SonnTalk: Am goldenen Tor

Dana ist eine junge Amerikanerin. Seit 14 Jahren schon lebt sie in Europa, die letzten zehn Jahre in Deutschland. Sie hat hier geheiratet. Das Land ihres deutschen Mannes ist ihr längst zur Heimat geworden. Dieses neue „home“ hat aber eine Steigerung: Als „home home“ bezeichnet Dana die USA, wo sie aufgewachsen ist. Vom Geist dieses Teils der Welt fühlt sie sich nach wie vor durchdrungen. Und sie ist stolz darauf, sagt sie.
Das meint sie nicht in einem nationalistischen Sinne, sondern in einem idealistischen, der fest an eine bessere Zukunft für alle glaubt. Ihre USA sieht sie als ein Land mit unglaublichen Möglichkeiten, das aber auf seinem Weg zu einer offenen Gesellschaft, zu Freiheit und Toleranz auch immer wieder unglaubliche Fehler gemacht, Kriege gebracht, und Schuld auf sich geladen hat.
Die Wahl Donald Trumps als US-Präsident macht Dana Angst. Weil sie ihn misst an dem, worauf sie stolz ist und was als Glaubensbekenntnis der Vereinigten Staaten von Amerika eingraviert ist in die Bronzetafel am Fuße der 1886 eingeweihten New Yorker Freiheitsstatue. Da steht als Botschaft über die Weite des Meeres:
„Gebt mir eure Müden, eure Armen, Eure geknechteten Massen, die frei zu atmen begehren, die bemitleidenswerten Abgelehnten eurer gedrängten Küsten. Schickt sie mir, die Heimatlosen, vom Sturme Getriebenen. Hoch halt‘ ich mein Licht am Gold’nen Tore! Sendet sie, die Heimatlosen, vom Sturm Gestoßenen zu mir. Hoch halte ich meine Fackel am goldenen Tor.“
Schönen Sonntag heute mit besonderem Gruß ins Weiße Haus: Have a nice Sunday.