Sparkasse Ennepetal/Breckerfeld zieht Jahresbilanz

Ennepetal. (je) Am vergangenen Donnerstag stellte auch die Sparkasse Ennepetal/Breckerfeld ihre Jahrsbilanz für das vergangene Jahr vor. „Traditionsgemäß sind wir ja nie die Ersten“, schmunzelt Vorstandsvorsitzender Bodo Bongen. Und zog darauf direkt das Fazit vor: „Wir blicken auf ein sehr zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2015 zurück.“

Vorstand Uwe Volkmer und Vorstandsvorsitzender Bodo Bongen stellten am Donnerstag die Jahresbilanz der Sparkasse Ennepetal/Breckerfeld vor. (Foto: Jan Eckhoff)
Vorstand Uwe Volkmer und Vorstandsvorsitzender Bodo Bongen stellten am Donnerstag die Jahresbilanz der Sparkasse Ennepetal/Breckerfeld vor. (Foto: Jan Eckhoff)

Zufriedenheit wird in einer Zeit, in der die gesamte Finanzbranche schwierige Rahmenbedingungen vorfindet, natürlich von Bescheidenheit bestimmt. So wurde die gesamte Bilanzsumme um „nur“ 10,1 Millionen Euro auf insgesamt 727,7 Millionen Euro gesteigert, liegt damit aber voll im Rahmen der Erwartungen.

Der Gesamtgewinn vor Steuern konnte mit 7,7 Millionen Euro dennoch nahezu den Wert aus dem Vorjahr (7,8 Millionen Euro) erreichen.

Kredite und Investitionen

Besonders starke Zuwächse konnten im vergangenen Jahr bei der Vergabe von Krediten verzeichnet werden. Das Gesamtvolumen im Bereich der Kundenkredite erhöhte sich um 20,2 Millionen Euro auf insgesamt 395,7 Millionen Euro. Dies liegt natürlich an den niedrigen Zinsen – Kredite kosten derzeit kaum etwas.

Entsprechend stiegen auch die Finanzierungszusagen im Vergleich zum Vorjahr deutlich an: im Privatbereich um rund ein Drittel von 24,6 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 32,5 Millionen im vergangenen Jahr. Das günstige Geld wird dabei häufig für die Schaffung von Wohneigentum genutzt. „Wir stellen deutlich regere Investitionen in Immobilien fest“, so Bongen. Die gewerblichen Finanzierungszusagen stiegen sogar um über 53 Prozent von 28,7 auf 44,1 Millionen Euro.

Überraschung bei Einlagen

Auch in Ennepetal und Breckerfeld steigt die Risikofreude: 138,2 Millionen Euro wurden in Wertpapiere investiert, ein Zuwachs um über fünf Prozent seit 2014.

Verwundert zeigen sich die Sparkassen-Banker allerdings von der Entwicklung im Bereich der klassischen Formen des Sparens. War man hier von einem Zuwachs um etwa ein Prozent ausgegangen, so stiegen diese tatsächlich von 525,9 auf 547,2 Millionen Euro – also um rund vier Prozent. Und das trotz der zinsbedingt kaum vorhandenen Renditemöglichkeiten. Die Kunden legen ihr Geld dabei aber eher kurzfristig etwa in Form von Tagesgeld an. Bodo Bongen: „Es wird eindeutig auf bessere Zeiten gewartet.“

Engagement für die Region

Dass die Kunden dennoch ihr Erspartes zur Sparkasse bringen, sieht Vorstand Uwe Volkmer als Zeichen des Vertrauens der Kunden in den guten Ruf des Hauses. „Wir sind in der Region verwurzelt und geben viel zurück. Die Kunden loben im Gespräch auch immer wieder unser Engagement.“

So blieb auch das Spendenvolumen verglichen mit den Vorjahren unverändert: Insgesamt 300.000 Euro spendete die Sparkasse an gemeinnützige Vereine und Initiativen, 200.000 Euro flossen in das Sponsoring von Sport, Kultur und sozialen Einrichtungen, eine halbe Million ging an die Sparkassenstiftungen.

Von ihrem Jahresertrag zahlt die Sparkasse weiterhin zwei Millionen Euro Steuern, wovon die Hälfte über die Gewerbesteuer direkt an die Städte Ennepetal und Breckerfeld geht. Auch die heimische Wirtschaft wurde ganz direkt durch die Vergabe von Aufträgen in Höhe von 400.000 Euro unterstützt.

Und natürlich ist die Sparkasse auch eine wichtige Arbeitgeberin: Das kommunale Finanzunternehmen beschäftigt derzeit über 130 Mitarbeitende, elf davon waren im vergangenen Jahr Auszubildende. Auch 2016 werden wieder neue Azubis eingestellt, es gibt sogar noch freie Ausbildungsplätze.

Altervorsorge

Für die Zukunft erwarten die Banker in Hinblick auf den „SIHK-Geschäftsklimaindex“ zwar eine positive Entwicklung der Wirtschaft in ganz Deutschland und auch unserer Region, jedoch weiterhin sehr niedrige Zinsen. Die Sparkasse wird daher neue Mittel und Wege finden müssen, um künftig Geld zu erwirtschaften. Bongen: „Wir müssen über alle Optionen für ein positives Betriebsergebnis nachdenken.“

Mit einer weiteren Erhöhung der Kontogebühren – eine solche hatte es im vergangenen Herbst erstmals seit zwölf Jahren gegeben – sei aber nicht zu rechnen.

Eine besondere Herausforderung seien künftig auch Produkte für die Altersvorsorge. „Es besteht eine große Verunsicherung quer durch alle Alters- und Kundengruppen“, betont Bongen. Durch die niedrigen Zinsen wird es immer schwieriger, ohne Verlust eine ausreichende Rente anzusparen.