Spielend Geld machen für Hagen

Hagen. (Red.) Mit dem Handel von Aktien lassen sich schnell beachtliche Summen gewinnen – aber auch verlieren. Beim neuen Hagen-Spiel wird es hingegen nur Gewinner geben. Zum Beispiel die Hagener Unternehmen, die Teil des monopolyähnlichen Spieles werden, indem sie Werbe-Plätze auf dem Spielbrett, den Geldscheinen oder auf den Aktien-Karten kaufen und so ihr Firmenzeichen auf den Plätzen, für die sie bezahlt haben, präsentieren. Oder die Spielerinnen und Spieler, die spielerisch etwas über Hagen lernen.

In Witten gibt es schon ein ähnliches Spiel. Jacques Kempkens will die Volmestadt-Variante rechtzeitig vor Weihnachten auf den Markt bringen. Zur Zeit sind noch rund zehn Orte auf dem Hagener Spielplan zu vergeben. (Foto: Michael Eckhoff)

Hauptgewinner aber der in Hagen einmaligen und limitierten Auflage werden Schüler und Jugendliche sein. Denn das Geld, das mit dem Hagen-Spiel erwirtschaftet wird, fließt zwei lokalen Schulprojekten zu, für die es unter den bekannten Sparzwängen in der Stadt bisher kein Budget gab. Eine pfiffige Sponsoring-Idee also, die bei Hagens Unternehmen ebenso gut ankommt wie bei Hagen-Spiel-Schirmherr Oberbürgermeister Jörg Dehm.

Traum und Phantasie

So soll der Verkaufserlös Hauptschülern in Vorhalle und Altenhagen die Teilnahme an einer ’Kreativen Schreibwerkstatt’ ermöglichen. Organisiert wird das Projekt von Rainer Goldbach und Natalia Keller vom Fachbereich Jugend und Soziales der Stadt Hagen. In einem fünftägigen Workshop will der deutsch-türkische Schriftsteller Nevfel Cumart für die Jugendlichen deutscher und nichtdeutscher Herkunft ’Literarische Brücken’ bauen. „Das kreative Schreiben jenseits des Unterrichts hilft den jungen Menschen, Traum und Phantasie als innere Wirklichkeit zu erleben“, so Cumart. Am Ende des Workshops werden sie literarische Texte zu den Themen Toleranz, Völkerverständigung, Heimat und Fremde verfassen. „Entstehen sollen aber keine Meisterwerke, sondern Spaß und Freude am Schreiben.“

’Alko-Koffer’

Ein weiteres soziales Projekt, in das der Erlös aus dem Hagen-Spiel fließen soll, wird von Bernd Titze und seinen Kolleginnen und Kollegen der Kommunalen Drogenhilfe Hagen geleitet. Die Drogenberatungsstelle in der Bergstraße 99 bietet Informationen und Materialien zu Drogen und Sucht an, führt Veranstaltungen und Projekte in Kindergärten, Schulen, Einrichtungen der Jugendhilfe, Vereinen und Betrieben durch und stellt Lehrerfortbildung und Unterrichtshilfen für Schulen.

„Komasaufen, Flatrate-Partys und Kinder und Jugendliche, die mit Alkoholvergiftungen in Krankenhäuser eingeliefert werden, diese extremen Erscheinungen gibt es leider auch in Hagen“, weiß Titze. „Wir werden zwei neu entwickelte ’Alko-Koffer’ anschaffen, die später von Lehrerinnen und Lehrern für ihre Arbeit in den Schulen bei uns ausgeliehen werden können“, so Titze. „Zuvor werden wir sie in einem achtstündigen Workshop zum Thema ’Vorbeugung – Alkohol und Jugendliche’ ausbilden und ihnen die Nutzung des Koffers erklären.“

Noch zehn Orte

Das Hagen-Spiel kommt zustande, weil viele Menschen „an einem Strick ziehen“. Die Idee „für Hagen spielend Geld zu machen“ brachten die beiden Werbefachleute Tina Fritz und Jacques Kempkens aus Witten von den Wetter-Hohenstein-Rotariern mit. Bei dem monopoly-ähnlichen Spiel sind nicht mehr Bahnhofstraße oder Schlossallee die zentralen Orte des Geschehens. Die Hauptrollen spielen stattdessen Unternehmen aus der Region. Ihre Erkennungszeichen sind auf dem Spielbrett zu finden. Und es werden keine Häuser und Hotels gebaut. Die Spieler handeln mit Aktien.

Zur Zeit sind auf dem Spielplan noch ca. zehn Orte zu vergeben. Interessenten sollten sich schnell bei Jacques Kempkens melden, telefonisch unter 0 23 31 / 6 97 58 03 oder E-Mail an info@hagen-spiel.de

Rechtzeitig vor Weihnachten soll das Hagen-Spiel an den Start gehen, so dass teilnehmende Unternehmen ein ideales Geschenk für ihre Kunden und Partner erhalten. Für 30 Euro wird es unter anderem in der Tourist-Information (Hagen-Agentur), Rathausstraße 13, käuflich zu erwerben sein.

Weitere Informationen gibt es auch auf www.hagen-spiel.de.