Schumachers Erlebnisse

Hagen. (Red./lz) Unzählige Reisen führten den begehrten Maler Emil Schumacher von Europa nach Nord- und Südamerika und bis nach Asien. Die Reisen um die Welt blieben selten ohne Folgen sowohl für den Künstler als auch für sein Werk. Einen besonders auffallenden künstlerischen Niederschlag jedoch hinterließen die Reisen Schumachers in den Orient, nach Nordafrika und in den Irak.

Das Emil-Schumacher-Museum zeigt seine Werke, die durch seine Reisen inspiriert wurden und teilweise sogar – für den Künstler relativ untypisch – auf Reisen entstanden.

Eine Reise zum künstlerischen Ursprung

Zwischen 1958 und 1988 bereiste Emil Schumacher immer wieder die orientalischen Länder Marokko, Tunesien und am Ende auch den Irak.
Über hundert Werke entstanden in dieser Zeit, die nun in vier Räumen des Museums ausgestellt werden.

Neben seinen Gemälden werden außerdem private Souvenirs des Künstlers sowie private Fotoaufnahmen der Landschaften und Orte gezeigt, die Schumacher, teils allein, teils mit seiner Familie zusammen, bereiste. Er besuchte auf seinen Reisen archäologische Stätten wie Assur, Uruk oder das vom IS großflächig zerstörte Hatra.

„Besonders in dieser Zeit fanden wir es passend, den Bildern, die Schumachers Assoziationen und Empfindungen dieser Orte widerspiegeln, einen Raum zu geben“, erzählt Museums-Leiter Rouven Lotz.

Einflüsse orientalischer Architektur

Von marokkanischen Moscheen inspiriert, führten die Reisen im Orient Schumacher immer wieder zurück zur Form des Bogens, die er in seinen Skizzen miteinbezieht. Seine Bilder scheinen oft formlos und dennoch arbeitet er mit Linien, die oft das Hauptelement seiner Arbeit sind.

Bei seiner dritten Reise nach Tunesien, auf der Insel Djerba, zeichnet er das erste Mal direkt vor Ort. In Marokko faszinieren ihn die runden Kuppeln der Marabus, aber ebenso die spitzen Dächer der Moscheen.

Im zweiten Raum der Ausstellung des Emil-Schumacher- Museums wird deutlich, dass sich auch die künstlerische Reise des Emil Schumacher weiter entwickelt. 1983 als seine Bilder in Marokko entstehen, verwendet der Künstler mehr und mehr Material, das er vor Ort findet. Stroh, Lehm – er nutzt, was ihm über den Weg „läuft“.

Längst zerstörte Städte

Besonders spannend ist auch die Reise in den mythenumwogenen Irak, bei dem ihn seine Frau und sein Sohn begleiteten. 1988 folgte er der Einladung in den Irak. Hier entstanden 24 Blätter.
Inmitten der Ruine von Hatra zeichnete er, was sein Auge faszinierte. Die Kulturstätte wurde 2015 vom IS zerstört. Bilder, die deshalb in Zeiten des Terrors einmalig werden.

Ausstellungstermine

Die „Reisebilder aus dem Orient“ sind noch bis zum 23. Oktober 2016 im Emil-Schumacher-Museum, Museumsplatz 1, zu bestaunen.

Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Die Kasse schließt immer eine halbe Stunde früher. Der Eintritt (Kombiticket mit Osthaus-Museum) kostet für Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 2 Euro. Familienkarten kosten 12 Euro, für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt kostenfrei.