Düsseldorf/Schwerte. (Red.) Ein 13-Jähriger als Sachverständiger zum Thema Cybermobbing: Das war für die Politiker im Landtag NRW am Mittwoch eine neue Erfahrung. Lukas Pohland hingegen, der sich in Schwerte trotz seiner Jugend als unabhängiger Jung-Journalist schon einen Namen gemacht hat, präsentierte sich in Düsseldorf so entspannt wie professionell und konnte sich auch über eine große Medienresonanz freuen.

Vorschläge mündeten in Antrag der Grünen

Der Schwerter Realschüler hatte sich aus eigener Erfahrung mit dem Thema Cybermobbing auseinandergesetzt und hielt es für dringend geboten, es ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Gemeinsam mit der Kölner Cyberpsychologin Catarina Katzer schrieb er deshalb im vergangenen Sommer einen offenen Brief an die schulpolitischen Sprecher und die Schulministerin Yvonne Gebauer.

Seine Vorschläge: feste Lehrplaneinheiten zum Thema Cybermobbing etwa in Fächern wie Politik oder Deutsch, Medienerziehung als Pflichtfach in NRW, möglichst mit Schülern und Eltern besetzte Gremien an Schulen und Jugendliche als „Medienscouts“, die Gleichaltrige im Umgang mit sozialen Medien coachen.

Ein Experte

Der Schwerter Realschüler Lukas Pohland (13) hat zum Thema „Cybermobbing“ viel zu sagen. Er wurde selbst zum Opfer digitaler Hassattacken. (Foto: Stefanie Lategahn)

Darauf wurde das Duo von Sigrid Beer, der schulpolitischen Sprecherin der Grünen, zu einem Gespräch eingeladen. Im Dezember brachte die Fraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ dann einen entsprechenden Antrag auf den Weg. Dabei haben sie den Schwerter Schüler als Experten eingeladen. „Das hat mich natürlich sehr gefreut“, berichtet Lukas Pohland.

Vom Opfer zum Helfer

Einst wurde Lukas selbst zum Opfer von digitalen Hassattacken: „Ich wurde damals auf übelste beschimpft, beleidigt und bedroht“, erinnert sich der Realschüler. Begonnen hatte der Terror vor rund einem Jahr: „Ich hatte einer Mitschülerin geholfen und wurde dann selbst zur Zielscheibe.“

Er selbst fühlte sich hilflos: „Ich habe einfach nicht die Hilfe von der Schule bekommen, die ich erwartet hätte. Es gab seitens der Schule Versprechungen, etwas gegen die Täter zu tun, das geschah allerdings nie“, sagt der 13-Jährige. Dass das kein Einzelfall war, hat er schnell bemerkt und gründete die „Cybermobbing-Hilfe“, eine telefonische Beratung von Jugendlichen für Kinder und Jugendliche.

Hotline

Unter Tel. 02304 / 3389915 berät Lukas Pohland gemeinsam mit jugendlichen Helfern von Cybermobbing betroffene Kinder und Jugendliche. Die Hotline ist mittwochs von 15 bis 17 Uhr erreichbar.