Skisprung im Kettelbach: Wer kennt die Schanzen?

Sprungschanze zwischen Hinnenwiese und Kettelbach
In dieser Pose könnten damals die Skispringer am Hang zwischen Hinnenwiese und Kettelbach abgesprungen sein. Hans-Jürgen Würfel hat dieses Schotterpodest entdeckt. (Fotos: Detlef Werth/TV Hasperbach)

Haspe. Bevor die Feierlichkeiten zum 120-jährigen Geburtstag in diesem Sommer anstanden, stöberten die TV Hasperbacher einmal gründlich in ihrem Archiv – schließlich wollte man den Mitgliedern des traditionsreichen Vereins von 1898 die Historie interessant aufarbeiten. Dabei fiel ihnen auch eine recht alte Flurkarte von 1937 in die Hände, die sie stutzig werden ließ. Darauf sind nordöstlich ihres Sportplatzes im Kettelbach zwei Sprungschanzen eingetragen.

Eine Skipiste quasi unterhalb des Kaiser-Friedrich-Turms? Warum nicht, schließlich gab es auch am Goldberg eine solche oder im benachbarten Breckerfeld. Doch selbst die ältesten Mitglieder des TV Hasperbach können sich nicht daran erinnern, dass jemals jemand mit Skiern den Hang hinabgeflogen wäre. Und der Platz unterhalb der Hinnenwiese ist immerhin – 1922 erworben – älter als der Lageplan.

Lageplan Sprungschanzen
Im Auszug aus der Flurkarte von 1937 sind zwei Sprungschanzen (oben rechts) zu sehen. Heute ist der Hang hinter dem Sportplatz bewaldet.

Fündig geworden

Auch die Stadtverwaltung konnte auf Anfrage unserer Redaktion über das bis heute im städtischen Besitz befindliche Grundstück nicht zur Aufklärung beitragen. Neugierig geworden, begab sich Hans-Jürgen Würfel, 1. Vorsitzender des TV Hasperbach, mit Vereinskollegen selbst auf die Suche nach möglichen Spuren der beiden eingezeichneten Sprungschanzen.

Sie wurden fündig: Eine Art Podest aus Schotter findet sich an jener Stelle im Unterholz, wo die Schanzen im Plan verzeichnet sind, zum Teil eingefasst von dicken Findlingen. „Das könnte durchaus der Schanzentisch gewesen sein,“ glaubt Hans-Jürgen Würfel, „Warum sonst sollte man wohl so ein ‚Bauwerk‘ an diesem steilen Hang errichten?“ Vielleicht ist hier durchaus eine Skispringanlage errichtet worden, die nicht zwangsläufig rege genutzt worden sein muss – aus welchen Gründen auch immer.

Der TV Hasperbach, der selbst mit dem 1932 in Betrieb genommenen Hammerteichgelände am Schützenhof mit einem Freibad eine außergewöhnliche Einrichtung bot und heute vor allem mit Sportarten wie Volleyball, Handball, Bogenschießen, Walken und Laufen aufwartet, will mitnichten noch das Skispringen hinzufügen. Zumal es sich bei dem Schanzengelände nicht um ihr Sportplatzgelände handelt.

Aber Hans-Jürgen Würfel und sein Verein wüssten doch zu gerne, ob es jemals Skispringer im Kettelbach gegeben hat. Wer sich erinnert oder in irgendeiner Form zur Aufklärung beitragen kann, ist bei ihm mit seinen Informationen willkommen, entweder per E-Mail unter vorstand@tv-hasperbach.de oder telefonisch unter 02331 / 402608.