Sekundarschule in Hagen: Zahlen sind klar

In welche Richtung führt ihr Schulweg? Die heutigen Zweit- und Drittklässer in Hagen sollen nach Verlassen der Grundschule die Möglichkeit haben, eine Sekundarschule zu besuchen. (Foto: wk-Archiv)
In welche Richtung führt ihr Schulweg? Die heutigen Zweit- und Drittklässer in Hagen sollen nach Verlassen der Grundschule die Möglichkeit haben, eine Sekundarschule zu besuchen. (Foto: wk-Archiv)

Hagen. (san) Noch geht es für viele Viertklässler mit relativ entspannten Aussichten auf das kommende Schuljahr demnächst in die Sommerferien. Die weiterführende Schule ist ausgesucht, die Schulform allbekannt. Noch viel entspannter sieht es bei den Drittklässlern aus, deren Eltern noch bis in das kommende Frühjahr hinein Zeit haben, die richtige Schulform nach der Grundschule zu wählen. Für die hiesigen Politiker ist dies allerdings eine eher kurze Zeit, gilt es doch für das Schuljahr 2014/15 auf den abgefragten Elternwillen zur Errichtung von Sekundarschulen in der Volmestadt zu reagieren.

Denn – so wurden vor den vergangenen Osterferien die 3.300 befragten Zweit- und Drittklässler-Eltern seitens der Stadt informiert: „Die politischen Beschlüsse zur Gründung von Sekundarschulen sind für Sommer/ Herbst 2013 vorgesehen; dem schließt sich der Antrag auf Genehmigung bei der Bezirksregierung Arnsberg an. Eine Genehmigung durch die Bezirksregierung Arnsberg kann somit im Winter 2013/2014 erfolgen. Im Frühjahr 2014 wird dann das Anmeldeverfahren für die weiterführenden Schulen durchgeführt. Wird pro Standort die Anmeldezahl von mindestens 75 Schülerinnen und Schülern erreicht, kann schließlich zum Schuljahr 2014/15 der Unterricht an bis zu fünf neuen Sekundarschulen in Hagen beginnen.“

Starkes Elterninteresse

Die fast 80-prozentige Rücklaufquote der Fragebögen zeigt, dass die Eltern ein starkes Interesse an der Zukunft der Schulen in Hagen haben. Denn auch diejenigen Erziehenden, die sich weiterhin für die klassischen Haupt-, Real-, Gesamtschulen oder das Gymnasium entscheiden, gaben hier ihr Votum ab. Und die nun vorliegende detaillierte Auswertung der städtischen Befragung lässt erkennen, dass die Sekundarschule bei den betroffenen Jahrgängen durchaus gewollt ist. An allen fünf in Frage kommenden Standorten bevorzugen die Befragten eine Sekundarschule weit jenseits der Mindestschülerzahl von 75. Das sagt allerdings nichts über die kommenden tatsächlichen Anmeldezahlen aus, da sich die Werte auf zwei Schuljahre beziehen und sowohl die „Ganz bestimmt“- als auch die „Eher ja“-Antwortenden hier enthalten sind. Werden die Zahlen zugrunde gelegt, so gibt es in Haspe den größten Bedarf, ganz dicht gefolgt von Altenhagen und dem Bezirk Remberg/Mitte.

Konzeptwunsch klar

Was bei allen Unsicherheiten aber ganz klar mit der Auswertung zum Ausdruck kommt, ist die Tatsache, dass sich die Eltern aller 32 Grundschulen bis auf die Einrichtungen Liebfrauen und Karl-Ernst-Osthaus mehrheitlich für das sogenannte „teilintegrierte Konzept“ entschieden haben. Das entspricht einer Zusage zu 60 Prozent für das von der Mehrheit der Pädagogen generell favorisierte Unterrichtskonzept.

’Teilintegriert’ heißt: es wird in unterschiedlichen Niveaustufen unterrichtet. So wird jemand, der in Deutsch gut ist, aber in Mathematik Schwierigkeiten hat, in Deutsch auf höherem Niveau unterrichtet als in Mathematik. In der ’kooperativen’ Sekundarschule hingegen werden die Schüler nach den ersten beiden Klassen, in denen sie gemeinsam unterrichtet werden, in zwei Niveaustufen getrennt.

Die Umfrageergebnisse werden zur Zeit in den Fachgremien analysiert und es gilt nun, Eltern und Schülern in dieser Stadt nach dem „Appetit machen“ auf den notwendigen Umbau der Schullandschaft – sowohl aus bildungspolitischer Sicht wie auch im Hinblick auf die sinkenden Schülerzahlen – bald das „Fleisch“ folgen zu lassen.

Haspe sicher

Zumindest in der Hasper Bezirksvertretung ist man ganz sicher, das man an diesem Standort der Sekundarschule bedarf – die Zahlen sprechen für sich. Eine genauso klare Sprache sprechen diese aber auch hinsichtlich des Unterrichtsmodells: die Eltern aller fünf Hasper Grundschulen, die für die Sekundarschule eintraten, möchten mit einer Mehrheit von mindestens 59,5 Prozent (Geweke) bis maximal 78,1 Prozent (Hestert), dass ihre Kinder teilintegriert unterrichtet werden. So haben denn auch die Bezirkspolitiker auf ihrer jüngsten Sitzung mit Mehrheit die Verwaltung beauftragt, die teilintegrierte Sekundarschule in Haspe möglich zu machen.

Der auf Betreiben der CDU herbeigeführte politische Beschluss vom vergangenen Dezember, eine Hagener Sekundarschule in kooperativer Form einzurichten, dürfte zumindest für den bislang favorisierten Standort Haspe vom Tisch sein. Alles andere hieße, den Willen der Eltern mit Füßen zu treten…