Scouts, Sprache und viel Spaß

Heideschulleiter Karlheinz Schäfers (r.), seine Stellvertreterin Elke Chlosta (3.v.l.), die Rotarier Wilfried Herbold (l.), Mechthild Eimermacher (Bildmitte, hinten) und Hartmut Eimermacher (2.v.l.) sowie einige der engagierten Scouts: Sie alle freuen sich, dass das Rotarier-Projekt zur Sprachförderung so guten Anklang findet. (Foto: Michael Eckhoff)

Hohenlimburg. (ME) „Was ist eigentlich ein Freilichtmuseum?“, wollte der zehnjährige Mustafa (Name von der Redaktion geändert) wissen. Seit Jahren sieht er überall in der Volmestadt die Hinweisschilder, doch einen Reim darauf vermochte er sich bislang nicht zu machen. Seine Eltern konnte er nie fragen, die stammen aus der Türkei und haben keine Ahnung, was sich im Mäckingerbachtal „verbirgt“.

Doch Mustafa hatte Glück. Sein Wissenshunger konnte unlängst gestillt werden – von einem „Sprach-Scout“, der seit einigen Wochen regelmäßig zu dem cleveren Hohenlimburger Jungen ins Haus kommt.

Kenntnis der Sprache

Eines der seit vielen Jahren ungelösten Sozialprobleme in Deutschland ist die Integration der Zuwanderer und ihrer Nachkommen. „Zu den Voraussetzungen einer erfolgreichen Integration gehört bekanntlich die Beherrschung der deutschen Sprache“, weiß der frühere Chefarzt des Allgemeinen Krankenhauses, Dr. Hartmut Eimermacher. Deshalb engagiert sich der Mediziner auch in einem beispielhaften Projekt seines Hagener Rotary-Clubs.

„Unser Club startete vor einem Jahr ein Vorhaben zur Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund, um deren Chancen für eine qualifizierte Ausbildung zu verbessern.“

Sprache verbindet

Mit diesem Projekt – Titel: „Sprache verbindet“ – helfen die hiesigen Rotarier momentan rund 20 Hagener Kindern aus Zuwandererfamilien hauptsächlich türkischer Herkunft, die deutsche Sprache besser zu beherrschen.

Dies geschieht mit Hilfe von so genannten Sprach-Scouts. Das sind Oberstufenschüler der Jahrgangsstufen 11 und 12. Die Scouts – mehrheitlich Mädchen – besuchen die vier- bis zehnjährigen Kinder zu Hause. Sie bringen vom Rotary-Club gestellte Spiele, Bücher oder Lernmaterialien mit und beschäftigen sich zwei Stunden pro Woche mit dem ihnen anvertrauten Kind. Obendrein können sie kostenlos die Stadtbücherei benutzen.

Paten helfen

Das Erlernen der deutschen Sprache geschieht dadurch fast nebenbei und macht Spaß. Jedem Scout ist ein Pate zugeordnet und dies ist in der Regel ein Mitglied des Hagener Rotary-Clubs.

Der Pate stellt den ersten Kontakt zur Familie des Kindes her, bespricht die Möglichkeiten der Schulung und greift bei Schwierigkeiten ein, um den Scout zu unterstützen.

Zur Vorbereitung auf ihre Aufgabe erhalten die Scouts drei Schulungen.

Mit Heideschule

Das Projekt läuft in enger Kooperation mit der Heideschule Hohenlimburg und der AWO.

Die stellvertretende Schulleiterin der Heideschule, Elke Chlosta, hat sich ins Thema in besonderer Weise eingearbeitet, stand bei der Auswahl der Oberstufenschüler von drei Hagener Gymnasien und bei der Auswahl von Lernmaterial immer und gern zur Verfügung.

„Sowohl die Heideschule Hohenlimburg als auch die AWO haben gute Erfahrungen mit dem Projekt ,Sprache verbindet‘ gemacht, „ stellt Schulleiter Karlheinz Schäfers fest. Die Lehrer der Elseyer Grundschule berichteten schon nach einigen Monaten über teils erhebliche Fortschritte bei den Kindern. „Positive Rückmeldungen kommen auch von den Eltern der Kinder“, freut sich Elke Chlosta.

Und Rotarier Dr. Wilfried Herbold, früherer Leiter der Hagener Agentur für Arbeit, ergänzt: „Das Projekt soll nach der Anlaufphase auch für weitere interessierte Schulen, Kindergärten und für zusätzliche Scouts geöffnet werden. Schließlich geht es hier um eine Investition in die Zukunft.“

Ansprechpartner ist – neben Dr. Hartmut Eimermacher vom Rotary-Club – insbesondere Elke Chlosta von der Heideschule Hohenlimburg, Telefon 0 23 34 / 4 24 40 bzw. www.heideschule-hohenlimburg.de.