Sparsam gemeint

Katze, Hund & Co. sind eine Goldgrube. Wenigstens in Nordeuropa und für die Tierärzte.

Wer beim Bello-Doc wartend vor der Theke Schlange steht, erlebt aus nächster Nähe mit, wie die Geldscheine nur so fließen. Wie bizarr: Spätestens jedes zweite Herrchen oder Frauchen muss Beträge latzen, die anderswo auf der Welt einer Großfamilie für einen ganzen Monat das Leben schenken könnten.

Mitunter werden da geradezu Schallgrenzen des gesunden Menschenverstands durchschossen. Es geht nämlich keineswegs nur um harmlose Impfungen, Zahnbehandlungen unter Vollnarkose, Herzschrittmacher, Diätfutter oder üble Nierensteine unterm dicken Fell. Nein, mitunter wünscht der Kunde, seinen nach einer eh schon sauteuren OP nun leider unerwartet verstorbenen Fiffi obduzieren zu lassen.

Obduzieren!

Ob es nun um eine Schmerzensgeldklage geht oder um Schadensersatz oder einfach nur um Rache am Operateur, alles ist möglich. Es kostet eben nur. Wie schön, wenn da ein Tierarzt mitdenkt und das Portemonnaie seiner Kundschaft schont.

Wie bei den Steinkühlers, denen ihre Rinderrouladen am Ende so teuer zu stehen kamen. Edith hatte die köstlich duftenden Dinger frisch gebraten und gerade in der Küche auf eine Servierplatte gelegt, als es an der Tür schellte.

Bis die Hausfrau nach ihrem Schwätzchen mit der Nachbarin an den Herd zurückkehrte, hatte Labrador Basko die Sache mit den Rouladen auf seine Art geregelt und zum Dank auch alles säuberlich abgeleckt.

Die Fleischrollen sind ihm bestens bekommen. Nur die Metallspieße, mit denen sie zusammengesteckt waren, mussten seinem Magen leider operativ entfernt werden. Für eintausend Euro.

Und am Ende fragte der spaßige Veterinär noch, ob die Steinkühlers nicht wenigstens die desinfizierten Spießchen wieder mit nach Hause nehmen wollten.

Danke. Nein.

Trotzdem: Schönen Sonntag.