Street-Art im Quartier: Schönheit in Wehringhausen entdecken

[1/2] „Hello my name is Wehringhausen“: Nach einer Idee von Anne Schmunz und Ingema Dombrowsky (vorne) von der Initiative ­­„L(i)ebenswertes Wehringhausen“ wurde jetzt eine Karte zu Straßenkunst und Wandbildern in Wehringhausen vorgestellt. (Foto: Sarah S

[1/2] „Hello my name is Wehringhausen“: Nach einer Idee von Anne Schmunz und Ingema Dombrowsky (vorne) von der Initiative ­­„L(i)ebenswertes Wehringhausen“ wurde jetzt eine Karte zu Straßenkunst und Wandbildern in Wehringhausen vorgestellt. (Foto: Sarah S

Von Sarah Schwarz

Vor etwas über einem halben Jahr bin ich nach Hagen gezogen. Es war nicht so sehr eine Entscheidung aus Liebe, sondern vielmehr eine praktische, berufliche. Mein Eindruck von der Volmestadt war nie der bes­te, denn sie ist so überhaupt nicht wie die Kleinstadt am Rande des Sauerlandes, in der ich aufwuchs. Aber seit vergangener Woche gehe ich mit anderen Augen durch Hagen. Zumindest durch mein neues Zuhause in Wehringhausen.
Spaziergang durch das Quartier
Am Mittwoch schloss ich mich einer kleinen Gruppe an, die sich auf dem Wilhelmsplatz traf. Es sollte ein Spaziergang durch Wehringhausen gemacht werden, der vor allem den Blick auf die Straßenkunst und Wandbilder lenken sollte. Für mich ging es aber auch darum, mein neues Quartier kennenzulernen. Leider fiel der Rundgang wegen des aufziehenden Unwetters kürzer aus, als geplant, aber er machte Lust auf mehr.
Anhand einer neuen Karte, die Straßenkunst in Wehringhausen auflistet, ging es durch das Quartier. Durch Beispiele wie das größte Wandgemälde an der Augustastraße 66 wurde der Blick der Spazierenden auf die Schönheit im Stadtteil gelenkt. Insgesamt 22 Orte sind auf der Karte verzeichnet, an denen sich Street-Art versteckt.
Ein Stadtteil, der überrascht
Wehringhausen ist nicht nur dreckig und vermüllt, wie es in der öffentlichen Meinung häufig heißt. Nein, Wehringhausen ist auch etwas, was ich von Hagen nie erwartet hätte: schön. Denn wenn man ab und zu einfach mal den Blick von den eigenen Schuhen löst und aufblickt, kann man neben malerischen alten Fassaden auch moderne Kunst entdecken. Es lohnt sich auf jeden Fall, dem Quartier einen Besuch abzustatten, sich dort aufzuhalten und die Kunst nicht nur zu betrachten, sondern auf sich wirken zu lassen und zu erleben.
Mithilfe der neuen Karte zu Street-Art in Wehringhausen ist es einfach, die Orte zu finden, an denen sich die „Schätze“ Hagens verstecken. Entdecken muss man sie aber trotzdem selbst.
„My name is Wehringhausen“
„Hello my name ist Wehringhausen – Straßenkunst und Wandbilder im Quartier“ heißt es auf dem neon-orange leuchtenden Cover der Street-Art-Karte, die von der Interessensgemeinschaft „L(i)ebenswertes Wehringhausen“ veröffentlich wurde. Gefördert wurde sie im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt Wehringhausen“. Die Gestaltung lag in den Händen von „a design collective“. Seit dem vergangenen Mittwoch, 19. Juli, liegt die Straßenkarte in vielen Wehringhauser Geschäften aus. Sie ist minimalistisch gehalten. Es sind nur die Orte angegeben, an denen Street-Art zu finden ist. Bilder davon gibt es nicht. Denn genau darum geht es: die Kunst in Wehringhausen selbst zu finden, selbst zu erfahren.