 Prozent.

Vor zwölf Monaten lag sie noch bei 9,8 Prozent. „Da nach wie vor zahlreiche Arbeitsverhältnisse zum Jahresende gekündigt werden oder entsprechend befristet sind, ist der Anstieg der Erwerbslosenzahl im Januar immer der höchste im ganzen Jahr. Damit ist der deutliche Anstieg der Erwerbslosenzahl natürlich nicht überraschend. Insgesamt liegen wir aber trotzdem um mehr als 200 unter der Vorjahresarbeitslosigkeit“, so Maren Lewerenz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen, „Ungeachtet der saisonalen Faktoren ist das konjunkturelle Umfeld noch intakt. Auf der Grundlage des überdurchschnittlichen Rückgangs der Arbeitslosigkeit im letzten Jahr haben wir selbst nach dem erwartet deutlichen Anstieg zum Jahresanfang eine Quote von unter zehn Prozent. Das war in Hagen nicht immer so.“

Die Zunahme verteilte sich auf beide Rechtskreise in absoluten Zahlen wie folgt: 2364 waren Kunden der Arbeitsagentur (222 oder 10,4 Prozent mehr als im Vormonat), und 7171 wurden durch das Jobcenter Hagen betreut (149 oder 2,1 Prozent mehr).
Bei den prozentualen Veränderungen wird deutlich, dass Kunden der Arbeitslosenversicherung von steigender Arbeitslosigkeit relativ stärker betroffen sind als erwerbsfähige Hilfebedürftige.

Der saisonale Anstieg betraf alle Zielgruppen. Dabei stieg die Zahl der jüngeren Erwerbslosen unter 25 Jahren um 4,8 Prozent oder absolut um 40 auf 879, die der älteren (über 50 Jahren) um 4,3 Prozent oder 125 auf 3028.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen erhöhte sich im Januar um 1,4 Prozent oder 57 auf 4151. Eine Verbesserung gerade in diesem Bereich wird mit dem neuen Teilhabechancengesetz im Jahr 2019 ein Schwerpunkt der arbeitsmarktpolitischen Aktivitäten der Agentur für Arbeit und des Jobcenters sein.

Kräftenachfrage abgeschwächt

Genau 264 Stellenofferten gab es im Januar in der Volmestadt, damit 65 weniger als im Dezember und 144 weniger als vor einem Jahr. Im Bestand der Arbeitsagentur Hagen befinden sich 2455 Stellen zur Besetzung. Vor zwölf Monaten waren es 30 weniger gewesen. Die Beschäftigungschancen für Arbeitslose sind trotz der Jahreszeit allgemein nicht wesentlich schlechter geworden, natürlich sehr abhängig vom jeweiligen Beruf.

Den größten Bedarf hatten erneut Leiharbeitsunternehmen (84 gemeldete Stellen) und das Gesundheitswesen (39). Nach dem für die Kräftenachfrage zuletzt wenig belebenden Weihnachtsgeschäft wurden im Handel 20 Vakanzen gemeldet.
Bei der Kurzarbeit hat es auch im neuen Jahr keine beunruhigende Entwicklung gegeben. Die Eingänge bei den Anzeigen über Arbeitsausfälle bei Hagener Unternehmen und auch bei den Abrechnungslisten für Kurzarbeitergeld waren für die Jahreszeit gering.

Gesamteinschätzung für die Zukunft

Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosenzahl fällt flacher aus als in den meisten Jahren.
Eine über den saisonal typischen Effekt hinausgehende ungünstige Entwicklung ist für den heimischen Arbeitsmarkt derzeit nicht erkennbar. Der mittelfristige konjunkturelle Trend bleibt intakt. Viele Unternehmen sind weiterhin zuversichtlich.
Der Februar könnte nach allen Erfahrungen aus saisonalen Gründen nochmals leicht steigende Erwerbslosenzahlen in Hagen bringen. Das muss aber nicht so sein: Im Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit bereits nach dem Januar wieder.

Anzeige