„Spiele Basketball für Jesus!“

„Ich spiele vor allem für Jesus Christus!“ Bereits 2009 bezeugte John Turek im wochenkurier-Artikel „Mit Gott unterm Korb“ seinen tiefen Glauben. (Foto: Norbert Fendler)

Von Olaf Somborn

Hagen. Er spielte in der Basketball-Bundesliga-Saison 2009/2010 für Phoenix und sorgte (damals noch in der Phoenix-Halle in Hohenlimburg) neben Chase Griffin, Quentin Pryor, Zygimantas Jonusas und Michael Jordan mit dafür, dass die Feuervögel nicht wieder in die 2. Liga abstiegen. Mittlerweile kämpft Hagen um einen Playoff-Platz und sein neuer Verein um den Abstieg: Am vergangenen Mittwoch kehrte der amerikanische US-Center John Turek zurück nach Hagen, wo er mit Ludwigsburg am Ischeland in der Enervie-Arena mit 95:85 (41:48) gegen die Feuervögel den Kürzeren zog. Dass es für seinen jetzigen Club „Neckar Riesen“ dabei um den Klassenerhalt ging, daran trifft den athletischen 2,06 m-Center die geringste Schuld. Mit über 14 Punkten und mehr als sechs Rebounds pro Spiel gehört Turek auch diese Saison zu den stärksten Centern der Liga. Dem wochenkurier verriet der gläubige (Ex-) Hagener und (Noch-) Ludwigsburger im Interview seine Meinung zu Phoenix und einiges mehr:

John, du hast in der Saison 2009/2010 für Phoenix gespielt und kehrst als Ludwigsburger Spieler nach Hagen zurück. Ist das ein komisches Gefühl?

Ja, es wird ein wenig seltsam sein, als Gegner nach Hagen zu kommen. Aber es ist schön, einige bekannte Gesichter wieder zu sehen.

Von Hagen aus bist du über Holland und Polen in Ludwigsburg gelandet. Inwiefern unterscheiden sich die Ligen von der Qualität?

Die deutsche Liga ist anders, weil sie von den oberen bis hin zu den unteren Plätzen stark ist. Bei jedem Spiel musst du bereit sein, um den Sieg zu kämpfen.

„Ich arbeite ständig an meinen Schwächen, um das Beste aus mir raus zu holen!“: Der 30-jährige Turek (hier beim Hinspiel gegen Bernd Kruel) scheint mit dem Alter immer stärker zu werden. (Foto: Jörg Laube)

Du hast in Hagen überzeugt, deine Zeit in Holland war recht erfolgreich, in Polen bist du zum Center des Jahres gewählt worden und die Saison in Ludwigsburg verläuft wieder sehr stark. Wird John Turek mit zunehmendem Alter immer besser?

Ich habe wirklich das Gefühl, dass ich mich mit jeder Saison steigere. Ich versuche ständig, mich zu verbessern, indem ich an meinen Schwächen arbeite, um das Beste aus mir heraus zu holen.

Im Februar dieses Jahres bist du 30 Jahre alt geworden. Ein Chris Ensminger spielt in Bonn noch mit 39 Jahren, Bernd Kruel ist 36 Jahre. Sind die Center die „Dinos“ beim Basketball? Wie lange willst du – wenn du verletzungsfrei bleibst – spielen?

Als Center ist es definitiv einfacher, länger zu spielen als auf den anderen Positionen, denke ich. Solange ich konkurrenzfähig bin und mich jemand haben will, werde ich so lange wie möglich spielen.

Ludwigsburg kämpfte gegen den Abstieg, obwohl die Ziele (auch wegen der Spieler-Neuverpflichtungen) etwas anderes vorgaben. Woran liegt das?

Wir haben viele Spiele knapp verloren und dadurch, dass die ganze Liga so nah beieinander ist, musst du diese engen Spiele gewinnen, um erfolgreich zu sein.

Für Phoenix schaut es diese Saison sehr gut aus, man kämpft um die „Playoffs“. Wie siehst du das derzeitige Hagener Team?

Hagen spielt mit sehr viel Selbstvertrauen und dadurch haben sie gute Ergebnisse erzielt. Sie sind schon ein starkes Team. Es ausgerechnet jetzt zu schlagen, wird schwierig.

Die BBL scheint insgesamt stärker geworden zu sein, die Teams liegen nach oben und nach unten eng zusammen. Hat Deutschland im europäischen Vergleich aufgeholt?

Die Liga ist definitiv besser geworden, seitdem ich beim letzten Mal hier in der BBL gespielt habe [„bei Phoenix in der Saison 2009/2010“ – Anmerkung der Redaktion]. Meiner Meinung nach bewegt sich Deutschland auf der europäischen Leiter weiter nach oben.

Wo gefällt es dir besser: Am Neckar oder an der Volme?

Tatsächlich gefallen mir beide Städte sehr. Meine Frau und ich haben eine Menge großartiger Erinnerungen an Hagen samt guter Freundschaften.

Nicht nur die Hagener haben sehr gute Erinnerungen an den athletischen John Turek, auch umgekehrt passt das: „Ich habe meine Zeit in Hagen genossen und bin auf jeden Fall offen dafür, wieder hier zu spielen. Fans, Management, Trainer: alle haben uns sehr gut behandelt.“ (Foto: Jörg Laube)

Unabhängig davon, ob die „Neckar Riesen“ in der Liga bleiben: Könntest du dir vorstellen, wieder für Hagen zu spielen?

Ich habe meine Zeit in Hagen genossen und bin auf jeden Fall offen dafür, wieder hier zu spielen. Die Fans, das Management und die Trainer: Alle hier haben mich und meine Familie sehr gut behandelt.

Du hast mittlerweile zwei Kinder. Ist das bei den vielen Vereinswechseln ein großes Problem oder geht das ganz gut, solange diese noch klein sind?

Diese „Rumzieherei“ ist kein Problem für meine Familie. Wir genießen das „Abenteuer“, ständig neue Orte zu erleben.

John, du bist ein sehr gläubiger Mensch, was du auch gern immer wieder auf deinen Stationen durch Europa bezeugst. Wie hilft dir dein Glauben auch bei deinem Job und was kannst du (gerade) den Jüngeren für ihr Spiel, aber vor allem für ihr Leben diesbezüglich mit auf den Weg geben?

Mein Glaube ist sehr wichtig, wenn es um meine Arbeit geht. Wenn ich Basketball spiele, spiele ich vor allem für einen: für Jesus Christus, unseren Retter. Wenn es mir mal nicht so gut geht, bete ich zu Jesus, damit er mir Stärke und Festigkeit gibt und ich möchte nur ihm mit meinem Spiel auf dem Feld gefallen. Ich fühle, dass mich Gott aus einem bestimmten Grund mit meinem Basketball-Talent gesegnet hat… und dieser Grund ist, ihn zu lobpreisen durch die Art wie ich spiele und Jesus Christus zu verherrlichen mit allem, was ich tue auf dieser Welt.