Straßentheater und Weltmusik: Muschelsalat Hagen startet am 12. Juli

Hagen. (Red./tau) Umsonst und draußen gibt es auch in diesem Sommer wieder tolle Kulturevents in Hagen: Der „Muschelsalat“ startet am Donnerstag, 12. Juli.

„Muschelsalat“ – das bedeutet Musik und Straßentheater vom Allerfeinsten. Außergewöhnlich, anspruchsvoll, spannend, lustig – in jedem Fall höchst unterhaltsam sind die Darbietungen, die immer mittwochs (bis auf die Eröffnung, sie wurde wegen der Fußball-WM verschoben) an verschiedenen Plätzen in Hagen kostenlos besucht werden können.

Sieben Veranstaltungen haben die Organisatoren und Unterstützer des „Hagener Muschelsalats“ ins Programm aufgenommen. Finanziell unter die Arme gegriffen werden dem Kulturprogramm von den Bezirksvertretungen Haspe, Mitte und Nord sowie von der Sparkasse Hagen.

Bankal Balkan

Den Anfang macht am kommenden Donnerstag, 12. Juli, um 19.30 Uhr im Hasper Ennepark das Straßentheater „Bankal Balkan“.

Die Bühne für die Hauptdarsteller – Musiker, Jongleure und Clowns – ist ein alter Jahrmarktwagen, der genauso wie die Kostüme aus dem 19. Jahrhundert zu stammen scheint. Natürlich läuft bei der ambitionierten Truppe alles schief, und obwohl sich der Wagen bald in alle Einzelteile zerlegt, versuchen die Schausteller ihr Programm durchzuziehen.

Weltmusik

Dreimal hintereinander erklingt im Rahmen des Roadfestivals „Odyssee: Musik der Metropolen“ wieder Weltmusik in der Konzertmuschel im Hagener Volkspark, der „Wiege“ des Muschelsalats, der hier seinen Namen erhielt.

Am Mittwoch, 18. Juli, ab 19.30 Uhr singt und spielt Adé Bantu eine Ode an den Spirit von Lagos, einem der Hot-spots des Global Pop. Pionier der deutschen HipHop-Szene, Afrobeat-Erneuerer, Politaktivist – Adé Bantu, zwischen Nigeria, England und Deutschland groß geworden, gilt als Visionär. Mit seiner 13-köpfigen Band Bantu bringt er den Afrobeat von Fela Kuti in die Gegenwart. Die Message ist engagiert, der perkussive Sound unwiderstehlich.

Virtuos Traditionelles aus La Réunion bietet Pachibaba am Mittwoch, 25. Juli, ab 19.30 Uhr. Die Band steht für eine Generation réunionischer Musiker, die die Tradition der Maloya, der Klagelieder der Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen, neu erfinden. Unterstützt von druckvoller Percussion (Jean Drédéric Madia), dem Gesang von Lauriane Marceline und Jean Aldo Araste (Picker) verspricht Pachibaba einen mitreißenden, explosiven Sound.

Wenn es Il Civetto nicht gäbe, müsste man sie erfinden: diese bunte Mixtur aus Saxophon und Snare-Drum, Ukulele und Gitarre, Cajon und Klarinette, Bass und Bongos und einem Percussion-Set, das von der Reiselust der Jungs aus Berlin erzählt. Der verwegene Soundmix aus Latino-Rhythmen, Balkan-Beats, Gypsy-Swing, Flamenco und Klezmer wird beim Odyssee-Festival nochmal gesteigert, kommen doch hier noch die rauen, urbanen Klänge der algerischen Band Sabâ dazu – das alles am Mittwoch, 1. August, ab 19.30 Uhr.

Dreifaches Theatervergnügen

Dreimal Theater wartet am Mittwoch, 8. August, ab 20 Uhr im Hameckepark in Boelerheide.

Mit dem „TrapezTanzTheater“ geht es los. Frau Vladusch allein in ihrer Wohnküche, streng organisierter Tagesablauf, Alltagsrituale – alles einer starren Ordnung unterworfen. Ihre täglichen Wiederholungen, Beherrschtheit und Selbstkontrolle – Angst vor Erinnerungen und Vergangenheit? Mit großer Liebe zu kleinen Details erzählt Jana Korb unter der Regie von Erica Ruhl eine sehr persönliche Geschichte. Ins Groteske auseinandergenommene Alltags-Bewegungen werden als tänzerische Elemente eingesetzt – auf der Erde und in der Luft. Artistische Tricks zerfließen zu einer Körpersprache, die den Schmerz sichtbar macht – und dennoch zum Lächeln zwingt.

Danach erklingt die Rattenfanfare „Ratata!“ mit dem maskentheater „PasPar Tout“. Eine abgefahrene Rattengang erobert die Welt jenseits der Kanalisation. Als knallige Nagercombo spielen sie Musik von rattig bis scharf. Ihre lausige Kinderstube lässt sich jedoch nicht lange verleugnen.

Cirq‘ulation Locale – das ist Trampolinartistik auf höchstem Niveau. Die atemberaubende Trampolinshow vor einer Maya-Tempel-Kulisse kommt aus Belgien. Drei Akrobaten fliegen durch die Lüfte, drehen und überschlagen sich und noch viel mehr.

NN.Theater

Das N.N. Theater, seit Jahren einer der absoluten Publikumsfavoriten in Hagen, präsentiert am Mittwoch, 15. August, ab 20 Uhr im Hagener Stadtgarten das Stück 20.000 Meilen unter dem Meer – Der Sturm, sehr frei nach einem Roman von Jules Verne und dem Theaterstück von William Shakespeare.

Ein geheimnisvoller Zauberer – ein mysteriöser Niemand: Kapitän Nemo. Er entsagt dem irdischen Leben und zieht sich in eine eigene, abgeschiedene Welt zurück. Eine Welt bevölkert von fremdartigen Geschöpfen, Untieren, Fischen, Quallen und Riesenkraken.

Von Rachedurst getrieben macht Kapitän Nemo mit seinem Unterseeboot, der Nautilus, die Ozeane unsicher. Durch einen Zufall rettet er drei Schiffbrüchige, und um sein Geheimnis zu wahren, hält er sie als „Gäste auf Lebzeit“ gefangen. Die Drei schmieden absurde Fluchtpläne, die von Kapitän Nemo und seinen Unterwassergeistern jedoch ein ums andere Mal vereitelt werden.

Wer ist hier Verfolger – wer Gejagter? Gemeinsam erleben sie eine fantastische Weltreise unter Wasser.

Es wird gegen Seeungeheuer und Plastiktüten gekämpft, Kriegsschiffe werden zerstört und Fischschwärme befreit. Die Mannschaft überlebt einen Vulkanausbruch auf dem Meeresboden, entdeckt vielleicht sogar die Ruinen von Atlantis und das Schiffswrack der Rainbow Warrior.

Das N.N.Theater Köln verquickt „Der Sturm“ und „20.000 Meilen unter dem Meer“ zu einem packenden Bühnenerlebnis. In bewährter Manier stürzt sich das Ensemble mit einer Mixtur aus Tragik und Komik in die Fluten der Ozeane – wie immer begleitet von stimmungsvoller Livemusik.

Theater Titanick

Der fulminante Abschluss des diesjährigen Hagener Muschelsalat findet am Mittwoch, 22. August, ab 21 Uhr auf der Springe statt. Das Theater Titanick zeigt „Alice On The Run“. Millionen Menschen sind zur Zeit auf der Flucht als Opfer von kriegerischen Auseinandersetzungen, Hungersnöten oder auf Grund von politischen und religiösen Verfolgungen.

„Alice on the run“ ist inspiriert durch Lewis Carrolls Geschichten. Theater Titanick holt den Kaninchenbau-Trip in die Gegenwart und liest die Fabel politisch, ohne ihr den Zauber zu nehmen.

Heimat ist ein flüchtiger Ort. Das muss auch Alice erfahren.

Es entsteht eine Welt von verrückten Figuren, in der Alices Reise durch fremde Orte und Situationen eine Metapher für diejenigen darstellt, die eine neue Heimat suchen müssen.

Ihr Haus wird jäh auseinander gerissen. ihr Freund, der Hase, verschwindet. Im Badewannenboot begibt sie sich auf eine Odyssee ins Ungewisse. Sie sucht einen neuen Platz, den sie ein Zuhause nennen kann.

Flucht forever oder ankommen?

Die Heldin begegnet egomanen Partysnobs, Kontrollbeamten und bürokratischer Willkür – Alice in Kafkaland. Sie gerät in den Sog surrealer, verlockender Nachtclubwelten. Die Zuschauer stets mittendrin.Beim finalen Kampf mit roter und weißer Königin steht die Zukunft auf dem Spiel. Flucht forever – oder endlich ankommen? „Alice on the run“ ist eine spektakuläre Open-Air-Inszenierung. Hautnahes Volkstheater für Menschen mit offenen Augen und Herzen.

Informationen

Die Broschüren zum Muschelsalat-Programm sind in allen öffentlichen Stellen, wie zum Beispiel der Hageninfo oder beim Wochenkurier, Körnerstraße 45, erhältlich.