Sicherer durch den Herbsturlaub

Hagen. (Red./th) Es ist der Albtraum jedes Urlaubers: Während man weit entfernt im „goldenen Oktober“ die Ferien genießt, wird das traute Heim in der nun beginnenden dunkleren Jahreszeit zur Zielscheibe von Einbrechern.

Der Schock und die Fragen, die dann durch den Kopf gehen, lassen nicht mehr viel Platz für Urlaubsgefühle. Was wurde gestohlen? Wie sind die Diebe ins Haus gekommen? Um dieses Horror-Szenario im Herbsturlaub zu vermeiden, hat die Hagener Polizei exklusiv für den Wochenkurier einige Tipps zusammengestellt, mit denen unsere Leser Einbrechern das Leben schwer machen können.

Natürlich sollten Sie zuerst einmal alle Türen verschließen. Wichtig ist dabei, die Haustür „richtig“, also mit zwei Umdrehungen des Schlüssels, abzuschließen, statt sie nur ins Schloss zu ziehen. Außerdem sollten auch alle Fenster, Balkon- und Terrassentüren verschlossen werden. Keller und Dachboden sollten am besten immer abgeriegelt sein.

Abwesenheit verschleiern

Vor einer Urlaubsfahrt sollten Sie Maßnahmen ergreifen, um alle Hinweise auf die eigene Abwesenheit möglichst zu vermeiden. Eine Vertrauensperson sollte ab und zu Präsenz zeigen, den Briefkasten regelmäßig leeren und bei längerer Abwesenheit auch den Rasen mähen. Tage- oder wochenlang heruntergelassene Rollläden sprechen genauso wie zugezogene Vorhänge ebenfalls für ein leeres Zuhause.

Mit den Nachbarn sollte vereinbart werden, gegenseitig ein Auge auf die Wohnung oder das Haus der jeweiligen Urlauber zu haben. Auf gar keinen Fall sollten Sie selbst über den Anrufbeantworter oder soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter verkünden, dass Sie für eine bestimmte Zeit nicht zu Hause sind.

Wenn Einbrecher trotz all dieser Vorkehrungen doch dahinter kommen, dass Sie im Urlaub sind, sollten Sie ihnen den Einstieg wenigstens schwierig gestalten: Schließen Sie Leitern, Gartenmöbel und andere Gegenstände, die sich als Aufstiegshilfen eignen, weg oder sichern Sie sie mit einer Kette.
Schwachstellen?

Technik hilft

Sind Ihnen Schwachstellen ihres Hauses bekannt, lassen Sie diese von entsprechenden Unternehmen fachgerecht mit Sicherungstechnik ausstatten. Diese Technik hält die Diebe zumindest eine Zeit lang auf. Die meisten Einbrecher geben bereits nach wenigen Minuten auf, wenn sie eine Barriere nicht schnell überwinden können. Deshalb bleiben auch generell über 40 Prozent der Taten im Versuch stecken. Eine Alarmanlage hilft zusätzlich, Diebe abzuschrecken, die Priorität liegt jedoch eindeutig im mechanischen Bereich.

Wenn Verbrecher trotz alledem in Ihre Wohnung oder Ihr Haus gelangen, sollten Sie vorbereitet sein. Lassen Sie Wertgegenstände nicht offen herumliegen. Verstecken Sie sie aber auch nicht in den üblichen Verstecken wie der Kaffeedose, der Matratze oder dem Wäscheschrank. Fertigen Sie zusätzlich eine Liste der Wertgegenstände an, in der Sie Hersteller, Typbezeichnung, Individualnummer und andere wichtige Merkmale notieren und am besten noch ein Foto hinzufügen. Besonders wertvolle Gegenstände können in einem Bankschließfach sicher verwahrt werden. Kopieren Sie Ausweise und andere wichtige Dokumente und bewahren Sie sie getrennt vom Original auf.

Sicherheit unterwegs

Auch unterwegs sollten Sie selbstverständlich auf Sicherheit achten. Wenn Sie mit dem Auto in den Urlaub fahren, lassen Sie das Gepäck niemals unbeaufsichtigt darin liegen und lassen Sie vor allem keine Wertgegenstände sichtbar im Innenraum liegen. Ein Auto ist kein Tresor. Auch bei kurzen Aufenthalten empfiehlt es sich, die Diebstahlsicherung des Autos anzuschalten. Außerdem schützen abschließbare Dachgepäckträger oder Gepäckboxen vor Diebstahl. In diesem Zusammenhang sollten allerdings auch einige Punkte berücksichtigt werden.

Bei einer Fahrt mit viel Gepäck und ungewohnten Gegenständen wie Dachgepäckträgern wandert der Schwerpunkt des Fahrzeugs nach oben. Dabei kommt es zu einer ungewohnten Veränderung des Fahrverhaltens. Beachten Sie die Ladungsgrenzen eines Autos und die richtige Sicherung der Ladung. Lose Gegenstände können bei Bremsmanövern zu Geschossen werden.

Warnwesten griffbereit

Bevor man das Auto bepackt, sollten die Reifenprofiltiefe, die Beleuchtung (im Herbst besonders wichtig!), die Scheibenwaschanlage und der Ölstand kontrolliert werden. Zudem muss der Reifendruck auf das erhöhte Gewicht eingestellt werden. Warndreieck und Verbandskasten sollten auf keinen Fall unter dem Gepäck verstaut werden, sondern erst zum Schluss eingepackt werden, damit im Notfall schnell darauf zugegriffen werden kann. Seit letztem Jahr gilt in Deutschland die Westenpflicht. Pro Autoinsasse muss eine Weste griffbereit im Auto liegen. Um gut gesehen zu werden, empfiehlt es sich in den kommenden Monaten, dauerhaft mit Licht zu fahren.

Trotz aller Vorkehrungen kann leider immer etwas passieren. Doch wenn Sie all diese Tipps beherzigen, haben Sie zumindest alles in Ihrer Macht stehende getan und gute Chancen, sicher durch die Ferienzeit zu kommen.