Sascha Miskovic: Tausende Fans in wenigen Tagen

Von Jan Eckhoff

Hagen. Was der nur weniger als zehn Minuten dauernde Auftritt des Hageners Sascha Miskovic in der Fernsehsendung „Supertalent“ am 22. Oktober 2011 für Auswirkungen haben würde, hätte sich wohl niemand auch nur in den kühnsten Träumen ausdenken können…

Fast unmittelbar nach Ausstrahlung wurden von begeisterten Zuschauern alleine über die Internetplattform „Facebook“ 30 Miskovic-Fanseiten angelegt, auf denen binnen weniger Tage einige Tausend begeisterte Zuschauer der RTL-Show den virtuellen Daumen gehoben und „gefällt mir“ geklickt hatten. Seit drei Wochen quillt das E-Mail-Postfach des 35-Jährigen nun schon von einem nicht abreißenden Strom begeisterter Zuschriften über.

Sobald er sich bei „Facebook“ anmeldet, wird er mit Direktnachrichten überhäuft, ja sogar klassische Briefpost erhält er von Fans aus ganz Deutschland. Und auch auf offener Straße wurde Miskovic nun schon mehrfach angesprochen und um Autogramme gebeten.

Sascha Miskovic (vorne) tritt im Fernsehen zwar als Solokünstler an, hauptsächlich ist er musikalisch jedoch als Frontmann der Hagener Band „Kendis“ aktiv. (Foto: Simone Greven)

Auch „Kendis“ profitiert

Besonders freut ihn jedoch, dass die Begeisterung der durch den Fernsehauftritt neugewonnen Fans sich nicht nur auf die von ihm in der Sendung gespielte Klavierversion des Songs „The Kill“ der amerikanischen Band „30 Seconds to Mars“ beschränkt, sondern sich mittlerweile auch auf seine musikalische Hauptbeschäftigung, die Hagener Rockband „Kendis“, erstreckt. Denn mit seiner eigenen Musik den Lebensunterhalt zu bestreiten, das ist das große Ziel von Miskovic.

Seit fast 20 Jahren spielt er bereits in verschiedenen Bands und konnte es Mitte der 90er-Jahre mit „Candy Factory“ in unserer Region zu immerhin regionaler und einige Jahre später dann mit „Black Milk“ sogar zu bundesweiter Beachtung und Konzerttourneen bis nach Österreich bringen – der wirkliche Durchbruch blieb allerdings bislang aus.

„Mein Auftritt beim Supertalent hat uns jetzt schon ungeahnte Türen geöffnet und Verbindungen geschaffen“, stellt Miskovic fest. „Kendis hatten sogar eine Anfrage eines brasilianischen Radiosenders!“ Und auch wenn er im Fernsehen als Solokünstler zu sehen ist, will Sascha Miskovic selbst bei weiteren erfolgreichen Runden des Wettbewerbs weiterhin in erster Linie mit seinen Hagener Bandkollegen musizieren: „Uns verbindet eine tiefe Freundschaft und wir liegen absolut auf einer Wellenlänge, das ist in der Musikbranche nicht selbstverständlich.“

Hagen treu bleiben

Die Frage, ob er wie so viele Hagener Bands und Musiker der letzten drei Jahrzehnte plant, bei weitergehendem Erfolg seiner Heimat den Rücken zuzukehren und sich eine neue musikalische Wirkungsstätte etwa in Berlin oder Hamburg zu suchen, verneint Miskovic vehement: „Ich bleibe Hagen treu! Hier gibt es eine unvergleichliche Musikszene, viele tolle Bands und von diesen selbstgeschaffene Strukturen, die auf Respekt und Zusammenhalt beruhen. Ich mag Hagen sehr gerne, und besonders unter den jungen Musiker herrscht eine äußerst positive Form von Lokalpatriotismus.“

Sascha Miskovic ist bereits seit 20 Jahren als Sänger aktiv, die Teilnahme am „Supertalent“ könnte ihm jetzt endlich zum „großen Durchbruch“ verhelfen. (Foto: Miriam Guigueno)

Auch wenn derzeit an Volme und Ennepe – ein Grund hierfür ist natürlich die klamme Situation der öffentlichen Kassen – für Nachwuchsbands deutlich schwierigere Bedingungen herrschen als noch vor einigen Jahren, glaubt Miskovic fest daran, dass sich dies in naher Zukunft wieder ändern wird. So ist es wohl auch ein positives Signal für ein neu erwachendes Bewusstsein der Wichtigkeit einer lebendigen Musikszene, dass Oberbürgermeister Jörg Dehm zu den ersten Gratulanten nach dem Erfolg beim „Supertalent“ gehörte.

Wann es weitergeht, ist ungewiss

Nach dem Auftritt am 22. Oktober stand für die aus Musiklegende Dieter Bohlen, TV-Moderation Sylvie van der Vaart und Tänzerin Motsi Mabuse bestehende RTL-Jury einwandfrei fest, dass Sascha Miskovic auch in der nächsten Runde der Sendung, den sogenannten „Liveshows“, dabei ist. Wann diese jedoch stattfinden und im Fernsehen zu sehen sein werden, weiß der Hagener selbst noch nicht: „Auch für mich bleibt es sehr spannend.“ Und wie seine weiteren Chancen stehen, ist ebenfalls ungewiss.

Bei den „Liveshows“ ist nämlich nicht mehr das Votum der Jury entscheidend, sondern es wird durch telefonische Abstimmungen des Fernsehpublikums bestimmt, wer in das Finale vorrücken darf. Der große Zuspruch nach seinem ersten Auftritt lässt Miskovic jedoch hoffen. „Und selbst wenn ich nicht weiterkommen sollte, die bis jetzt gemachten Erfahrungen waren sehr lehrreich und alleine die Möglichkeit, jetzt schon so viele Menschen über diesen Weg auf die Musik meiner Band Kendis aufmerksam zu machen, hat sich gelohnt.“

Rechtzeitig

Wann Miskovic seinen nächsten Auftritt beim „Supertalent“ hat, wird natürlich rechtzeitig über das Internet bekannt gegeben. Wir sind gespannt und werden uns dann sicher wie viele andere Hagener auch daumendrückend vor dem Fernseher wiederfinden. Und hoffen, dass dieser Auftritt dazu beiträgt, dass Hagen vielleicht bald wieder überregional als eine Stadt wahrgenommen wird, für die gute Popmusik ein noch immer wichtiges Aushängeschild ist.