SIHK: Mit Optimismus geht‘s ins neue Jahr

SIHK-Präsident Ralf Stoffels stellte die aktuelle Konjunkturumfrage des Kammerbezirks vor.(Foto: SIHK Hagen)

Hagen. Die Unternehmen sind mit der Geschäftslage sehr zufrieden und starten mit noch höherem Optimismus in das neue Jahr 2018 – das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer Hagen. „Hohe Beschäftigung und steigende Kaufkraft sind gute Rahmenbedingungen für eine weitere Belebung der Wirtschaft. Im Zuge der weltweiten Erholung floriert auch das Exportgeschäft. Die Ergebnisse von 225 antwortenden Unternehmen mit 24.000 Beschäftigten repräsentieren einen starken Wirtschaftsraum mit rund 46.000 Unternehmen und fast 300.000 Beschäftigten.

Aufschwung geht weiter

Über alle Branchen hinweg berichten aktuell 90 Prozent der Unternehmen von guten oder befriedigenden Geschäften. Die Erwartungen für die kommenden Monate steigen sogar: Mittlerweile rechnet fast jedes vierte Unternehmen mit noch besseren Geschäften in der Zukunft.
Die größten Gefahren für die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten Monaten sehen die Unternehmen derzeit im Fachkräftemangel (65 Prozent), in steigenden Energie- und Rohstoffpreisen (49), den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (46 Prozent), steigenden Arbeitskosten (44) und der Inlandsnachfrage (27).
Mit Blick auf die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sind dies Werte wie vor der Bundestagswahl. „Die Wirtschaftsverantwortlichen warten auf klare politische Zeichen. Ein Koalitionsvertrag muss jetzt stärker als das Berliner Sondierungspapier beachten, was um uns herum in der Welt passiert und zugleich Lust auf Investitionen in Deutschlands Zukunft machen. Die deutsche Wirtschaft wartet auf eine Unternehmensteuerreform, die auf die entsprechenden Steuererleichterungen in vielen Industrieländern reagiert“, erklärt SIHK-Präsident Stoffels.

Industrie entwickelt sich stabil

Die heimische Industrie verbuchte bis Ende November einen Umsatzanstieg von 6,6 Prozent und hat sich damit besser entwickelt als in NRW (5,7 Prozent) und im Bund (5,8 Prozent).
Insbesondere die Vorleistungs- und Investitionsgüterindustrie, darunter besonders die Automobilzulieferer, Metallverarbeitende Betriebe, Maschinenbau und Elektroindustrie erwiesen sich einmal mehr als Wachstumsbeschleuniger. Der IHK-Konjunkturklimaindex der Leitbranche Industrie steigt im Jahresverlauf von 115 Punkten auf jetzt 131 Punkte.

Boom am Bau durch Witterung

Mit 133 Punkten legt das Baugewerbe gegenüber dem Vorjahr (108) am stärksten zu. „Es wird von einer hohen Nachfrage in allen Bausparten berichtet. Aufgrund des milden Winters sind witterungsbedingte Pausen bislang weitgehend ausgeblieben. Viele Betriebe sind voll ausgelastet und finden keine zusätzlichen Fachkräfte, um weitere Aufträge annehmen zu können“, berichtet SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat.

Handel zeigt sich gestärkt

Groß- und Einzelhändler erreichen bei der Befragung, getragen von einer guten Industriekonjunktur und der anhaltend hohen Konsumneigung sowie einem zufriedenstellenden Weihnachtsgeschäft, einen Spitzenwert von134 Punkten. 75 Prozent der Einzelhändler sprechen von mindestens zufriedenstellenden Geschäften.
Über alle Branchen hinweg ist bereits ein Drittel der befragten Unternehmen im Vertrieb digital unterwegs. Im Branchenvergleich schneidet der Großhandel mit 45 Prozent am besten ab. Im Groß- und Einzelhandel nutzen mittlerweile 39 Prozent der Unternehmen digitale Vertriebskanäle.
„Besonders im Einzelhandelsbereich besteht aber weiterhin deutlicher Handlungsbedarf, da in der Region erst ein Fünf-tel das Internet als Stütze und Ergänzung ihres stationären Handels entdeckt hat. Onlinehandel muss als unverzichtbarer Bestandteil einer Einzelhandelsstrategie verstanden werden und der Handel muss digitale Vertriebskanäle in das Geschäftskonzept mit einbeziehen“, weiß Stoffels.

Exportgeschäft trotzt dem starken Euro

Die südwestfälischen Exporteure behaupten sich erfolgreich im internationalen Wettbewerb. Das Auslandsgeschäft, traditionell eine Stütze und treibende Kraft der südwestfälischen Wirtschaft, ist wieder auf Touren gekommen.
Insgesamt konnten die Export­umsätze bis einschließlich November 2017 gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent (NRW 6,4 / Bund 6,8) gesteigert werden.