Seepferdchen mit Dreieinhalb

Hagen. (san) Wasser ist sein Element – das steht für den kleinen Danyel seit diesen Sommerferien fest. Normal, klar! Welches Kind wird nicht magisch von Wasser angezogen, mögen die meisten Eltern entgegen halten. Aber der dreieinhalbjährige Sprössling aus Altenhagen hat keinen Monat gebraucht, um aus den Urlaubs-Plansch-Erfahrungen zum Seepferdchen-Abzeichen zu gelangen, und das ganz ohne Schwimmkurs!

Gerade einmal dreieinhalb Jahre alt ist der Altenhagener Danyel. In nur wenigen Wochen hat er sich das Seepferdchen erschwommen und trägt es nun mit Stolz auf seiner Badehose. (Foto: privat)

Schon „groß“

Der überaus stolze Papa Marco erzählt: „Im Juli waren wir in Garmisch-Partenkirchen im Urlaub. Im Haus der Ferienwohnungen gab es einen kleinen Swimmingpool. Hier waren wir zweimal täglich im Wasser.“ Schon nach einigen Malen wollte Danyel keine Schwimmflügel mehr tragen, er sagte: „Die sind für kleine Kinder, ich bin doch schon groß.“ Da war der Ehrgeiz in ihm geweckt, denn seine kleinere Schwester Marliz war auch immer mit im Wasser, aber natürlich mit Schwimmflügel. „Hier wollte er sich abheben und zeigen, dass er zu den Großen gehört,“ schmunzelt der Vater.

Nach dem Urlaub wollte Danyel jeden Tag schwimmen gehen, ins Westfalenbad, das er sein “Kindergartenschwimmbad“ nennt, weil es ganz in der Nähe des Kindergartens liegt. „An der Kasse im Westfalenbad dachten die Kassierer immer, dass wir beide ins Freizeitbad wollen und waren erstaunt, dass es aber ins Sportbad ging. Danyel ist 1,01 m groß, kann kaum über den Tresen schauen “.

Kleiner Taucher

Der wasserbegeisterte Junge freute sich sehr, wenn er Fortschritte machte, so beim Tauchen: „Mist!“ rief er, wenn es ihm nicht auf Anhieb gelang, den Ring aus immer tieferer Wassertiefe zu holen, dann tauchte er wieder ab und zeigte im nächsten Anlauf stolz den Ring. „Ich habe ihm hunderte mal erklärt, wie er die Arme und Beine bewegen soll, aber letztendlich hat er es zur Kenntnis genommen und selbst für sich herausbekommen wie Schwimmen funktioniert“, so Vater Marco Schröder.

Am vergangenen Sonntag nun hat er sich getraut vom Beckenrand ins Tiefe zu springen. Nur auf dem Startblock bekam er zunächst Angst. Doch gleich am nächsten Tag ging er gleich als erstes zum Startblock und sprang runter. „Er fand es cool, so dass er dann noch 20 oder 30 mal gesprungen ist“, so der Vater.

Dies sah der Bademeister von Weitem über seinen Monitor. Er kam zu dem trainierenden Vater-Sohn-Gespann und sagte, dass er sich dies mal aus der Nähe anschauen möchte und fragte, wie alt Danyel sei. „Als ich ihm sagte: dreieinhalb Jahre, war er begeistert. Dieses Lob vom Bademeister hat Danyel weiter angetrieben, noch mehr zu lernen.“

Als es dann im Herdecker Freibad Bleichstein am 14. August um das Seepferdchen ging – also Sprung ins Becken vom Beckenrand, 25 m Schwimmen und einen Gegenstand aus schulterhohem Wasser mit den Händen holen – war es ganz einfach ihn zu motivieren. „Schau mal Danyel, der Schwimmmeister schaut zu und will sehen, wie gut du schwimmen kannst.“

Kein Problem

Als er die 25 Meter geschafft hatte, gab es sehr viel Applaus von den zuschauenden Badegästen. Das Heraufholen des Ringes aus schultertiefen Wasser war für ihn dann nur noch ein Spiel. „Nachdem er es geschafft hatte, forderte er mich auf, nun auch das Seepferdchen zu machen. Also habe ich ihm den Gefallen getan. Jetzt ist es klasse, dass er sein Seepferdchen auf seiner Badehose trägt – und ich auch! Dazu haben wir beide natürlich die Urkunden erhalten“.

Danyels Leistung ist schon etwas Besonderes, mit dreieinhalb Jahren muss ein Kind noch nicht so weit sein. Aber doch ist sein Beispiel nachahmenswert, bedenkt man die Warnungen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) angesichts von mehr als 400 Ertrunkenen im vergangenen Jahr. Eindringlich plädiert die Gesellschaft für mehr Kinder-Schwimmkurse und warnt vor weiteren Bäderschließungen. Rund die Hälfte aller Viertklässler können beim Verlassen der Grundschule noch immer nicht sicher schwimmen, obwohl allerorts quer durch die Vereine und Einrichtungen Schwimmkurse angeboten werden. „Oft fehlt es aber an der familiären Unterstützung“, weiß man bei der DLRG. Dabei reicht die Anmeldung zu einem Schwimmkurs in der Regel, es muss ja nicht immer wie hier bei Marco und Danyel gleich der Exklusiv-Unterricht von Papa sein…