Schlaue Köpfe fördern Integration: Cuno-Schüler entwickeln App

[1/2] Nach außen geben sich die Schülerinnen und Schüler gerne mal betont cool. Doch sie haben jetzt etwas entwickelt

[1/2] Nach außen geben sich die Schülerinnen und Schüler gerne mal betont cool. Doch sie haben jetzt etwas entwickelt, das einem das Herz wärmt … (Foto: Cuno-Kolleg I) [2/2] … Kürzlich präsentierten sie den „Cuno1-Kompass“, eine Handy-App für Menschen

Hagen. (Red./as) Wochenlang haben sie getüftelt. Mit Erfolg. Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufenklasse der Höheren Berufsfachschule (HB16IB) am Cuno-Berufskolleg I haben ihre mit Spannung erwartete und selbst entwickelte Handy-App „Cuno1-Kompass“ vorgestellt. Die App soll Mitschülern in den Internationalen Förderklassen, aber auch allen anderen jungen Leuten, die „frisch“ an die Schule kommen, eine schnelle und einfache Orientierung in ihrer neuen Stadt und ihrer neuen Schule geben. Daher der Name: Cuno1-Kompass.
Die App kann natürlich nicht das vollständige Leben in Hagen abbilden. Aber die wichtigsten Themen: „Behörden und meine Schule“ nennt sich ein Kapitel, „Essen und Trinken“ ein anderes. Außerdem geht es um „Freizeit“, „Sehenswürdigkeiten“ und „Sport“.
Um nicht an der Zielgruppe vorbei zu entwickeln, wurden die Schülerinnen und Schüler der aktuellen „Internationalen Förderklasse“ befragt, welche Inhalte in die jeweiligen Kapitel hineingehören und was hilfreich für eine Orientierung in der Schule und in der Stadt ist.
Die App versucht mit Hilfe einer intuitiven Menüstruktur mit möglichst wenig Text auszukommen, um somit sprachliche Barrieren ziemlich niedrig zu halten.
Dass dieser hohe Aufwand sich gelohnt hat, konnten alle Beteiligten bei der feierlichen Weltpremiere der App sehen. Nach einem Grußwort von Schulleiter Thomas Luig und einem einführenden Kurzvortrag durch projektbeteiligte Schüler wurden auf eigens angeschafften Tablets die einzelnen Kapitel und deren Entwicklung vorgestellt. Die Anwesenden konnten sich somit selbst ein Bild von den gelungenen Konzepten und Ideen machen und waren durchweg begeistert von dem, was in der App präsentiert wurde.
Die Schule wollte zeigen, wo heute Talente zu finden sind und wie Nachwuchsförderung dank gezielter Bildungsangebote gelingen kann. Dieses Ziel wurde mehr als erreicht.
Eine Stunde lang nahmen sich die Schülerinnen und Schüler Zeit, ihre Erfindung im festlichen Rahmen zu präsentieren. Das Fazit aller Beteiligten ist eindeutig: Der hohe Aufwand war und ist gerechtfertigt, wenn Talente gefördert werden sollen. Denn guter Unterricht kann sehr wohl handlungs­orientiert und praxisnah sein – eben ein gelungenes Beispiel dafür, wie man Theorie in die Praxis umsetzen kann.
Hier noch ein paar Daten für alle, die mehr wissen wollen: Die Schülerinnen und Schüler haben für das Projekt und die Entwicklung dieser App etwa sechs Monate lang jeweils 90 Minuten in der Woche Zeit gehabt.
Und sonst?
Die App wird auf Android basierten Mobilfunkgeräten online und offline nutzbar sein. Die App wurde mit dem „MIT App Inventor“ programmiert und ist mit Hilfe der Lernkarten der gemeinnützigen Lernplattform APPCAMPS entwickelt worden. Die App ist über die Cuno-Seite und den Google-Play-Store als kostenfreier Download erhältlich.
Für die Programmierumgebung wurde dem Cuno-Berufskolleg I durch die Talentmetropole Ruhr ein Budget zur Verfügung gestellt, um sechs Tablets und das dazugehörige Zubehör anzuschaffen.