SonnTalk: Leichtes Glück

Von Claudia Eckhoff
Den 20. März hat die UN zum „Tag des Glücks“ erhoben. Das ist am Montag. Wir sollten darauf vorbereitet sein.

„Das Glück ist eine Hol-Schuld“ heißt der Titel eines aktuellen Comedy-Programms. Glück wird einem selten vorbeigebracht. Man muss sich selbst bemühen. Allem Jammern und Jaulen zum Trotz ist aber offenbar genug Glück da, das man sich abholen könnte, wenn man wollte. Vor allem, wenn man davon ausgeht, dass jeder wohl schon dann glücklich sein müsste, wenn seine Grundbedürfnisse erst mal erfüllt sind. Grundbedürfnisse? Darunter verstehen die Vereinten Nationen circa einhundert Liter Wasser und 2500 Kalorien täglich, sechs Quadratmeter Wohnraum für jeden, einen Platz zum Kochen und mindestens sechs Jahre Schule.
Nun, wie steht’s?
Glück besteht keinesfalls nur aus den Dingen, die uns wohltuend zuteilwerden, sondern vielleicht vielmehr aus den Dingen, die uns erspart bleiben. Wie bitte? Nun ja, das versteht vielleicht der, der gerade eben nur beinahe rückwärts mit dem Kopf zuerst die Steintreppe runter gestürzt wäre – weil der schwere Wäschekorb auf der Spitze des Pantoffels zu Stehen gekommen war und der Fuß nicht vom Fleck kam, als er sollte.
Glück besteht auch aus dem, was wir aufgeben. „Ich habe meine Eltern begraben, mich mit meinen Geschwistern auseinandergesetzt und die Beziehung beendet. Ebenso beim Rest der Großfamilie: Was nicht trägt, habe ich einschlafen lassen“, schreibt mir eine, die sich nun erleichtert und glücklich fühlt.
Einholen, Verschont-Bleiben, Aufgeben als Glücksfaktoren? Wer glaubt, er hätte das Rätsel gelöst und verstünde was vom Glücklich-Sein, kann anderen beim Glücklich-Werden helfen. Eine Kölner Akademie bietet eine neunmonatige Ausbildung zum „Happiness Trainer“ an. Bei genauer Überlegung müsste das eigentlich ganz leicht zu bewältigen sein.
Allen Lesern vorab schon mal einen glücklichen Sams-, Sonn- und Montag!