„Sicher zur Schule“ geht in die nächste Runde

Hagen. (hc) Die erfolgreiche Schulwegkampagne „Sicher zur Schule“ geht in die nächste Runde. Bei einem gemeinsamen Termin von Verkehrswacht, Polizei und Sponsoren verkündeten die Verantwortlichen am vergangenen Montag die Fortsetzung. Hauptbestandteil sind zwei Hefte zur Verkehrserziehung – je eins für Kinder und Eltern.

Viele Übungen

Das bunte Buch für Kinder mit vielen Zeichnungen beinhaltet praktische Übungen und richtet sich an Schulanfänger. Im Kindergarten sollen anhand dieser Übungen, die sowohl für Gruppen als auch für einzelne Kinder ausgelegt sind, verschiedene Situationen aus dem Verkehrsalltag erprobt werden. „Die Kinder müssen viele Fähigkeiten erst einmal entwickeln, um am Verkehr teilnehmen zu können. Dazu gehören Sehen, Hören und Entscheiden: Die Kinder müssen einen Schritt auf die Straße gehen, um sich überhaupt einen Überblick zu verschaffen. Dann müssen sie hören können, ob jemand wegen ihnen hupt oder angefahren kommt. Und dann müssen sie entscheiden, ob sie gehen oder stehen bleiben“, erklärte Susanne Niemczyk, Leiterin des Kindergartens an der Liebfrauenstraße.
Und wie sehr der Unterricht fruchtet, zeigten die für das Foto herbeigerufenen Kinder. Die Mädchen und Jungs sollten sich auf dem improvisierte Zebrastreifen im Übungsraum  für das Foto postieren, doch stattdessen gingen sie vorschriftsmäßig von „Bürgersteig“ zu „Bürgersteig“ – denn ein Anhalten auf der Straße ist nicht erlaubt.

Neuauflage gesichert

Die erste Auflage der beiden Hefte wurde bereits ab 2012 an die Kinder verteilt und dank der Stiftung der  Sparkasse Hagen steht einer zweiten Auflage nun nichts mehr im Weg: sie stellte 10.000 Euro für das Projekt zur Verfügung. So freute sich Helga Müller, Vorsitzende der Verkehrswacht Hagen, auch besonders über die Spende: „Ohne dieses Geld wäre eine Fortführung nicht möglich gewesen. Nun ist die Finanzierung für weitere drei Jahre gesichert.“
„Dieses Projekt passt hervorragend zu unserer Stiftungsphilosophie. Nicht nur, dass Kinder beteiligt sind, auch das Ehrenamt wird gestärkt“, erklärte Frank Walter, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hagen. „Wir sind nicht so vermessen zu behaupten, dass durch dieses Projekt Unfälle mit Kindern ganz vermieden werden. Aber es ist ein wichtiger Baustein der Verkehrserziehung“, erklärt er weiter.
Positiv äußerte sich auch Hagens Polizeipräsident Wolfgang Sprogies. Die Zahl der  im Straßenverkehr verletzten Kinder ist seit 2006 von 73 auf 33 gesunken. Dabei entstehen mehr als die Hälfte  der Unfälle, an denen Kinder beteiligt sind, nicht in der Schulzeit, sondern nachmittags zwischen 15 und 20 Uhr.

Auch für Eltern

Ein Merkmal des Projektes ist, dass es auch ein Heft für Eltern gibt. Denn diesen kommt bei der Verkehrserziehung eine besondere Rolle zu, für die sie wertvolle Tipps erhalten. Dazu gehört besonders der Appell, die Kinder möglichst nicht mit dem Auto zur Schule zu fahren, sondern gemeinsam mit dem Kind den Schulweg zu Fuß zu erkunden. Der Ratgeber für die Eltern soll die Erwachsenen schulen, als gute Vorbilder im Verkehrsalltag zu dienen.
Und wenn die Maßnahme bei allen Kindern so gut funktioniert wie an der Liebfrauenstraße, dann darf dieses Projekt schon jetzt als voller Erfolg bezeichnet werden. Hoffentlich wird es noch viele Jahre die jüngsten Hagener auf ihren ersten Wegen durch den Straßenverkehr begleiten.