Schmerzhaftes Rheuma: Expertenrat am Wk-Lesertelefon

Hagen. Rheuma – schon in der Bedeutung des griechischen Wortes
stecken die Hauptbeschwerden: fließende, reißende, ziehende Schmerzen. Obwohl es
„das“ Rheuma als Erkrankung eigentlich gar nicht gibt. Vielmehr bezeichnet der
Begriff eine Gruppe vieler schmerzhafter Erkrankungen der Gelenke, Knochen,
Sehnen, Muskeln und Bänder.

Wie ein möglichst schmerzfreies Leben mit und trotz Rheuma möglich ist, dazu
informieren Expertinnen und Experten der Deutschen Rheuma-Liga anlässlich des
Welt-Rheuma-Tags 2016 an unserem Lesertelefon.
Unüberschaubar und unvorhersehbar
Wie viele Arten rheumatischer Erkrankungen es gibt, ist schwer zu sagen. Die
Angaben reichen von rund 100 bis zu etwa 400 unterschiedlichen Diagnosen.
Grundsätzlich nimmt die Medizin eine Einteilung in verschiedene Hauptgruppen
vor: Zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen zählen neben anderen die
rheumatoide Arthritis und der Morbus Bechterew, während die Arthrosen zu den
„degenerativen“ Formen gehören. Hinzu kommen Stoffwechselstörungen wie die
Gicht, die rheumatische Beschwerden verursachen sowie nicht-entzündliche
Erkrankungen mit Schmerzen im ganzen Körper wie das Fibromyalgie-Syndrom. Bei
den entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen, beispielsweise dem
systemischen Lupus erythematodes oder den Gefäßerkrankungen, sind auch innere
Organe oder die Haut betroffen.
Die unüberschaubare Vielfalt an möglichen Symptomen stellt hohe Anforderungen
an die Diagnostik, um eine wirksame Strategie für die Behandlung zu finden.
Allerdings ist Rheuma bis heute nicht heilbar – die Behandlung richtet sich
daher auf die Linderung der Symptome und gegen das weitere Fortschreiten der
Erkrankung. Zudem sind rheumatische Erkrankungen unberechenbar: Sie verlaufen
häufig in Schüben, verursachen mal mehr und mal weniger Schmerzen, können sich
überraschend verschlechtern oder unter bestimmten Medikamenten sogar zum
Stillstand kommen.
Schmerz als ständiger Begleiter
Die genauen Ursachen einer rheumatischen Erkrankung liegen noch immer im
Verborgenen. Fest steht jedoch: Vielen Formen liegt eine Störung des
Immunsystems zu Grunde. Bei der rheumatoiden Arthritis beispielsweise greift die
körpereigene Abwehr irrtümlich die Gelenkinnenhaut an. Diese wuchert und
zerstört Knorpel und Gelenkknochen. Die Folge sind zunehmende
entzündungsbedingte Schmerzen, Schwellungen und abnehmende Funktion der
betroffenen Gelenke. Bei sämtlichen Formen von Rheuma gilt: Meist machen
Schmerzen überhaupt erst auf die Erkrankung aufmerksam, obwohl sie
möglicherweise schon längere Zeit besteht. Doch der Schmerz ist nicht nur
Symptom, sondern auch ständiger Begleiter der Erkrankung. Nicht selten koppelt
er sich von seiner eigentlichen Ursache ab und wird zum chronischen Schmerz. In
allen Fällen kostet er die betroffenen Patienten einen großen Teil ihrer
Lebensqualität.
Therapie vor allem gegen die Schmerzen
Der Schmerztherapie kommt deshalb eine wesentliche Rolle bei der Behandlung
von Menschen mit Rheuma zu. Neben den Basismedikamenten, die langfristig in den
Krankheitsverlauf eingreifen und dauerhafte Krankheitsfolgen verlangsamen
können, gibt es schmerzlindernde Medikamente, von denen einige zusätzlich auch
Entzündungen bekämpfen – mit oder ohne Kortison. Hinzu kommen so genannte
Biologika, die das Immunsystem ganz gezielt beeinflussen. Neben ihrer
Wirksamkeit unterscheiden sich die medikamentösen Therapien auch in der Art und
Schwere der möglichen Nebenwirkungen. Im Kampf gegen den Schmerz können die
Patienten aber auch selbst einiges tun: indem sie in Bewegung bleiben, nicht
rauchen, Patientenschulungen in Anspruch nehmen und sich gesund ernähren.
Expertenrat am Lesertelefon
Welche therapeutischen Möglichkeiten stehen zur Behandlung meiner
Rheuma-Erkrankung zur Verfügung? Mit welchen Nebenwirkungen muss ich rechnen?
Was kann ich tun, um eine Chronifizierung der Schmerzen zu verhindern? Was
bewirken Naturheilverfahren? Kommen auch operative Verfahren zur Behandlung in
Betracht? Und wo bekomme ich vor Ort Unterstützung bei der Bewältigung meiner
Erkrankung?
Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt es bei den Expertinnen und
Experten am Lesertelefon anlässlich des Welt-Rheuma-Tags am Mittwoch,
12. Oktober, von 16. bis 19 Uhr
. Unter der Rufnummer 0800 /
5332211
(kostenlos aus dem Festnetz der Dt. Telekom) stehen Ihnen dann
zur Verfügung:

  • Prof. Dr. Erika Gromnica-Ihle; Fachärztin für Innere
    Medizin und Rheumatologie, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga
    Bundesverband
  • Dr. Joachim Peitz; Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin,
    Kinderrheumatologe und –endokrinologe, Asklepios Kinderklinik St. Augustin
  • Prof. Dr. Michael Hammer; Facharzt für Innere Medizin und
    Rheumatologie, Chefarzt der Klinik für Rheumatologie, St. Josef-Stift
    Sendenhorst
  • Dr. Stefan Ewerbeck; Facharzt für Innere Medizin und
    Rheumatologie, Chefarzt des Rheinischen Rheuma-Zentrum des St.
    Elisabeth-Hospitals, Meerbusch-Lank