SIHK lobt Stärkung der „Alten Mitte“

Hagen. (as) Zwei große Einkaufsgalerien in einer Stadt – geht das? Dr. Hans-Peter Rapp-Frick, Hauptgeschäftsführer der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) zu Hagen, lacht auf. „Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung“, sagt er. Dann wird er ernst: „Volme- und nun auch Rathaus-Galerie in unmittelbarer Nähe und in der Innenstadt – das ist ein Pluspunkt für Hagen.“

Nicht erst in Dortmund den Blinker setzen

Von Sünden der Vergangenheit spricht Dr. Hans-Peter Rapp-Frick. Sünden, die Städte wie Oberhausen begangen hatten. Mit dem Bau des Centro verkam das einstige Herz des Handelslebens, die Innenstadt, zur Geisterstadt. Flaneure zieht es seither in die „Neue Mitte“. In Hagen gebe es nun zwar eine zweite, große Galerie, aber eine, die genau wie die Volme-Galerie die „Alte Mitte“, also die gewachsene Einkaufszone, stärke.

„Zwei Galerien machen Hagen für Menschen aus der Region attraktiv.“ Davon ist der SIHK-Hauptgeschäftsführer überzeugt. Wer bislang aus Iserlohn, Lüdenscheid oder beispielsweise Meinerzhagen zum Bummeln nach Dortmund gefahren sei, werde nun voller Erwartung an den Hagener Autobahn-Ausfahren den Blinker setzen.

„Zwei Einkaufsgalerien sind ein Publikumsmagnet“, sagt Dr. Hans-Peter Rapp-Frick. Der übrige Einzelhandel müsse darunter nicht zwangsläufig leiden, hofft er. Wenn mehr Menschen von den Galerien in die Innenstadt gelockt werden, werde auch die restliche Fußgängerzone gewinnen.

Der klassische Einzelhandel in den innerstädtischen Fußgängerzonen leide nicht an Galerien, sondern am Internet-Handel, sagt Dr. Hans-Peter Rapp-Frick. Wer sich die Waschmaschine zwar im Fachhandel erklären lasse, aber anschließend per Mausklick bestelle, müsse sich nicht wundern, wenn es den Elekroladen nebenan bald nicht mehr gebe.

Neue Strategien gegen Netz-Konkurrenz

Doch der Hauptgeschäftsführer der SIHK ist zuversichtlich: Nach und nach entwickelt der Einzelhandel vor Ort Strategien, mit der Konkurrenz aus dem Netz umzugehen. Manche tummeln sich nun selbst im Internet und nutzen die virtuellen Möglichkeiten zum Wohle der Kunden in ihren realen Läden.

Wenn die zwei Galerien die Innenstadt attraktiver machen, haben sie alle gewonnen – etablierte Händler, neue Händler und vor allem all die Menschen, die die Hagener City für sich neu entdecken werden.