Spender für „neue“ Prentzel-Büste gesucht

Hagen. Vor zwei Jahren wurde auf dem Hagener Remberg-Friedhof das neugotische Ehrengrabmal von August Prentzel stark beschädigt. Die ihn zeigende Büste wurde gar gestohlen. Metalldiebe! Zwar konnte das wertvolle Kunstwerk wieder nach Hagen zurückgebracht werden, aber derart lädiert, dass es nicht wieder aufgestellt werden konnte. Der Hagener Heimatbund möchte deshalb für das Grabmal eine Replik anfertigen lassen – und sucht jetzt Sponsoren.

Bedeutender Bürgermeister

August Prentzel war zweifelsfrei der bedeutendste Hagener (Ober)Bürgermeister des 19. Jahrhunderts. In seiner Amtszeit wurden die Grundsteine für eine Entwicklung gelegt, die die Volmestadt zur wichtigsten südwestfälischen Metropole werden ließ. Auch wurde in seiner Amtszeit der Bau eines neuen Rathauses in Angriff genommen, von dem heute noch der Turm und ein Seitenflügel an der Rathausstraße existieren.

Geplant wurde das Rathaus vom seinerzeitigen Stadtbaumeister Nath. Diesem Architekten war es dann auch vorbehalten, im Jahr 1901 das Ehrengrabmal für Prentzel zu entwerfen. 1930 wurde zusätzlich eine Innenstadtstraße nach dem Bürgermeister benannt (vorher: Kirchstraße). Auch ein Weg im Stadtwald führt seinen Namen und erinnert noch heute an eine der stadtgeschichtlich bedeutendsten Persönlichkeiten und Epochen.

Breite Würdigung

Am 3. Februar 1843 hatte August Prentzel in Hannover das Licht der Welt erblickt. Nach dem Besuch des Gymnasiums und dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaft trat er zunächst in den Dienst der Stadt Goslar ein, bevor es ihn als Stadtoberhaupt an die Volme verschlug.

Gute Sachkenntnisse und ein immenser Arbeitseifer waren charakteristisch für den als ausgezeichneten Redner geltenden Verwaltungschef. Kaum verwunderlich daher, dass er nach Ablauf seiner ersten zwölfjährigen Amtsperiode am 12. März 1888 und nochmals am 26. Mai 1900 – einstimmig – wiedergewählt wurde. Das Wirken von August Prentzel erfuhr eine breite Würdigung. So verlieh ihm die preußische Staatsregierung am 5. Mai 1888 den Titel des Oberbürgermeisters.

24 Jahre im Amt

August Prentzel leitete 24 Jahre lang die Geschicke Hagens als Verwaltungschef. Als er im Jahr 1900 verstorben war, ließ die dankbare Stadt auf dem Remberg-Friedhof 1901/02 ein reich verziertes Ehrengrab samt einer Bronze-Büste errichten. Vor genau zwei Jahren, im November 2016, wurde – wie erwähnt – diese Prentzel-Büste gestohlen. Zwar wurde sie wiedergefunden, aber sie ist irreparabel beschädigt. Das zugehörige bronzene Hagener Stadtwappen ist nach wie vor verschwunden.

Dabei will es der Hagener Heimatbund (HHB) nun nicht belassen. Nach umfangreichen Gesprächen mit der Stadt, dem Friedhofsamt und der Unteren Denkmalbehörde ist man übereingekommen, eine Replik – sozusagen eine Imitation – von Büste und Stadtwappen in Steinguss zu fertigen und auf dem Ehrengrab zu installieren.

Der Hagener Künstler Uwe Will, der bereits mehrere Aufträge dieser Art übernommen hat, stellt sich der Aufgabe, die Büste mit Wachs zu ergänzen, abzuformen und den Steinguss zu erstellen. Der Steinmetzbetrieb Jüng wird die Repliken dann mit einem erläuternden Schild vor Ort anbringen. Das Original, also die beschädigte Bronze-Büste, verbleibt in der Obhut des Hagener Stadtmuseums.

8000 Euro

Die Herstellungskosten der Repliken betragen circa 8.000 Euro. Um dieses Geld aufzubringen, startet der Heimatbund jetzt eine Sammelaktion, sprich: er ruft zu Spenden auf. Der WBH hat bereits die Übernahme von 2.000 Euro zugesichert. Nun hofft der Heimatbund auf echten Bürgersinn, um die noch fehlenden 6.000 Euro für die Replik zusammentragen zu können.
Die Kontonummer des Heimatbundes: IBAN: DE 53 4505 0001 0100 0311 45, Stichwort Prentzel-Büste. Weitere Informationen gibt mit Jens Bergmann, Tel. 02331/ 13192, einer der beiden Vorsitzenden des HHB. Der Verein kann Spendenquittungen ausstellen.