Schwerhörig – was tun?

Hagen. (anna) Hören bedeutet nicht nur Geräusche und Töne aufzunehmen und zu verstehen. Es ermöglicht uns, unsere Umwelt vollständiger zu erfassen, uns zu orientieren, uns mit unseren Mitmenschen zu verständigen. Es gibt uns Sicherheit, es warnt oder beruhigt uns, es beeinflusst unser Denken und Fühlen entscheidend.

Verzerrt

Wer schlecht hört, fühlt sich oft gehemmt oder ausgeschlossen. Er nimmt akustische Signale nur mehr abgeschwächt, verändert oder teilweise gar nicht mehr wahr. Häufig kommt zu einer Schwerhörigkeit (medizinisch Hypakusis) auch eine Fehlhörigkeit (Dysakusis). Die Betroffenen verstehen nicht mehr richtig, was ihr Gesprächspartner sagt. Wörter und Sätze kommen verzerrt an.

Die Hörstörung kann angeboren sein oder sich durch äußere wie innere Einflüsse entwickeln. Je nach Ursache tritt sie plötzlich auf und geht wieder vorüber oder setzt schleichend ein, wird mit der Zeit stärker und zu einem dauerhaften Hörproblem. Betroffen sind ein Ohr oder beide Ohren. Die Art und die Form, wie Schwerhörigkeit sich äußert, geben zusammen mit anderen Begleitsymptomen schon Hinweise auf mögliche Auslöser.

Ist neben dem Hörorgan auch das Gleichgewichtsorgan im Innenohr mit betroffen, wie typischerweise bei der Menière-Krankheit, so leiden die Betroffenen nicht nur unter Schwerhörigkeit, sondern auch unter Schwindel und Ohrgeräuschen.

Jeder Fünfte

Nach einer repräsentativen Untersuchung hat bundesweit jeder Fünfte über 14 Jahren keine völlig normale Hörschwelle mehr. Naturgemäß steigt der Anteil der Schwerhörigkeit mit zunehmenden Alter. Aber auch junge Leute sind betroffen. Meist durch zu laute Discomusik ist das Gehör angegriffen. Durch die Hörminderung verschwinden zu erst hohe Töne und Gespräche mit Hintergrundgeräuschen strengen zunehmend an.

In der Veranstaltungsreihe Hagener Gesundheitsforum“ wird Prof. Dr. Armin Laubert – ärztlicher Direktor und Chefarzt der HNO-Klinik im St. Josefs-Hospital – am Mittwoch, 13. Juni, um 16 Uhr zu Ursachen, Diagnoseverfahren und Therapiemöglichkeiten einschließlich hörverbessernder Operationen berichten. Fragen sind im Anschluss erwünscht. Hörgerätebenutzern steht eine mobile Induktionsschleife zur Verfügung. Der Eintritt ist frei.