Sexuell übertragbare Krankheiten: Ist was? Test machen!

Hagen. Welche Tests und welchen Schutz gibt es vor HIV,
Tripper, Syphilis, Chlamydien und Co.? In welchen Situationen kann ich mich
infizieren? Diese Fragen standen jüngst im Mittelpunkt einer großen
Wochenkurier-Telefonaktion. Hier sind die Antworten der Berater der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
Ich hatte am Wochenende Verkehr mit einer Zufallsbekanntschaft und
dabei kein Kondom benutzt. Muss ich mir wegen HIV Sorgen machen?


Grundsätzlich kann eine HIV-Infektion auch bei einem einzigen ungeschützten
Geschlechtsverkehr mit einem HIV-infizierten Partner zustande kommen. Ob Sie ein
Risiko hatten, können Sie klären, indem Sie den Partner fragen, ob er
HIV-positiv ist. Sicher ausschließen können Sie eine Infektion nur durch einen
HIV-Test. Sechs Wochen nach dem Risikokontakt können Sie mit einem
Antigen-Antikörpertest eine HIV-Diagnostik durchführen lassen und erfahren ein
paar Tage später das Ergebnis in einem Beratungsgespräch.

Gibt es bestimmte Symptome, die darauf hinweisen, dass man sich mit
HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten angesteckt hat?


Es gibt keinerlei spezifische Symptome, über die man zweifelsfrei auf eine
Ansteckung mit HIV schließen kann. Das lässt sich nur durch einen
HIV-Antikörper-Test feststellen. Da sich die Antikörper erst bilden müssen, kann
der Test erst sechs Wochen nach dem Risiko eine Infektion sicher
ausschließen.
Die übrigen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) hingegen, wie Gonorrhö
(Tripper), Syphilis, Trichomonaden, Hepatitis oder Chlamydien können mit
unterschiedlichen Krankheitszeichen einhergehen, zum Beispiel Ausfluss aus
Scheide, Penis oder Po, Brennen beim Wasserlassen, Juckreiz und
Hautveränderungen.

Kann man sich mit HIV anstecken, wenn man mit einem HIV-Positiven
zusammen wohnt?


HIV (Humanes Immundefekt Virus) gilt im Vergleich zu anderen
Krankheitserregern als schwer übertragbar. Eine HIV-Infektion ist hauptsächlich
möglich, wenn unverdünnte Körperflüssigkeiten – wie Samen, Scheidenflüssigkeit
und Blut –, die eine genügend große Menge HI-Viren enthalten, in die
Schleimhäute eines anderen Menschen eingerieben werden. Zu einer Übertragung von
HIV kommt es vor allem bei ungeschütztem Anal- und Vaginalverkehr und
gemeinsamer Benutzung von Spritzbestecken beim Drogenkonsum.

Sind Kondome ein sicherer Schutz gegen HIV?

Ja, – wenn das Kondom nicht platzt und durchgehend verwendet wurde. Kondome
sind zurzeit der absolut beste Schutz vor HIV.

Vor zwei Wochen bemerkte ich an den Schamlippen Bläschen. Die sind
aber wieder verschwunden. Könnte ich mich beim Sex angesteckt haben?


Bläschen, Warzen und Geschwüre können Anzeichen für die sexuell übertragbaren
Infektionen (STI) wie Herpes Genitalis, Feigwarzen und Syphilis sein. Diese
Hautveränderungen sind sehr ansteckend. Oft bilden sie sich nach ein paar Wochen
teilweise oder auch vollständig von allein zurück. Aber das ist keine Heilung.
Die Infektion ist nur im Körper „versteckt“ und kann sich nach einiger Zeit
durch Symptome wieder zeigen. Besprechen Sie das Problem mit Ihrem
Arzt.

Wie werden sexuell übertragbare Infektionen normalerweise
behandelt?


Die meisten sexuell übertragbaren Infektionen (STI) können über eine
medikamentöse Therapie geheilt werden. Bakterielle STI werden mit Antibiotika
behandelt. Die Behandlung von viralen STI ist wesentlich langwieriger. Bei
Hepatitis B dauert die Behandlung meist mehrere Monate oder sogar Jahre, bei
einer HIV-Infektion sogar lebenslang.

Die Frauenärztin meinte, ich sollte meine Tochter möglichst bald
gegen HPV impfen lassen. Aber sie ist erst zehn Jahre alt. Muss das wirklich
schon sein?


In Deutschland empfiehlt die „Ständige Impfkommission“ die HPV-Impfung für
alle Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Um einen optimalen Schutz zu
erreichen, sollten alle Teilimpfungen vor dem ersten Sex durchgeführt
werden.
Sie schützen vor einer Infektion mit den aggressiven, potentiell
krebsauslösenden HPV-Typen 16 und 18. Für Mädchen werden die Impfkosten durch
die Krankenkassen übernommen.