Stoppschild für die Ehe

Es soll im Allgemeinen der „schönste Tag des Lebens“ werden: die Hochzeit. Doch Tilo ist erst unlängst zu Ohren gekommen, dass für viele Paare auf dem Weg in die Flitterwochen ein echtes Stoppschild im Weg steht. Damit ist weder ein verschmähter Liebhaber noch eine verbitterte Ex-Frau gemeint, sondern das rote Verkehrsschild mit dem deutlichen Signalwort „Stopp“.

Vor dem Hagener Rathaus an der Volme steht nämlich ein solches Exemplar. Es ist nötig, um den Verkehr entsprechend zu regeln. Doch beschwipst vom Rausch der Gefühle und der Vorfreude auf die Zeit zu zweit werden alle Warnungen überhört – oder übersehen. Bereits fast zehn Schilder sind den frisch getrauten Eheleuten schon zum Opfer gefallen. Statt mit Vollgas ins Eheleben zu starten, heißt es, auf die Polizei zu warten.
Doch damit ist nun Schluss. Der OB hatte ein Einsehen und spendierte Geld für eine echte Erleichterung: Das neue Verkehrsschild hat ein biegsames Gelenk und kann im Falle eines Aufpralls nachgeben. Das Schild bleibt ganz, die Stadt ist zufrieden. Nur die Eheleute schauen in die Röhre – und das nicht durch die rosarote Brille. Die Autos werden nämlich nicht biegsam gebaut. Sie erleiden nach wie vor einen Schaden. Dass zudem erst kürzlich einer der neuen Mülleimer in nächster Nähe zu dem Stoppschild installiert wurde, lässt die Wettquoten im Rathaus rasant steigen. Wer fährt als Erster den Mülleimer um? Was wird als Erstes beschädigt – Mülleimer, Stoppschild oder doch eher die Schwiegermutter?
Vielleicht schlagen die Eheleute künftig auch einfach den Leuten im Rathaus ein Schnippchen und kommen mit dem Rad zur Trauung. Dann würden sie nicht nur den wettfreudigen Beamten einen Strich durch die Rechnung machen, sondern so ganz nebenbei etwas für die Umwelt tun und auf diese Weise gleich mehrere Probleme lösen.
Tilo