Sonntagnacht, drei Uhr: Zeiger zurückdrehen

Hagen. (tau) Die Winterzeit beginnt. Am Sonntag, 30.
Oktober, werden die Zeiger in der Früh von drei Uhr auf zwei Uhr zurück
gestellt. Wir „gewinnen“ also wieder eine Stunde. Für die meisten Menschen ist
dies mittlerweile seit Jahrzehnten ein Ritual, das sie nebenbei erledigen. Die
großen Protestwellen sind abgeebbt, schließlich ist die Aussicht auf eine
Abschaffung der Zeitumstellung in Deutschland auch äußerst gering.
Kein Dreh mehr
In Russland beispielsweise ist man etwas flexibler. Vor fünf Jahren wurde die
„ewige Sommerzeit“ eingeläutet. 2014 ließ Kremlchef Putin sein Volk dann noch
mal am Uhrenrad drehen, seitdem herrscht dort „ewige Winterzeit“.
Auch in der Türkei hat man den Zeiggerdreh beendet: Das Land behält künftig
dauerhaft die Sommerzeit bei. Ähnlich verfärt man in Nord-Zypern und auf den
Balearen (Mallorca) wird ebenfalls über ein Ende der Prozedur diskutiert.
Seit 100 Jahren
Eingeführt wurde die Zeitumstellung übrigens bereits im Jahr 1916 während des
Ersten Weltkrieges – sie feiert also quasi in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag.
1950 wurde sie wieder abgeschafft und bis 1980 galt das ganze Jahr über die
Winterzeit.
Frauen mehr Probleme
Frauen und Kinder haben übrigens deutlich mehr Probleme mit der
Zeitumstellung als Männer, wie eine eine aktuelle „forsa“-Umfrage im Auftrag der
Kaufmännischen Krankenkasse ergeben hat.
Wenn von Sommer- auf Winterzeit umgestellt wird, fällt es mehr als jeder
vierten Frau schwer, an den darauffolgenden Tagen morgens aufzustehen. Männer
hingegen haben nach der Zeitumstellung deutlich weniger Probleme mit dem
Aufstehen oder Einschlafen. 74 Prozent sagen sogar, die Zeitumstellung habe für
sie keine Auswirkung.
Veränderter Schlaf
Anders ist die Situation für Eltern mit Kindern: Für sie ist die Umstellung
der Uhren eine Herausforderung. Fast die Hälfte aller befragten Eltern mit
Kindern bis zwölf Jahre gab an, dass sie schon einmal Veränderungen im
Schlafverhalten oder Wohlbefinden ihres Kindes nach einer Zeitumstellung bemerkt
haben. Jeweils 30 Prozent sagen, ihr Kind habe Probleme, abends einzuschlafen
oder morgens aufzustehen.
Langsame Anpassung,
mehr Bewegung
Um Kindern die Umstellung zu erleichtern, beginnen 22 Prozent der Eltern
bereits ein paar Tage vor der Zeitumstellung, die Kleinen an den neuen
Schlafrhythmus zu gewöhnen.
Mehr als die Hälfte der Befragten versucht, die Schlafens- und Essenszeiten
in den ersten Tagen danach erstmal langsam zu verändern. Dass Kinder nach einem
aktiven Tag an der frischen Luft gut schlafen können, ist gemeinhin bekannt.
Deshalb nutzt auch jede zweite Familie diese Möglichkeit, damit die Nächte nach
der Zeitumstellung geruhsamer werden.
Mehr Bewegung und möglichst viel Zeit im Freien zu verbringen, ist immerhin
auch für jeden dritten Erwachsenen eine Methode, um die Tage nach der
Zeitumstellung gut zu überstehen. Eine Maßnahme, die man allerdings durchaus
ganzjährig beibehalten sollte – der Gesundheit zuliebe.