Sparkassenakademie nach Hagen?

Hagen. (as) Die Stadt Hagen möchte Sitz der Sparkassenakademie NRW werden. Sie ist damit eine von insgesamt 39 Bewerberinnen. Eine jedoch, die sich sehr gute Chancen ausrechnet. „Ich kann mir keinen besseren Standort vorstellen“, sagt Architekt Jürgen Wrede. Zugegeben, er ist vielleicht ein wenig voreingenommen. Denn: Jürgen Wrede gehört zur „Arbeitsgemeinschaft Hagen“, die in nur wenigen Wochen den Entwurf geschaffen hat, mit dem sich Hagen jetzt beim Sparkassen- und Giro-Verband um die neue Sparkassenakademie NRW beworben hat.

„Haben konkrete Vorstellungen“

„Wir zeigen der Sparkasse, dass wir sehr konkrete Vorstellungen haben“, sagt Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz. Mehr noch: „Hier hat sich eine bunte Schar von Kompetenzträgern zusammengefunden, die allesamt sagen: ’Wir machen das gemeinsam’.“ Und: Es wurde schnell „gemacht“. Im Laufe nur weniger Wochen sind aus Konkurrenten Partner geworden, die nun für den Entwurf und den Hagener Auftritt verantwortlich zeichnen.

Doch von vorn: Mitte Juni hatte Thomas Grothe, Technischer Beigeordneter der Stadt Hagen, erstmals von dem Sparkassen-Ansinnen gehört, die Rheinischen und Westfälisch-Lippischen Sparkassenakademien zusammenzulegen. Für die nun entstehende Sparkassenakademie NRW wurde ein zusätzlicher Standort gesucht. Ein Wettbewerb sah vor, sich bis Ende Juli um den Standort zu bewerben.

Nur: Wie sollte Hagen in Zeiten von Wahlen und „Macht“-Vakuum auf dem Chefsessel im Rathaus handeln? Zwangsläufig musste sich Thomas Grothe in Geduld fassen.

Verwaltungsmühlen mahlen flink

Doch dann ging alles ganz flink: „Es wird oft über die Mühlen der Verwaltung gespottet, die so langsam mahlen“, sagt Erik O. Schulz. Diesmal haben sie rotiert. „Eine reife Leistung“, sagt der Verwaltungschef. Die „Arbeitsgemeinschaft Hagen“, in der sich ruckzuck vier Architektenbüros, Hagen-Agentur und eine Werbeagentur zusammengefunden hatten, die sich gemeinsam für die Ansiedlung der Akademie stark machen. Hinzu kam – ebenso schnell mit Daniel Bauer von VLP in Lohne ein Investor, der das 25-Millionen-Euro-Projekt stemmen will.

Nur: Wo soll gebaut werden? Thomas Grothe führt aus: „Trotz Urlaubszeit haben wir uns durch zwölf mögliche Standorte gewühlt.“ Die Entscheidung fiel für ein Grundstück an Feith- und Universitätsstraße – direkt neben der Fernuniversität. „Das ist exorbitant gut erschlossen“, sagt Thomas Grothe. Die mögliche Akademie kann von den wissenschaftlichen Leistungen und Möglichkeiten der Fernuni profitieren. Ein irre schnelles Internet gehört dazu.

Hotelbetten und nur selten Stau

Hotelbetten für Akademie-Nutzer seien schon jetzt vorhanden. Ihre Zahl könnte aber problemlos noch mächtig aufgestockt werden. Die Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft schwärmten zudem von den Verbindungen und der guten Erreichbarkeit des Grundstücks. Thomas Grothe ist überzeugt, hier bei der Bewerbung punkten zu können. Denn gemeinhin gelte: „Lieber 20 Kilometer weiter fahren, als 20 Minuten im Stau zu stehen.“ Hier müsse niemand im Stau stehen. Andere Bewerber – beispielsweise aus Essen oder Dortmund – hätten da schon größere Anfahrtprobleme.

Bei aller Euphorie für den Entwurf eines zweigeschossigen, rautenförmigen Gebäudes mit Innenhof: Entschieden ist noch nichts. Erst im Dezember wollen die Sparkassenverantwortlichen aus Nordrhein-Westfalen ihren Favoriten nennen. Für Erik O. Schulz gehört Hagen nicht nur zur engeren Auswahl, sondern ist großer Favorit für den Standort einer künftigen Sparkassenakademie. Ein bisschen Überschwang darf dann auch schon mal dazu gehören: „Wir sehen uns spätestens wieder bei der Grundsteinlegung.“ Gerne!