Schafft Phoenix Hagen das „Meister-Triple“?

Die nächste Flugstunde ist angesagt für die Feuervögel: Nach den Albatrossen aus Berlin will man jetzt den Adlern aus Oldenburg die Flügel stutzen. Unser Foto zeigt Ole Wendt (l.), dem gegen Berlin 7 Punkte, 2 Assists und 2 Steals gelangen, im Hinspiel gegen den Oldenburger Jannik Freese. (Foto: Jörg Laube)
„Überflieger“ Larry Gordon war auch gegen Alba Berlin mit 19 Punkten, 5 Rebounds, 5 Assists und 1 Steal wieder ganz stark. (Foto: Jörg Laube)

Hagen. Wer hätte gedacht, dass sich die Hagener Heimspieltage gegen die Meister von heute und einst so positiv anlassen? Drei Partien binnen zwölf Tagen – und die ersten beiden gegen die Brose Baskets Bamberg (104:97) und gegen ALBA Berlin (94:87) hat Phoenix sensationell gewinnen können! Jetzt kommen die Baskets aus Oldenburg, das ist der Meister von 2009, nach Hagen. Das Nachholspiel, das ursprünglich für den 9. Januar 2013 terminiert war, beginnt am Freitag, 22. März 2013, um 19.30 Uhr in der Enervie-Arena am Ischeland

Die Oldenburger sind das Team der Stunde in der Beko-Basketball-Bundesliga! Während die anderen Top-Clubs – nicht zuletzt auch an der Volme – gerade verstärkt ins Schlingern geraten, sorgen die Baskets national und international für Furore. Der dritte Tabellenplatz täuscht dann auch: Oldenburg hat gleich vier Partien weniger ausgetragen als die zweitplatzierten Bayern und liegt nur vier Minuspunkte hinter Spitzenreiter Brose Baskets. Wenn ein Team die Bamberger in der Hauptrunde noch einholen kann, dann sind es die Oldenburger!

Routinierte Oldenburger

Einer für alle: Der Teamgeist wird bei Phoenix momentan ganz groß geschrieben. Die Chemie untereinander und mit dem Trainerstab scheint zu stimmen. So feierten die Spieler nach dem Sieg gegen Berlin ihren Headcoach Ingo Freyer überschwänglich. (Foto: Jörg Laube)

In der Euro-Challenge hatten die Baskets den ganz großen Coup für den gestrigen Dienstagsabend (nach Redaktionsschluss) geplant. Gegen die ukrainische Mannschaft von Khimik Yuzhne ging es im Entscheidungsspiel um den Einzug ins Endturnier „Final Four“, das im April ausgetragen wird. Der hohen internationalen Belastung ist es auch geschuldet, dass die Mannschaft von Trainer Sebastian Machwoski einige Ligaspiele hinten dran ist. Und da bietet sich das spielfreie Pokalwochenende („Beko BBL Top Four“ am 23. und 24. März in Berlin) geradezu an, um die Tabelle zu begradigen.

Für Oldenburg gilt – und vielleicht sogar mehr als für jedes andere Team der Liga: Diese Spieler kennt man! Routine ist der zweite Vorname der meisten Akteure. Mit Top-Scorer Julius Jenkins (aus Bamberg), Chris Kramer (aus Würzburg) und Dru Joyce (aus Trier) stellten sich die Baskets einen Backcourt zusammen, der einfach passt: Erfahrung, Führungsqualität und die unterschiedlichen Stärken vom Scorer Jenkins über den Allrounder Kramer bis zum Spielgestalter Joyce zeichnen das Trio aus. Chris Kramer kämpfte zuletzt allerdings mit einer Zerrung und musste beim beeindruckenden 89:64 in Tübingen am Samstag passen.

Was Bayern kann, kann Phoenix schon lange: Patrick Owomoyela und Sebastian Kehl, beide bekanntlich Bundesliga-Fußballer des deutschen Meisters Borussia Dortmund, zeigten sich am vergangenen Sonntag begeistert von Spiel und Stimmung in der Enervie- Arena. (Foto: Jörg Laube)

Hochkarätiges Spiel

Mit Center Adam Chubb und den Forwards Ronald Burrell sowie Rickey Paulding sind auch die weiteren Ausländerpositionen auffallend hochkarätig besetzt. Fällt einer dieser Spieler aus, steht Guard Mustafa Abdul-Hamid als Reservemann bereit. „Zudem haben die Baskets solide, gute deutsche Spieler“, sagt Phoenix-Coach Ingo Freyer. Neben Flügel Konrad Wysocki sind das die Center Robin Smeulders und Jannik Freese; hinzu kommt Forward Dominik Bahiense de Mello.

Phoenix Hagen sieht sich trotz stolzer 26:26 Punkte und Platz zehn noch nicht als gerettet an. Tatsächlich sind es ungeachtet der 13 Siege nur sechs Zähler, die Phoenix vom Vorletzten aus Frankfurt trennen. Acht Partien sind noch zu absolvieren. Und der unrhythmische Spielplan setzt sich nach dem Meister-Marathon fort. Es warten drei Auswärtsspiele in Braunschweig, Bonn und Trier. Drei der letzten vier Saisonspiele finden danach wieder in der Enervie-Arena statt.

Kabinen-Geflüster

Drei Fragen an Ingo Freyer

Sechs Punkte trennen den Tabellenachten vom -siebzehnten. Ist die Beko-BBL ausgeglichen wie nie?

Die Liga ist definitiv stärker geworden. Die Qualität in der Spitze und in der Breite ist gestiegen. Viele Teams sind auf einem ähnlichen Niveau, darum ist es so eng. Oft entscheidet die Tagesform. Es ist kaum mehr möglich, den Ausgang von Spielen vorauszusagen.

Wie schätzen Sie die EWE Baskets Oldenburg ein?

Sie sind zurzeit die beste Mannschaft der Beko-BBL. Die Oldenburger zeigen mehr Konstanz als die Konkurrenz. Auch im Europapokal sind sie gut dabei – und haben die Belastung bisher prima weggesteckt. Zudem ist ihnen das Verletzungspech weitgehend erspart geblieben.

Was zeichnet das Team aus?

Sie haben viel Erfahrung und – im Gegensatz zu fast allen anderen Teams – sechs gute Ausländer im Kader. Adam Chubb gefällt mir besonders gut, das war auch schon bei seinen vorherigen Stationen in Berlin und bei den Artland Dragons so. Routiniers wie Julius Jenkins und Rickey Paulding wissen einfach, wie es geht.