„Sperrholz-Michelangelo“ feiert 70. Geburtstag

Hagen. (anna) Er ist bekannt wie ein bunter Hund, denn seine originellen Ideen haben ihn weit über Hagens Grenzen hinaus bekannt gemacht. Der legendäre „Kneipengestalter“ Günter Böttcher wurde am Samstag, 25. Mai 2013, 70 Jahre alt. In seinem Haus in der Schlesierstraße auf der Hestert ließ sich das Gastronomie-Urgestein über den gesamten Tag hinweg von der ganzen Familie und allen Freunden groß feiern.

Günter Böttcher feiert am heutigen Samstag, 25. Mai, seinen 70. Geburtstag. Seine geliebte Neufundländerhündin Klara wird die vielen Gäste im Haus auf der Hestert genauso willkommen heißen wie das Geburtstagskind selbst. (Foto: Anna Linne)
Günter Böttcher feiert am heutigen Samstag, 25. Mai, seinen 70. Geburtstag. Seine geliebte Neufundländerhündin Klara wird die vielen Gäste im Haus auf der Hestert genauso willkommen heißen wie das Geburtstagskind selbst. (Foto: Anna Linne)

Der gebürtige Wuppertaler, der erst eine Tischlerlehre absolvierte und dann im exklusiven Innenausbau arbeitete, zog 1960 der Liebe wegen nach Haspe. Zwei Söhne hat er mit seiner ersten Ehefrau, die beide nicht in Vaters Fußstapfen treten wollten. „Auch ich habe den Betrieb meines Vaters nicht übernommen“, lacht Böttcher, „sonst hätte ich mit Textilien handeln müssen.“ Mit seiner zweiten Ehefrau, Petra Sichelschmidt, mit der er seit acht Jahren verheiratet ist, verbindet ihn vor allem die Liebe zur dreijährigen Neufundländerhündin Klara – und die ist fester Bestandteil der Familie.

Mit Leidenschaft

Sein Leben lang gestaltete Günter Böttcher mit Leidenschaft, künstlerischem Know-how und kreativem Charme sowie immer neuen Ideen Gaststätten, Discos, Partykeller und private Räumlichkeiten in unterschiedlichsten Stilrichtungen. Als Selbstständiger konnte er seiner Kreativität meist freien Lauf lassen. Die Ergebnisse verblüfften die Kunden und sein Bekanntheitsgrad stieg mit jedem Objekt. „Seitdem ich in Neheim einmal eine Diskothek im englischen Stil ausstattete und den DJ mit seiner Musik auf eine Kirchenkanzel platziert habe, nannte man mich den ’Sperrholz-Michelangelo’“, schmunzelt das Geburtstagskind über seinen Spitznamen.

Über 600 Gastronomien

Später als Betriebsleiter der Firma Petra Sichelschmidt ist Günter Böttcher seit 1976 im Bereich Gastronomie innerhalb des Ladenbau-Handwerks eine feste Größe. Man reißt sich nun um ihn. Seine Ideen, den Tresen zum schönsten Ort zu machen, sind nicht nur in der heimischen Region bekannt. Allein über 600 Gastronomiebetriebe bis weit hinter Arnsberg hat Günter Böttcher neu gestaltet und jedem Objekt eine besondere Note verpasst. Dabei hat er auch immer wieder mit Brauereien zusammen gearbeitet, die seine Arbeit zu schätzen wussten.

Das Café de Paris in der Innenstadt, das Ambiente in der Goldbergstraße, Läden von Douglas und die Tanzschule Siebenhüner und deren Villa tragen Böttchers Note, um nur einige wenige zu nennen. „In Haspe besaß ich damals einen 1500 Quadratmeter großen ’Gastronomie-Friedhof’, in dem ich Gastronomie-Ausstattungsstücke und -Accessoires sammelte. Durch die Wiederverwertung konnte ich auch immer sehr kostengünstig arbeiten“, erklärt Böttcher stolz. Durch seine Arbeit, die ihm nie wie Arbeit vorkam, lernte Böttcher „Hinz und Kunz“ kennen und pflegt, nach eigenem Bekunden, heute noch gute Kontakte zu seinen Kunden, die mit seiner Arbeit mehr als zufrieden waren.

Immer was zu tun

Sparsamkeit hat Günter Böttcher von jeher groß geschrieben: Aus Eisenbahnschwellen und Balken aus dem Hermes-Restaurant an der Grabenstraße baute sich Böttcher gerade einen zweiten Wintergarten an sein Haus. „Ich muss einfach immer etwas zu tun haben“, sagt der jetzt 70-Jährige, der in seinem Beruf nur noch beratende Tätigkeiten ausübt.

Aktiv ist er allerdings noch bei der Prinzengarde in Wuppertal, wo er einstens mit seiner Frau erste Preise im Turniertanz abräumte. Auch heut noch ist der 70-Jährige ein guter Tänzer, versichert Ehefrau Petra Sichelschmidt.