Schaufensterkrankheit? Reha-Angebot für PAVK

Reha-Angebot für PAVK
Gezielte Übungen, damit die Muskulatur mit Sauerstoff versorgt werden kann, sind für PAVK-Patienten sinnvoll. (Foto: (c) LSB NRW/ Andrea Bowinkelmann)

Hagen. Sie trösten sich mit der Tatsache, nicht mehr den Schwung des Jung-Seins zu haben und legen auf ihren Strecken öfters Pausen ein. Menschen mit einer peripheren artieriellen Verschlusskrankheit – kurz PAVK – bleiben beispielsweise vor jedem Schaufenster stehen, damit das Ausruhen nicht gleich jedem auffällt. Deshalb heißt PAVK im Volksmund auch Schaufensterkrankheit.

Arteriosklerose und die damit verbundenen Durchblutungsstörungen beginnen oft schleichend und verursachen lange Zeit keine Schmerzen. Aber erst, wenn die Durchblutung so weit eingeschränkt ist, dass die betroffenen Muskeln unter Sauerstoffmangel leiden, macht sich dies beim PAVK-Patienten durch mehr oder minder heftige, krampfartige Schmerzen in der Wade, aber auch im Fuß, Oberschenkel oder Gesäß bemerkbar.

Die Betroffenen nehmen die Schmerzen im Anfangsstadium oft nicht ernst. Nicht einmal die Hälfte der über 65-Jährigen mit gelegentlichen Beschwerden gehen zum Arzt. Dabei ist es wichtig, bereits bei den ersten Anzeichen alles zu tun, um das Fortschreiten der Erkrankung zu vermeiden.

Bewegung wichtig

Ein ganz wichtiger Schutzfaktor ist mehr Bewegung. Im frühen PAVK-Stadium bilden Gehtraining und spezielle Gymnastik die Grundlage der Behandlung. Regelmäßiges Training von täglich 30 bis 40 Minuten hat sich hier als äußerst wirksam erwiesen. Es führt unter anderem zur Bildung neuer Blutgefäße, die einen verstopften Gefäßabschnitt umgehen und die Muskulatur wieder mit Sauerstoff versorgen können. Die Schmerzen nehmen ab, die schmerzfreie Gehstrecke wird oft erheblich verlängert.

Risiko ausschalten

Die Mitarbeit des PAVK-Patienten ist allerdings gefragt. Eine fortgeschrittene Arteriosklerose ist nicht rückgängig zu machen. Man kann das Fortschreiten aber verlangsamen und unter Umständen sogar stoppen. Zunächst einmal müssen die Risikofaktoren ausgeschaltet werden, d.h. auf das Rauchen verzichten, Cholesterin- und Blutzuckerwerte optimal einstellen und Gewicht reduzieren. Gefäßpatienten sollten regelmäßig Blutdruck, Blutzucker, Fett- und Harnsäurewerte kontrollieren lassen und ihre Medikamente zuverlässig einnehmen.
Reha-Sport im Verein

In Hagen gibt es speziell für PAVK ein Reha-Angebot: Der TSV Berge-Westerbauer will immer montags von 16.30 bis 17.15 Uhr im BiB-Center an der Vollbrinkstraße 3 mit gezielten Sport-Übungen zu einer besseren Lebensqualität der Betroffenen beitragen.
Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Reha-Verordnung sowie die Anmeldung bei BiB-Abteilungsleiterin Eveline Lausch unter Tel. 02331 / 4849721. Hier gibt es auch weitere Informationen.