Sucht hat immer eine Geschichte

Hagen. (anna) Die Drogenberatungsstelle der Stadt Hagen veranstaltet vom 8. bis 13. November wieder eine Aktionswoche zur Suchtvorbeugung unter dem Titel „Sucht hat immer eine Geschichte“. Die Aktionswoche ist Bestandteil der Landeskampagne des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen.

Durch die Zusammenarbeit von 50 Kooperationspartnern aus verschiedenen Einrichtungen und Verbänden entstand ein vielfältiges Programm mit über 30 Angeboten, Projekten und Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen.

4 Millionen Suchtkranke

In Nordrhein-Westfalen leben rund vier Millionen Suchtkranke. Hinzu kommen viele Suchtgefährdete und die Angehörigen von Suchtkranken. Das zeigt: Suchterkrankungen sind kein Randproblem, sondern gehören zu den großen gesellschafts- und gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit.

Sucht hat immer eine Geschichte, die bei vielen häufig schon in der frühen Kindheit beginnt. Neben der familiären Situation und dem sozialen Umfeld haben auch die Persönlichkeit und die Frage, wie man als junger Mensch mit den Problemen und Belastungen des Alltags umgeht, Einfluss auf die Entwicklung einer Sucht. Die vielfältigen Ursachen einer Suchterkrankung erfordern deshalb differenzierte Ansätze in der Vorbeugungsarbeit. Wichtig ist vor allem, dass die Prävention (Vorbeugung) möglichst früh beginnt.

Auftaktveranstaltung „kurz und knackig“

Die Auftaktveranstaltung zur Aktionswoche findet am Montag, 8. November, zwischen 10.30 und 13.30 Uhr im Cafe BoelerBü-Cafe in der Fritz-Steinhoff-Gesamtschule, Am Bügel 20, statt. Oberbürgermeister Jörg Dehm, unter dessen Schirmherrschaft diese Aktionswoche steht, wird ein Grußwort sprechen und die Woche offiziell eröffnen.

Schüler des Hohenlimburger Gymnasiums werden eine Ausstellung präsentieren und Schüler der Fritz-Steinhoff-Gesamtschule zeigen die Ergebnisse der Projektwoche „Alkohol“. Außerdem gibt es Hip-Hop und angesagten Beat. Viele Info-Stände, ein Rauschbrillenparcours, Aktionen zu Glückspiel- und Online-Sucht und alkoholfreie Cocktails werden den Besuchern geboten.

Bulimie und Magersucht

Ein Workshop und Filmvorführungen zum Thema Magersucht und Bulimie unter dem Titel „Wenn die Seele hungert“ wird es am Dienstag, 9. November im Kino Babylon, Pelmkestraße 14, und am Mittwoch, 10. November, in der AWO-Suchtberatung, Böhmerstraße 11, geben.

„Leben lernen“

Erwähnenswert ist unbedingt auch der Dokumentarfilm „Leben lernen“, der am Donnerstag, 11. November, morgens zwischen 10.30 und 12.30 Uhr für Schulen, und um 20 Uhr für interessierte Eltern mit Jugendlichen ab 16 Jahren im Kino Babylon, Pelmkestraße 14, gezeigt wird. Der Film „Leben lernen“ wurde in einem Zeitraum von vier Monaten mit einer Gruppe von Patienten des Therapiezentrums Vorhalle produziert. Sechs ehemalige Süchtige im Alter zwischen 20 und 30 Jahren erzählen ausführlich von ihrer Drogen- und Therapiekarriere. Von Gewalterfahrung in ihrer Kindheit und Sucht der Eltern, von ihrem Einstieg in den Drogenkonsum, vom Dealen, von Knastaufenthalten, wie sie in Therapie von der Droge wegkamen und von Rückfällen…

Die Filmvorführung ist ein Kooperationsangebot im Rahmen der Kampagne zur Suchtaufklärung und Vorbeugung im Stadtteil Wehringhausen „Wir gucken hin!“

Veranstaltungen zu Glückspielabhängigkeit, Homöopathie für Kinder, Helfer gegen Sucht, Sucht und Prävention oder „Bewegung macht schlau“ wird es ebenfalls geben.

Die Broschüre mit allen Terminen der Aktionswoche gegen Sucht gibt es in der Kommunalen Drogenhilfe in der Bergstraße 99. Das Programmheft kann auch unter http://www.ginko-stiftung.de/regional/Aktionswochen/termine.aspx aus dem Internet heruntergeladen werden.

Weitere Informationen zu allen Veranstaltungen gibt Sabine Michel von der Kommunalen Drogenhilfe Hagen unter Telefon 207-5661 oder E-Mail: Sabine.Michel@stadt-hagen.de.