Hagen. (Red.) Die „AG Sucht“ hat in Hagen eine lange Tradition. Direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, im Jahr 1946, kam es zur Gründung der „Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Suchtgefahren“. Bis heute ist es den Vertretern der AG wichtig, die Informationen über bestehende Angebote zeitgemäß zu vermitteln. Mit Förderung einer Krankenkasse ist es gelungen, einen eigenen Internetauftritt zu erstellen.

Dieser ist seit Freitag, 16. März, unter www.suchthilfe-­hagen.de zu erreichen. Hier finden Betroffene, Angehörige und sonstige Interessierte mit wenigen Klicks das passende Angebot und die jeweiligen Ansprechpartner.

„Süchtigenfürsorger“

Das Problem von Menschen, die an einer Suchterkrankung leiden, beschäftigte bereits nach dem Zweiten Weltkrieg Aktive vom Blauen Kreuz, den Wohlfahrtsverbänden, dem Deutschen Frauenbund für alkoholfreie Kultur und der Stadtverwaltung. Zum damaligen Zeitpunkt war Sucht in Deutschland noch nicht als Krankheit anerkannt, dies erfolgte erst 1968.

Der Aufbau von Hilfs- und Beratungsangeboten war aber schon zuvor ein Thema, auch wenn man beispielsweise nicht von Alkoholismus oder gar „Störungen durch Substanzen“ sondern von Trunksüchtigen sprach. Dementsprechend war der Berater bei der Stadtverwaltung auch ein „Süchtigenfürsorger“.

Konzepte in den 70ern entwickelt

Die Arbeitsgemeinschaft erstellte 1973 eine moderne Satzung und hatte sogar ein eigenes Budget. Es fanden regelmäßige Sitzungen statt. Man beschäftigte sich unter anderem mit dem Problemen suchtgefährdeter Jugendlicher und auch den Suchterkrankungen bei den damals so genannten „Stadtstreichern“.

Es wurden „Konzepte einer wirksamen Hilfe für Suchtkranke und Suchtgefährdete in Hagen“ entwickelt und innovative Ideen umgesetzt, wie beispielsweise die Eröffnung einer alkoholfreien Kneipe.

Viermal jährlich Sitzungen

Die letzte Veränderung fand im Jahre 2012 statt. Seitdem finden vier Mal im Jahr Sitzungen statt. Die Zahl der Teilnehmer hat sich stetig weiterentwickelt. Zumeist kommen circa 25 Personen zusammen, die sich mit dem Thema Suchterkrankungen auseinandersetzen.

Es geht um Wissensvermittlung und Vorstellung neuer Angebote. So ist es häufig gelungen, Referenten zu Fachthemen zu gewinnen, um sich intensiver mit einzelnen Themen auseinandersetzen zu können.

Intensiver Austausch

Bei den Treffen besteht die Möglichkeit eines intensiven Austausches von Akteuren aus der Selbsthilfe und den professionellen Mitarbeitern aus ambulanten und stationären Angeboten und aus den Bereichen Arbeit und Beschäftigung, wie zum Beispiel dem Jobcenter.

Die Vorsitzende der AG Sucht ist derzeit Nicole Weixel. Die Geschäftsführung liegt beim Gesundheitsamt der Stadt Hagen. 19 Institutionen sind Mitglied, wobei keine Mitgliedsbeiträge erhoben werden.

Kontakt und Informationen

Bei Fragen oder Anregungen zur Arbeitsgemeinschaft Sucht wenden sich Interessierte an Friedrich Schmidt vom Gesundheitsamt der Stadt Hagen unter Tel. 02331 / 207-3554.