SPD macht zahlreiche Vorschläge für attraktiven Hengsteysee

Freibad am Hengsteysee in den 1920er Jahren
Ende der 1920er Jahre war das Freibad am Hengsteysee noch ein „Strandbad“. Damals wurden der See und das „Strandhaus“ rege besucht. Die Hagener SPD möchte mit ihrem Antrag die Attraktivität wieder verbessern. (Foto: SPD Hagen)

Hagen. Die SPD-Fraktion hat in der letzten Sitzung des Rates dazu aufgefordert, einen Förderantrag an den Bund für die Sanierung und Umgestaltung des Seefreibades Hengstey zu stellen. 100 Mio. Euro warten dort in den kommenden drei Jahren unter dem Titel „Sanierung Kommunaler Einrichtungen für den Bereich Sport, Jugend und Kultur“ auf Abruf.

Doch sowohl die Allianz (CDU, Grüne, FDP, Hagen Aktiv) als auch die Verwaltung stellten sich laut SPD quer und lassen damit nach Auffassung der Sozialdemokraten eine gute Chance verstreichen, um das Areal rund um den See für die Bürger endlich attraktiver zu gestalten.
Aus Sicht der CDU begründete ihr Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Ramrath die „Still-ruht-der-See-Politik“ mit Angst vor einer erneuten Schlappe. Man wolle sich – so die SPD – nach den Förderabsagen für die beantragte „Regionale“ und das Landesprogramm „Grüne Infrastruktur“ nicht noch eine weitere „blutige Nase“ holen.

Für die SPD-Fraktion eine unmögliche „Vogel-Strauß-Haltung“, die mit den vorangegangenen Ratsbeschlüssen nicht vereinbar sei. Denn seit vielen Jahren werde immer wieder über eine attraktivere Gestaltung des Seeufers diskutiert. Günter Stricker, Sprecher der SPD im Sport- und Freizeitausschuss, sieht daher dringenden Handlungsbedarf: „Sieht man einmal von ein paar aufgestellten Liegebänken ab, so ist für die Bürger nichts Sichtbares geschehen. Daher muss jetzt für die kommenden Monate und Jahre ein verbindlicher Gestaltungsprozess eingeleitet und auch umgesetzt werden. Dazu haben wir in einem Antrag für den nächsten Sport- und Freizeitausschuss unsere Überlegungen und Forderungen in einem ‚Aktionsplan Hengsteysee‘ zusammengefasst.“

SPD-Vorschläge

Dieser Plan beinhaltet neben elf weiteren Vorschlägen auch die Neu- und Umgestaltung des Seefreibades als eine ganz besondere Attraktion am Hengsteysee. Dazu soll das Bad zum See hin geöffnet werden.

Die Anlage einer Badestelle im See, die es ja vor Jahrzehnten schon einmal gab (und die aus Hygienegründen abgeschafft worden war), sei ebenfalls denkbar. Der auch für den Hengsteysee zuständige Ruhrverband hat solch ein „Strandbad“ bereits im vergangenen Jahr am Essener Baldeneysee genehmigt. Auch sollte darüber – laut SPD – nachgedacht werden, ob die bereits vorhandenen Becken nicht zum Ganzjahresbad umfunktioniert werden können.
Ganz wichtig sei die Sanierung des Cafés/Restaurants mit der wunderschönen großen Terrasse. Hier böte sich die Möglichkeit, wieder Freiluftkonzerte oder auch Aufführungen mit dem Hagener Stadttheater zu veranstalten.

Viele Ideen

Darüber hinaus könnten in dem Gebäude Übernachtungsmöglichkeiten für Biker geschaffen werden, die auf dem Ruhrtalradweg unterwegs sind. Ladestationen für E-Bikes müssten ebenfalls installiert werden, meinen die Sozialdemokraten.„Es gibt eine Vielzahl von Plänen und Überlegungen. Dazu gehört auch, dass wir uns auf den Weg machen, um möglichst gemeinsam mit einem Investor auf dem Gelände des heutigen Biker-Treffs einen weiteren Ankerpunkt in Form eines massiven Restaurants zu schaffen“, so Dietmar Thieser, Vorsitzender des Sport- und Freizeitausschusses. Es sei auch richtig, dass die Verwaltung derzeit alle Vorbereitungen trifft, um die Realisierung eines Seeparks Hengstey im Rahmen der Internationen Gartenausstellung 2027 zu ermöglichen.

„Aber bis dahin vergehen noch viele Jahre, und wir können heute ganz bestimmt nicht sicher davon ausgehen, dass wir unsere Wünsche im Rahmen der IGA erfüllt bekommen“, so Dietmar Thieser.

Daher sollte jetzt damit begonnen werden, schrittweise Änderungen und damit Verbesserungen herbeizuführen. Dazu gehöre aber nicht nur, Gastronomie-Einrichtungen zu etablieren, sondern auch die Trennung von Rad- und Fußweg am See, die Einrichtung eines Stellplatzes für Wohnmobile, die bessere Anbindung des Sees an das Busnetzes und der Ausbau des Radwege-Netzes in Richtung Innenstadt.