Schmerzsymposium

Hagen. Tumore und mögliche nicht beeinflussbare Schmerzen sind eine Urangst des Menschen. Sie beeinflussen jeden in seiner Lebensqualität und fördern persönliche Entscheidungen und die öffentliche Debatte. Dies zeigte sich zuletzt eindrucksvoll in der Debatte und Entscheidung des Deutschen Bundestages zur Sterbehilfe. Das Hagener Schmerzsymposium am Samstag, 21. November 2015, ab 8.30 Uhr in der SIHK, Bahnhofstraße 18, unter der Leitung von Dr. Heribert Konder, Chefarzt der Schmerzklinik des Katholischen Krankenhauses Hagen, möchte aufzeigen, dass Tumorschmerzen in den allermeisten Fällen ausreichend und sicher in interdisziplinärer Zusammenarbeit behandelt werden können.

Plötzlich auftretender und anhaltender Schmerz bei 50 Prozent der Erkrankten ist das erste Symptom, das zur Abklärung und Diagnosestellung einer Tumorerkrankung führt. Bei fortschreitender Erkrankung sind 75 Prozent der Patienten davon betroffen. Noch 33 Prozent der erfolgreich behandelten Tumorpatienten leiden weiter unter Schmerzen.

Das Symposium gibt unter anderem Einblick in die Schmerzarten und die Schmerzentstehung von Tumoren.(Foto: KKH)
Das Symposium gibt unter anderem Einblick in die Schmerzarten und die Schmerzentstehung von Tumoren.(Foto: KKH)

Schmerzen behandeln

Dass eine Tumorerkrankung nicht das Ende des Weges bedeutet, möchte Dr. Lindemann, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie, in seinem Eröffnungsvortrag zu  Fortschritten und Perspektiven der Tumortherapie“ veranschaulichen. Dr. Walter Höltermann, Chefarzt aus Lingen, stellt die Schmerzarten und die Schmerzentstehung von Tumoren dar und Dr. Arne Hofeditz, Oberarzt der Schmerzklinik, berichtet über die sich daraus ergebenden Möglichkeiten der medikamentösen Schmerztherapie. Fluch und Segen der onkologischen Behandlung sind, dass sich dadurch auch behandlungsbedingte Schmerzen ergeben können. Über deren Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten berichtet Cordula Maciejewski, Oberärztin der Klinik für Hämatologie und Onkologie im St.-Marien-Hospital Hagen.

Ein eigener Vortragsblock widmet sich speziellen Verfahren der Tumorschmerzbehandlung. Über strahlentherapeutische Verfahren berichten Dr. Bernhard Schopohl, Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am AKH Hagen, und Dr. Peggy Fostitsch, Chefärztin der Nuklearmedizin am AKH Hagen, die spezielle nuklearmedizinische Behandlungsmöglichkeiten darstellt. Gelegentlich kann es notwendig sein, sogenannte interventionelle Verfahren wie Nervenverödungen durchzuführen, um den Schmerz medikamentös behandelbar zu machen.

Psychische Veränderungen

Besondere Bedeutung hat die Tumorschmerztherapie bei geriatrischen Patienten, die häufig unter weiteren Erkrankungen leiden, die besonders berücksichtigt werden müssen.
Dass eine Tumorerkrankung und Tumorschmerzen nicht nur eine körperliche Ausprägung haben, darf in einer Gesamtbetrachtung des Patienten nicht übersehen werden. Dazu stellt der Psychologe Ferdinand Becherer, Leiter des Bereichs psychologische Schmerztherapie der Schmerzklinik, die Besonderheiten psychischer Veränderungen und die Behandlungsmöglichkeiten anschaulich dar.

Für die Gesamtbehandlung von Tumorpatienten hat die Palliativmedizin eine zentrale Bedeutung. So werden Ute Queckenstedt, Fachärztin für Innere Medizin und Palliativmedizin, und Barbara Scheibe, Fachkrankenschwester für Palliativmedizin, die Unterschiede von Schmerzmedizin und Palliativmedizin aufzeigen. Zusätzlich berichten sie über Funktion und Zusammenarbeit des palliativmedizinischen Konsiliardienstes für Hagen, Herdecke und Wetter.

Das Hagener Schmerzsymposium richtet sich an alle medizinischen Berufe, Betroffene und interessierte Bürger. Es wird von einer Industrieausstellung begleitet. Der Eintritt ist kostenfrei.