Schreckensfund im Stadtgarten

Hagen. (anna) Es war am letzten Sonntag. Spaziergänger entdeckten im Stadtgarten die zerfetzten Überreste eines toten Hundes und waren in heller Aufregung. Nachdem die informierte Polizei das Tier durch das Ordnungsamt entfernen ließ, lief das Telefon beim Tierschutzverein heiß und die Gerüchteküche kochte: Im Volkspark sei ein Hund regelrecht massakriert worden, hieß es. Die Kehle habe man ihm durchgeschnitten, die Gedärme entfernt und ihm sogar das Fell abgezogen. Das ausgeweidete Tier sei auf bestialische Art getötet worden…

Einige Tierschützer waren entsetzt und wollten sofort eine Belohnung für die Ergreifung des schrecklichen Untäters aussetzen. Erst Amtstierarzt Wolfram Bell brachte Licht ins Dunkel.

Denn nachdem die tiefgekühlte Leiche des Tieres aufgetaut war, stellte der Veterinär fest, dass es sich bei dem „Fundhund“ um eine französische Bulldogge hohen Alters handelte, die allem Anschein nach eines natürlichen Todes gestorben war. Ihr Zahn- und Gaumenbefund, so der Tierarzt, bezeuge eindeutig das hohe Alter. Weil Bell keine Zeichen von Gewalteinwirkung durch den Menschen feststellen konnte, muss davon ausgegangen werden, dass der Hund an Altersschwäche eingegangen und von seinem Besitzer verbotenerweise und unsachgemäß im Stadtgarten verscharrt worden war. Aasfresser hatten offensichtlich die sterblichen Überreste ausgebuddelt und angefressen. So fehlte unter anderem auch eine Pfote.

Der grausige Fund, der viele Spaziergänger und Tierschützer in Angst und Schrecken versetzt hatte, hätte vermieden werden können, wenn das tote Tier sachgemäß entsorgt oder beerdigt worden wäre.

Sachgemäße Entsorgung

Ein Hund, der nach dem Einschläfern beim Tierarzt verbleibt, wird der Tierkörperverwertung zugeführt. Das ist nicht schlimm, da es dem Hund natürlich keine Schmerzen mehr zufügt und viele Menschen ihres geliebten Tieres auch gedenken können, ohne einen Grabstein oder eine Urne zu haben. Trotzdem schrecken die meisten Menschen bei dem Gedanken die Tierkörperverwertung zurück, und das ist verständlich, hat die Vorstellung doch wenig von einer friedvollen letzten Ruhestätte.

Hundebestattungen im Garten?

Viele Menschen finden es tröstlich, ihren Vierbeiner dort zu begraben, wo er gelebt hat und glücklich war. Haustiere wie Hunde, Katzen, Kleintiere und Vögel dürfen nach dem Tierkörperbeseitigungsgesetz im Garten begraben werden. Vorraussetzung dafür ist allerdings, dass das Tier nicht an einer meldepflichtigen Tierkrankheit gestorben ist. Zudem müssen einige Vorschriften beachtet werden. Der Garten darf nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen, er muss eingefriedet sein und zu öffentlichen Wegen und Plätzen muss ein Abstand von ein bis zwei Metern eingehalten werden. Das tote Tier sollte in ein leicht verrottendes Material – zum Beispiel eine Wolldecke – gewickelt und mit einer Erdschicht von mindestens 50 Zentimetern bedeckt werden.

Auf diese Weise kann das geliebte Tier in jedem Bundesland bestattet werden – außer in der Hansestadt Bremen. Aufgrund des hohen Grundwasserstandes und der hohen Siedlungsdichte dürfen dort nur Ziervögel und Kleinnager im Garten beerdigt werden.

Vergraben verboten

Generell ist also das Beerdigen der Haustiere im eigenen Garten möglich; auf öffentlichen Plätzen oder beispielsweise in einem Wald ist es jedoch strikt verboten. Halten sich die Besitzer nicht an die Bestimmungen, so drohen Bußgelder von bis zu 15.000 Euro, da es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt.

Verbrennen üblich

Grundsätzlich müssen alle toten Tiere zunächst in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt versorgt werden. Das gilt auch für Fundtiere wie beispielsweise verstorbene Kaninchen im Park oder eine herrenlose Katze, die man in seinem Vorgarten gefunden hat. Solche Tiere sollten den zuständigen Behörden gemeldet oder nach Rücksprache auch zum Tierarzt gebracht werden, damit die Tierkörper entsorgt werden können.

In diesen Tierkörperbeseitigungsanstalten werden die Körper der verstorbenen Haustiere verbrannt. Was am Ende übrig bleibt, ist Tiermehl und Tierfett. Früher wurde das Tiermehl verfüttert und das Tierfett in der kosmetischen Industrie weiterverarbeitet. Heutige Gesetze verbieten das. Die Asche wird bei so großer Hitze verbrannt, dass keinerlei Reste übrig bleiben. Besitzer sollten auf jeden Fall davon absehen, dass Tier selber zu verbrennen. Tierverbrennung ist nur im Krematorium möglich, die Asche kann dann in einer Urne mit nach Hause genommen werden.