Tabellenführer Alba in Hagen

Hagen. Die Korbjäger von Phoenix Hagen bekommen es mit dem aktuellen Tabellenführer der Basketball-Bundesliga (Beko BBL) zu tun. Am Sonntag, 16. November 2014, gibt sich Alba Berlin um 17 Uhr die Ehre in der Enervie-Arena am Ischeland. Doch während die Albatrosse im Rest der Republik wohl eher mit Furcht empfangen werden, sind sie in Hagen tatsächlich ein gern gesehener Gast: Die letzten vier Heimspiele gegen Berlin konnten die Feuervögel ausnahmslos für sich entscheiden. In der Enervie-Arena ist Phoenix damit sogar noch ungeschlagen gegen Alba.

Weiße Weste

In der laufenden Saison hat sich ALBA eine weiße Weste bewahrt: Sieben Siege nach sieben Spielen stehen auf dem Konto der Albatrosse. Damit ist Berlin die einzige noch ungeschlagene Mannschaft der Bundesliga. Letzte Woche Sonntag bezwang man auch den ärgsten Konkurrenten: Gegen den Deutschen Meister Bayern München gewann Berlin knapp, aber verdient mit 83:80 (47:40). Reggie Redding und Neuzugang Jamel McLean überzeugten mit jeweils 23 Punkten.

McLean wechselte aus Bonn in die Hauptstadt und avancierte mit durchschnittlich 14,7 Punkten zum Topscorer von Alba, holte zudem durchschnittlich 7,0 Rebounds. Der wichtigste deutsche Neuzugang ist der gebürtige Berliner Niels Giffey. Der Nationalspieler ist nach vier College-Jahren aus den Vereinigten Staaten zurückgekehrt und wagt mit zwei NCAA-Titeln im Gepäck den Sprung in die BBL.

Schlüsselspieler

Kurz vor dem Start der Saison verstärkten sich die Berliner noch mit dem kroatischen Power Forward Marko Banic, der aus Madrid kam, und dem US-Amerikaner Alex Renfroe. Der Point Guard spielte zuletzt für den russischen Verein Enisej Krasnojarsk und war in der Rückrunde der Saison 2012/2013 in der BBL für die Baskets aus Bamberg auf Korbjagd.

Phoenix-Coach Ingo Freyer und Manager Oliver Herkelmann wirkten beim vergangenen Heimspiel gegen Braunschweig nach der Schlusssirene etwas ratlos: Vor 3.013 Zuschauern in der Enervie-Arena mussten sich die Feuervögel trotz einer starken Kampfleistung - inklusive 15:0-Lauf ab Mitte des dritten Viertels - am Ende mit 82:91 (35:42) geschlagen geben. Ob die Partie am Sonntag gegen Berlin erfolgreicher enden wird? (Foto: Jörg Laube)
Phoenix-Coach Ingo Freyer und Manager Oliver Herkelmann wirkten beim vergangenen Heimspiel gegen Braunschweig nach der Schlusssirene etwas ratlos: Vor 3.013 Zuschauern in der Enervie-Arena mussten sich die Feuervögel trotz einer starken Kampfleistung – inklusive 15:0-Lauf ab Mitte des dritten Viertels – am Ende mit 82:91 (35:42) geschlagen geben. Ob die Partie am Sonntag gegen Berlin erfolgreicher enden wird? (Foto: Jörg Laube)

Renfroes Point-Guard-Kollege Clifford Hammonds, bester Verteidiger der vergangenen BBL-Saison, ist weiterhin ein Berliner Schlüsselspieler. Er führt das Team gemeinsam mit Reggie Redding an, der auf den Positionen eins bis drei flexibel eingesetzt werden kann und in der letzten Saison bei der Wahl zum MVP Zweiter hinter Bayerns Malcolm Delaney wurde. Mit Leon Radosevic verfügen die Berliner zudem über einen kräftigen, aber beweglichen Center. ALBA ist auch in der Breite hervorragend besetzt, etwa mit Shooting Guard Akeem Vargas oder Small Forward Alex King.

Nicht so rund

Dieser breite Kader kann im Saisonverlauf noch sehr wichtig für Berlin werden, denn der amtierende Pokalsieger und Champions-Cup-Sieger ist auch in der Euroleague vertreten. Dort läuft es allerdings nicht ganz so rund wie in der Bundesliga: Nach drei Pleiten hintereinander konnte beim 89:66-Heimsieg gegen Limoges CSP endlich der erste Euroleague-Erfolg der Saison gefeiert werden – weniger als 48 Stunden vor dem Topspiel gegen die Bayern.

Und auch in dieser Woche fahren die Albatrosse zweigleisig: Erst am Freitag gastierten sie beim kroatischen Euroleague-Vertreter Cedevita Zagreb. Nach dem internationalen Auftritt wartet mit Phoenix Hagen nun in der Beko-BBL ein Gegner, der Berlin in seiner eigenen Halle stets Paroli bieten konnte.

Für guten Zweck

Am Rande einer hochklassigen Basketball-Partie können die Fans sich für den guten Zweck engagieren und dabei auch noch etwas gewinnen: bei der Tombola des Lions-Clubs „Hagen Asteria“. Alle Einnahmen durch den Losverkauf kommen der Jugendabteilung von Phoenix Hagen sowie „Wildwasser Hagen“, der Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt, zugute.

Als Preise winken VIP-Karten für Phoenix-Spiele, ein signiertes Trikot, Fanschals, ein Essen für zwei Personen im Restaurant Artischocke, eine ICE-Watch-Uhr von der Goldschmiede Adam und zehn 15-Euro-Gutscheine von Hussel. Lose können im Foyer und im Business-Club gekauft werden.


Drei Fragen an Ingo Freyer

Wie fällt Ihr Urteil nach der knappen Niederlage gegen Braunschweig aus?

Ich kann meiner Mannschaft wirklich keinen Vorwurf machen. Wir haben alles gegeben, aber Braunschweig hat im Schlussviertel unsere Schwächen ausgenutzt. Es muss alles passen, damit wir trotz unserer körperlichen Unterlegenheit und unserer dünnen Spielerdecke Siege einfahren können, so wie etwa in Ulm.

Jetzt kommt mit Alba Berlin der Tabellenführer…

Berlin ist die Mannschaft, auf die derzeit alle schauen. Ganz besonders nach dem Sieg gegen die Bayern. Sie sind in der Liga noch ungeschlagen und spielen smarten, intelligenten Basketball.

Was zeichnet die Berliner besonders aus?

Sie verfügen über eine sehr komplette Mannschaft auf internationalem Niveau. Berlin spielt viel über die Center, trifft aber auch die freien Würfe von außen extrem hochprozentig. Clifford Hammonds ist ein Guard auf Euroleague-Level. Und mit Jamel McLean haben sie einen herausragenden Athleten, der immer besser wird. Alle Spieler haben ihre Rolle gefunden.