„Substitutes“ wieder vereint

Von links: Urgestein, Sänger und Gitarrist Peter Berg, Reinhold Hinterleutner, Urgestein Jürgen Berster, Marco Rizzo und Uwe Kohl. Sie lassen es am 5. März in Ennepetal-Altenvoerde wieder richtig krachen. Die Beatmusik der 60er Jahre wird dann wieder lebendig. (Foto: Substitutes)

Hagen. (anna) In den 60er Jahren entwickelte sich in Hagen eine ungewöhnlich lebendige Musikszene. Eine neue Musikrichtung revolutionierte seinerzeit die gesamte Popmusik und war Ausdruck einer völlig neuen Lebenskultur der Nachkriegsgeneration. Bei vielen älteren Menschen als „Affen- oder Hottentottenmusik“ verpönt, wurde der neue Stil namens Beatmusik durch Gruppen wie Beatles, Rolling Stones, Animals oder Kinks schnell populär. Zu den bekanntesten Gruppen in Hagen gehörten damals die 1966 gegründeten Substitutes, kurz „Subs“ genannt, die schon nach zwei Jahren zur beliebtesten Band gekürt wurden. Nun hat sich die Gruppe wieder zusammen gefunden und gibt am Samstag, 5. März, um 20 Uhr in Ennepetal-Voerde in der Gaststätte „Zum Rathaus“, Mittelstraße 36, ihr erstes Konzert. Weitere sollen in Hagen folgen…

Der professionelle Sound der Substitutes und ihr vielseitiges Repertoire machten die Band 1966 rasch überregional bekannt. Als Schülerband des Theodor-Heuss-Gymnasiums gegründet, spielten die jungen Musiker in Hagen meist im Eppenhauser Brunnen. Doch vornehmlich waren die begeisterten Amateur-Musiker Dietrich Gehrmann, Norbert Daum, Horst Reckhardt und Peter Berg im gesamten Ruhrgebiet und in Ostwestfalen unterwegs.

1. Preis

In seinem Buch „Beat in Hagen“ beschreibt Autor und Musiker Dietmar Brendel die Anfänge der Substitutes folgendermaßen: Die hervorragenden Musiker Peter Berg und Hannelore Lünenschloss (Jetty) hätten gerade mit ihrer Band „The Riddles“ im Eppenhauser Brunnen gespielt, als sie von Dietrich Gehrmann und Norbert Daum an diesem Abend abgeworben wurden. Peter Berg und Jetty nahmen die Herausforderung, bei den Substitutes zu spielen, gerne an, denn die neu gegründete Band hatte einen hohen musikalischen Anspruch. Sie coverte Stücke von den Mamas und Papas und anderen Vorbildern, bei denen ein niveauvoller Gesang gefragt war. Am 24. April 1967 gewann die Band bei einem Beatmusikwettbewerb im Hasper Vereinshaus St. Bonifatius dann schließlich den ersten Preis.

Lady Madonna

Die Songs aus den Hitparaden wurden meist von Schallplatten einstudiert. Für ein Lied brauchten die Substitutes zwischen zehn Minuten und zwei Tagen, erinnert sich Peter Berg. Den Beatles-Hit „Lady Madonna“, der im März 1968 eine gewaltige Rock’n’Roll-Welle in England auslöste, studierten die Subs an einem Wochenende ein. „Wir hatten den Song aus dem Radio aufgenommen“, erinnert sich Berg. „Unsere Fans waren begeistert.“

Später hätten sich die Substitutes noch Norbert Stegmanns (Saxophon, Trompete), Wolfgang Rüggeberg (Saxophon), Hans Georg Keusen (Saxophon und Günter Dreesmann (Bass) in die Band geholt, schreibt Dietmar Brendel. Bis in die 70er Jahre hinein spielten die Substitutes sehr erfolgreich ihre Beat- und Popmusik, auch ohne Sängerin Jetty, die von der Gruppe bereits verabschiedet worden war.

Showtime Company

Anfang der 70er Jahre änderte die Band ihren Namen in „Substitutes Showtime Septett“ und später in „Showtime Company“, die auch Begleitband des Schlagersängers Howard Carpendale war, bis sie schließlich 1985 unter ihre erfolgreiche Musikgeschichte einen Schlusspunkt setzte.

Die Hagener Jugendheime und der Eppenhauser Brunnen waren die häufigsten Auftrittsorte der Band. Viele Hagener haben lebhafte Erinnerungen an die wunderbare Band, die nun wieder in etwas anderer Besetzung von sich reden machen möchte.

Karten für das Konzert in Ennepetal gibt es zum Preis von 7,00 Euro unter Telefon 0 23 31 / 9 33 41 74 oder 0 23 33 / 60 58 33

Übrigens: Wer mehr über die Subs wissen möchte, sollte ins „HagenBuch 2010“ schauen. Darin widmet Autor Hubert Köhler der Beatszene in Hagen einen umfangreichen Beitrag.