SonnTalk: Ver-gedüngt

Von Claudia Eckhoff
Dünger ist im Garten ein immenser Streit-Faktor. Darüber soll es selbst unter Gartenzwergen erbitterte Debatten geben. Reicht „Mutter Natur“ oder muss man nachhelfen? Und wenn ja, womit? Chemie oder Homöopathie oder was?

Christiane hatte ihren Mann Frank überzeugt: Der gute alte Pferdeapfel musste her.
Das Paar fuhr also an einem heißen Frühsommertag zu einem nahe gelegenen Reiterhof und bediente sich – nachdem man höflich um Erlaubnis gefragt hatte – am dortigen Misthaufen. Eigene Schaufeln und große blaue Plastiksäcke hatte das Duo dabei. Die Säcke wurden zu drei Viertel befüllt, zugeknotet und auf der Rückbank verstaut. Auf der Heimfahrt ging es durch ein idyllisches Wiesental – parallel zu einem romantischen Bach und Forellenteichen.
Forellen! Plötzlich hatten alle Schmacht auf Forellen. Während das Ehepaar im Restaurant im Schatten saß und sich die Fische schmecken ließ, hatte Frank freie Sicht auf sein in der prallen Sonne geparktes Auto. Und was er da sah, ließ ihn schließlich panisch vom Stuhl hochspringen: Die mit Pferdemist gefüllten Plastiksäcke blähten sich in seinem Wagen gerade auf wie riesige blaue Geburtstagsluftballons. Mit quietschenden Reifen konnte Franky im letzten Augenblick noch in den Schatten umparken. Puh!
Zuhause wurde die gesamte kostbare Masse denn auch gleich unter die Beete gearbeitet, bevor es noch mehr Schweinerei geben konnte.
Das ist jetzt vier Jahre her. Und seitdem muss sich die arme Christiane jedes Jahr anhören, dass sie schuld daran ist, dass Frank seitdem Unkraut jäten muss wie ein Hirn-Amputierter. Denn in ihrem Garten sprießt seit damals überaus üppig alles das, was Pferden so schmeckt.
Die beiden haben es auf die harte Tour gelernt: Pferdeäpfel sind erstklassiger Dünger. Allerdings muss man sie in den Kompost einarbeiten und erst in der übernächsten Saison in gründlich durchkompostiertem Zustand unter die Beeterde mischen. Sonst…
Schönen Sonntag.